Brad Pitt"Geld hat man nie genug"
Hollywood-Star Brad Pitt über Reichtum und Verantwortung, Kunst und Kommerz - und über seinen knallharten neuen Film "Killing Them Softly"
Ob er nun mit Angelina Jolie auf humanitärer Mission oder als Super-Papa mit den sechs Kindern unterwegs ist
- wir kennen Brad Pitt, 48, als Mister Nice Guy. Und dieses Image spiegelt sich in den meisten seiner Rollen wider. Doch er kann auch anders: In dem Krimi "Killing Them Softly", der jetzt im Kino läuft, zeigt der Schauspieler und Produzent seine düstere Seite. Pitt spielt einen coolen Killer mit zynischer Weltanschauung. Kritiker bemänglen, die Sozialkritik des Films sei etwas hölzern - Brad Pitt selbst formuliert seine Meinung zu gesellschaftlich relevanten Themen auf jeden Fall sehr elegant ...
Sie spielen einen kaltblütigen Killer - eine Rolle, die so gar nicht zu Ihrem Image passen will.
Ach, ich weiß nicht. (lacht) In solchen Kategorien denke ich eigentlich überhaupt nicht. Bei einer Rolle interessiert mich vor allem, ob sie das Potenzial bietet, neue Erfahrungen zu machen.
Sie haben einige richtig brutale Szenen. Wie stehen Sie selbst zum Thema Gewalt?
Wir leben nun einmal in einer Welt voller Gewalt. Ich muss dazu ja nur meine eigenen Kinder betrachten, wenn sie miteinander raufen, was sie gern und oft tun. Und in der Welt der Gangster, in der "Killing Them Softly" spielt, gehört Gewalt einfach dazu, da sind Morde ganz alltäglich. Ich hätte größere Probleme damit, einen Rassisten zu spielen als einen Killer.
"Killing Them Softly" ist ein Genre-Krimi mit außergewöhnlich viel Sozialkritik - wie wichtig war Ihnen diese politische Komponente?
Der Film behauptet, dass Politiker in den USA sich nicht um die echten Probleme kümmern, sondern lediglich um die öffentliche Wahrnehmung dieser Probleme und ihre vermeintlichen Lösungen - ein kontraproduktiver Weg. Ich persönlich habe zwar ein anderes Bild von meinem Land, aber trotzdem möchte ich diese kritischen Töne keinesfalls kleinreden.
"Amerika ist kein Land, sondern ein Business", sagen Sie als Killer Jackie im Film. Sehen Sie das privat ähnlich?
Jackie verurteilt dieses System keineswegs, er sagt nur: "So läuft der Laden eben, nach diesen Regeln muss man spielen." Amerika hat viele Facetten, und für mich ist es ein großartiges Land. Es gibt Ideale wie Innovation, Integrität, Gerechtigkeit und Fairness - aber diese Ideale müssen verteidigt werden.
Haben Demokratie und Kapitalismus hier versagt?
Ich bin Kapitalist und kenne kein besseres System, aber es muss besser geschützt werden: Ungezügelter Kapitalismus kann Amok laufen. Wir dürfen nicht vergessen, dass das System leicht korrumpierbar ist. Wir benötigen also auf alle Fälle strengere Regularien. Allerdings bin ich kein Ökonom und will hier nicht den Experten geben.
Welche gesellschaftliche Verantwortung haben Künstler?
Wenn man die Möglichkeit bekommt, sich zu aktuellen Themen zu äußern, dann macht man das. Kunst sagt etwas darüber aus, wer wir sind und wo wir heute stehen. Ein Film kann zwar nicht alle wichtigen Themen erschöpfend behandeln, aber doch so einige.
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