Carla Bruni
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Carla Bruni Mit dem Baby soll sie punkten

Die Femme fatale als still lächelnde Mutter? Carla Bruni hat sich stark verändert, seit ihr Mann Nicolas Sarkozy Wahlkampf macht. Nun wird klar, welche Strategie dahintersteckt

Es war mehr gehaucht als gesprochen,

was Carla Bruni, 44, über ihren Part im französischen Präsidentschaftswahlkampf verriet: "Ich werde meinen Mann begleiten, wenn er mich braucht", sagte sie sanft lächelnd zum Plan ihres Gatten Nicolas Sarkozy, 57, ein zweites Mal das höchste Amt im Staate zu gewinnen. Auffallend zurückhaltend für die einst unzähmbare Femme fatale, der kein Spruch zu liederlich sein konnte ("Ich bin nicht für die Monogamie geboren!"). Auffallend zurückhaltend, aber zugleich erklärte Wahlkampfstrategie des Teams Sarkozy. Carla Bruni darf den Präsidenten schmücken, als Gattin und als die Mutter seines Babys punkten - aber jeder Hauch einer Provokation muss vermieden werden. Sogar eine geplante Kampagne gegen Analphabetismus verschob Carla Bruni, und zwar mit der Erklärung: "Ich möchte nicht, dass meine Aktion als politisches Engagement interpretiert wird."

Einst galt Carla Bruni als überzeugte Linke, zu politischen Themen nahm sie klar Stellung. Das ist vorbei. Dafür lässt sie heute keine Gelegenheit aus, ihren konservativen Gatten Nicolas Sarkozy öffentlich zu bewundern.
© ReutersEinst galt Carla Bruni als überzeugte Linke, zu politischen Themen nahm sie klar Stellung. Das ist vorbei. Dafür lässt sie heute keine Gelegenheit aus, ihren konservativen Gatten Nicolas Sarkozy öffentlich zu bewundern.

Stattdessen scheint die fast 1,80 Meter große Première Dame zu ihrem knapp 1,70 Meter kleinen Mann bewundernd aufzuschauen: "Wenn ich sehe, was in Griechenland passiert, habe ich Angst. Aber ich habe weniger Angst, wenn ich mir sage, dass er der Präsident ist." Oder, frei nach John F. Kennedy: "Wenn ich nur an mich denke, dann reicht eine Wahlperiode. Aber wenn ich an mein Land denke, muss er noch mal kandidieren."

Seit Neuestem spielt sogar die fünf Monate alte Tochter Giulia eine Rolle in diesem Wahlkampf. Nach der Geburt des Mädchens hieß es zunächst noch, es werde in diesen Wochen keine Fotos von ihr geben - das sei Privatsache. Vergangene Woche jedoch trug Madame Bruni Giulia auf dem Arm zu einer Vorsorgeuntersuchung beim Kinderarzt. Für jedermann sichtbar, festgehalten von Fotografen. Carla Bruni war ungestylt an diesem Tag und trug ganz bodenständig ein geblümtes Versorgungstäschchen in der Hand. Tags zuvor hatte man sie schon in UggBoots und Jogginghose beim Einkaufen beobachten können - Biokost und Strampler. Klares Signal: Ich bin eine ganz normale französische Mutter! Quasi als Beleg für das, was Carla Bruni kürzlich in der Zeitschrift "TV Magazine" erklärt hatte: "Wir sind kleine Leute."

Sympathische Alltagsfotos seiner kleinen Familie hat der in Umfragen lange Zeit schwächelnde Monsieur le Président dringend nötig. Für viele Landsleute ist er der Bling-Bling-Präsident, ein Freund der Reichen. Unvergessen die Bilder, als man ihn 2007 - ausgestattet mit RayBan und Rolex - auf einer Jacht im Mittelmeer den damaligen Wahlsieg feiern sah. Kurz darauf sicherte er sich eine der heißesten Testosteron-Trophäen: Carla Bruni, italienische Millionenerbin, Ex-Model und Chansonsängerin. Von außen betrachtet eine Amour fou - hier der konservative Politkarrierist, dort der ruchlose Society-Vamp.

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Mit dem Baby soll sie punkten
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2012-03-20T18:40:52+0100
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