Arnold Schwarzenegger
© Getty Images Arnold Schwarzenegger

Arnold Schwarzenegger "Ich bereue vieles"

Sanfte Töne von Arnold Schwarzenegger! Zum Start in eine neue Lebensphase spricht der Macho-Man über seine Familie - und "Action-Dackel"

Er geht seinen Weg.

Erstaunlich unbeirrt bei seiner Bilanz: Weder privat noch beruflich lief es zuletzt rund für Arnold Schwarzenegger. Seine Ehe mit Maria Shriver ist gescheitert, weil er mit der Haushälterin ein Kind gezeugt hatte. Seinen Gouverneursposten in Kalifornien verließ er nach fünf Jahren ohne echten Erfolg. Aber einmal Actionstar, immer Actionstar - aufgeben ist keine Lösung. Warum er immer noch hofft und wieso er wieder scharf schießt (in "The Last Stand", Kinostart am 18. Januar), erzählt er im "Gala"-Interview.

Als ehemaliger Gouverneur von Kalifornien behalten Sie diesen Titel auf Lebenszeit. Müssen Ihre Hollywood-Kollegen Sie nun mit "Mr. Governor" ansprechen?

Nein, nein. Es soll mich jeder nennen, wie er will. An den Filmsets nennen mich die meisten Arnold oder Arnie. Wenn ich eine öffentliche Rede halte, bin ich Mr. Governor. In China sagen sie Schwartzi zu mir - und an der Universität von Südkalifornien haben sie mir einen Professorentitel verliehen und nennen mich daher Professor Schwarzenegger. Mir ist es eigentlich ziemlich egal.

Haben Sie es während Ihrer Amtszeit vermisst, vor der Kamera den harten Maxe zu geben?

Eigentlich nicht. Ich hatte abgeschlossen mit dem Kapitel und hätte mir während meiner Zeit als Gouverneur überhaupt nicht vorstellen können, jemals wieder an einem Filmset zu stehen. Aber dann hat es mich doch gepackt.

Sein neuer Film: In "The Last Stand" ist Schwarzenegger ein Sheriff. Mit Action aufhören will er erst, "falls ich irgendwann im Rollstuhl über den Set rolle".
© PRSein neuer Film: In "The Last Stand" ist Schwarzenegger ein Sheriff. Mit Action aufhören will er erst, "falls ich irgendwann im Rollstuhl über den Set rolle".

Wie kam das?

Schuld daran ist mein alter Wegbegleiter Sylvester Stallone. Der hatte mich überredet, in seinem Film "The Expendables" eine kleine Rolle zu spielen. Als ich mich dann im Kreis dieser ganzen alternden Action-Dackel wie Bruce Willis, Van Damme und Stallone befand und erstmals nach sieben Jahren eine Knarre in der Hand hatte, spürte ich sofort wieder dieses Feuer. Ich hatte vergessen, wie gern ich diesen Beruf früher ausgeübt habe. Aber es ist einfach eine Leidenschaft, die man nicht abstellen kann. Genauso ergeht es mir, wenn ich mit Bodybuilding-Kollegen zusammenkomme. Bodybuilding war meine erste Droge, danach kam die Schauspielerei. Von beiden komme ich nicht los.

Das Kapitel Politik ist jetzt abgeschlossen?

Nein, ich bin noch immer ein politisch interessierter Mensch. Präsident lassen sie mich ja nicht werden in Amerika, weil ich im Ausland geboren wurde. Sonst hätte es mich schon gereizt, es Ronald Reagan nachzumachen und als ehemaliger Hollywood-Star ins Weiße Haus einzuziehen. Auf dieser Ebene hätte ich sicher noch viel mehr erreichen können. Das ist aber wie gesagt nicht möglich, darum habe ich das "Schwarzenegger Institute for State und Global Policy" an der Universität von Südkalifornien gegründet. Ich hole dafür Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zusammen, um mit ihnen gemeinsam Lösungsansätze bei großen Themen zu finden - Armut, Umweltschutz, Gesundheitswesen. Es ist lächerlich, wie oft sich die Politik dieser Tage in Amerika selbst im Wege steht.

Schwarzeneggers Tochter Katherine, 23, hat von ihrer Mutter Maria Shriver, 57, nicht nur das Aussehen geerbt, sie will auch genauso wie sie Journalistin werden.
© Action PressSchwarzeneggers Tochter Katherine, 23, hat von ihrer Mutter Maria Shriver, 57, nicht nur das Aussehen geerbt, sie will auch genauso wie sie Journalistin werden.

War es eigentlich leicht, nach Hollywood zurückzukehren?

Ich selbst hatte Zweifel, ob ich es noch draufhabe. Und ob mich überhaupt noch jemand sehen will im Kino. Aber dann traf ich Stallone am Set. Er erzählte mir von seinen vielen körperlichen Leiden, und ich dachte bei mir: So viele Zipperlein wie der habe ich nicht, dann kann ich auch noch locker Filme drehen ... Ich fühle mich körperlich ziemlich fit, trainiere noch immer regelmäßig und kann neben den jungen Kollegen ganz gut bestehen. Anfangs war ich ein bisschen eingerostet, mittlerweile aber geht es wieder. Mir flattern jedenfalls wieder viele gute Drehbücher für Actionfilme auf den Tisch, offenbar hat man mich wieder auf der Uhr und traut mir noch einiges zu. Wir alten Füchse gehören eben noch nicht zum alten Eisen, auch wenn die Knochen hier und da schon ganz schön quietschen.

Warum drehen Sie nicht lieber ganz gemütlich Komödien, anstatt sich den Actionhelden anzutun?

Es macht einfach Spaß, Filme wie "The Last Stand" oder "Ten" zu drehen. Ich bin heute zudem sehr viel entspannter als früher und habe keinerlei Druck. Beweisen muss ich mir nichts mehr. Ich kann einfach nur noch machen, was ich will. Falls ich irgendwann im Rollstuhl über den Set rolle, die Knarre in der Hand - dann wäre es wahrscheinlich an der Zeit, Schluss zu machen. Aber solange ich den Stallone in die Tasche stecke, mache ich weiter. (lacht)

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