Ann-Kathrin Kramer
© Getty Images Ann-Kathrin Kramer

Ann-Kathrin Kramer "Ich habe keinen Plan"

Ann-Kathrin Kramer über Familienidylle, lange Tage an der frischen Luft - und warum sie mit ihrem Mann Harald Krassnitzer ungern skypt

Mit ihren eisblauen Augen scannt Ann-Kathrin Kramer das "Café Nikan" in Düsseldorf. Es hat etwas von jugendlicher Neugier. Auch ihre langen Haare lassen sie jung wirken. Sie fühlt sich offensichtlich wohl, kuschelt sich in den Sessel und bestellt Guatemala-Kaffee. "Das gönne ich mir", sagt sie. Sie genießt gern - vor allem ihr zurückgezogenes Leben. Mit ihrem Mann Harald Krassnitzer, 52, und Sohn Leonard, 15, lebt sie in der Nähe von Wuppertal.

Herzlichen Glückwunsch, Frau Kramer! Sie sind gerade 47 geworden. Macht Ihnen das Alter Angst?

Im Moment sehe ich dem Alter entspannt entgegen. Das Leben wird eigentlich immer schöner, weil ich die Dinge viel ruhiger angehen kann. Ich habe nicht mehr das Gefühl, etwas zu verpassen. Und auch die Familie gibt mir ein gutes Grundgefühl. Aber fragen Sie mich in zehn Jahren noch mal, wenn ich mit der Gehhilfe angehumpelt komme. (lacht)

Was tun Sie für sich, um sich gut zu fühlen?

Ich rudere und praktiziere Yoga. Im Urlaub lege ich auch gern mal einen Wellnesstag ein und lasse mich verwöhnen. Und ich liebe es, viel an der frischen Luft zu sein. Wenn man wie früher als Kind abends hungrig und müde vom Spielen nach Hause geht. Ein tolles Gefühl. Was ich mir noch wünschen würde, ist die Zeit, um ein Pferd zu haben und jeden Tag einmal raus in den Wald zu reiten.

Ann-Kathrin Kramer: Jetzt im TV: In "Sommer in Amalfi" (ZDF, Sonntag, 7. April, 20.15 Uhr) findet Claudia Wesscampe (Kramer) die Liebe - und versucht der ungewollt schwangeren Caterina (Marie Nasemann) zu helfen.
©  ZDF / Hans-Joachim PfeifferJetzt im TV: In "Sommer in Amalfi" (ZDF, Sonntag, 7. April, 20.15 Uhr) findet Claudia Wesscampe (Kramer) die Liebe - und versucht der ungewollt schwangeren Caterina (Marie Nasemann) zu helfen.

Genießen Sie es, allein zu sein?

Ich bin sehr gern allein. Dann stelle ich auch das Telefon aus. Wenn ich abends merke, dass ich den ganzen Tag nichts gesagt habe, finde ich das sehr schön. Man kann über sich nachdenken und sich anders wahrnehmen. Das ist gut, um zu sich zu kommen und sich nicht immer mit anderen zu vergleichen.

Ann-Kathrin Kramer: Den österreichischen "Tatort"-Kommissar Harald Krassnitzer heiratete Ann-Kathrin Kramer 2009 nach knapp zehn Jahren Beziehung.
© WireImage.comDen österreichischen "Tatort"-Kommissar Harald Krassnitzer heiratete Ann-Kathrin Kramer 2009 nach knapp zehn Jahren Beziehung.

Sind Sie da, wo Sie immer sein wollten?

Ich habe mir keinen Plan gemacht, was ich im Leben erreichen will. Vielleicht bin ich nicht da, wo ich immer sein wollte - aber im Moment bin ich da, wo ich jetzt gerade sein will.

Sie sind seit 13 Jahren mit Ihrem Mann Harald Krassnitzer glücklich. Wie halten Sie die Liebe lebendig?

Mir ist wichtig, dass wir wach sind für das Leben und nicht nur aufeinander glucken. Wir haben teils unterschiedliche Interessen und sind oft unterschiedlicher Meinung. Wir haben auch nicht den Anspruch aneinander, dass wir alles immer gleich empfinden und zusammen machen müssen. Wir sind durchaus kontrovers. Aber es wackelt auch nicht gleich das ganze Haus, wenn einer mal doof findet, was der andere macht.

Zum Beispiel?

Ich will im Urlaub immer nur lesen und meine Ruhe. Und er will was erleben, mit dem Auto rumfahren und alles anschauen. Das ist eine Herausforderung, weil wir andere Vorstellungen von Erholung haben. Aber wir schaffen es immer wieder, auf einen Nenner zu kommen.

Wie bringen Sie Romantik in den Alltag?

Das brauchen wir gar nicht. Wir sind ja beruflich häufiger voneinander getrennt, da kommt keine Routine auf.

Wie kommunizieren Sie dann?

Wir telefonieren viel - skypen mögen wir weniger. Es ist komisch, wenn man vor so einem Bildschirm sitzt. Das machen wir nur, wenn wir uns etwas Bestimmtes zeigen wollen.

Sie haben erst nach zehn Jahren Beziehung geheiratet. Wie haben Sie sich durch die Ehe verändert?

Ich bin ruhiger geworden. Es ist sehr schön, wenn man Beständigkeit erfährt. Wenn man sagen kann: Das ist mein Mann.

Ann-Kathrin Kramer: Cover Nr. 31
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Wie sieht ein perfektes Wochenende für Sie beide aus?

Wenn wir Zeit haben, wuseln wir sehr gern im Haus herum oder im Garten. Einer kocht, einer buddelt irgendwo oder repariert irgendwas. Oder spielt mit dem Kind. Perfekt ist, wenn wir nirgendwo hinmüssen, keiner zu Besuch kommt und wir einfach so quatschen und den Tag miteinander verbringen können.

Wer repariert und wer kocht?

Mal so, mal so. Wir diskutieren immer, wer kochen darf, weil wir das beide gern tun - aber nicht zusammen, das funktioniert nicht so gut. Meistens gewinnt er und darf kochen. Ich repariere dann irgendwas am Haus oder nehme mir ein Glas Wein und setze mich zu ihm. Jemandem bei der Arbeit zuzugucken ist ja auch ganz schön.