Barack Obama, Malia, Sasha
© Reuters Barack Obama, Malia, Sasha

Barack Obama Kinder, seid ihr groß geworden!

Zweite Amtszeit im Weißen Haus: Für Präsident Obama heißt das auch, seine Töchter Malia und Sasha als First Dad durch die Pubertät zu begleiten

Nach Schulschluss wartete bereits der Hubschrauber auf Sasha, 11, und Malia, 14

- am großen Wahltag flog er sie von Washington nach Chicago, in die Heimatstadt der Obamas. Mit ihren Eltern, mit Verwandten und Freunden verfolgten die beiden dort am Bildschirm, wie Bundesstaat für Bundesstaat ausgezählt wurde, wie aus der Zitterpartie ihres Dads ein großer Sieg wurde. Gegen Mitternacht trat die First Family dann vor die jubelnden Demokraten. Ein langer Tag. Doch Sasha war immer noch hellwach: "Behind you", raunte sie ihrem Vater zu, dem gerade wiedergewählten US-Präsidenten. Prompt drehte sich Barack Obama, 51, zu seinen Mitstreitern um, die hinter dem Podium platziert waren, und dankte auch ihnen. Eine rührende Szene. Und zugleich ein Beleg dafür, wie vertraut seine kleine Tochter inzwischen mit der Choreografie der Politik ist.

Wenn die Obamas in vier Jahren aus dem Weißen Haus ausziehen - mehr als zwei Amtszeiten sieht die Verfassung nicht vor -, werden Sasha und Malia den Großteil ihrer Schulzeit als Präsidentenkinder verbracht haben. Bürde oder Sprungbrett? "Zwei Dinge sind unverzeihlich für solche Kinder: Erfolg und Versagen", sagt Doug Wead, Autor der Studie "All the President's Children". Ein Dilemma also. Im Erfolgsfall heißt es über den Nachwuchs schnell: Daddy hat seine Beziehungen spielen lassen. Und wer versagt, wird schwer wieder auf die Beine kommen.

First Kids 2008: Als Barack Obama vor vier Jahren zum ersten Mal Präsident wurde, waren Sasha und Malia sieben und zehn Jahre alt.
© Picture AllianceFirst Kids 2008: Als Barack Obama vor vier Jahren zum ersten Mal Präsident wurde, waren Sasha und Malia sieben und zehn Jahre alt.

Dieses Schicksal wollen Michelle und Barack Obama ihren Töchtern um jeden Preis ersparen. Ihr Erziehungsgrundsatz lautet: So viel Normalität wie möglich! Gleich beim Einzug ins Weiße Haus wies Michelle Obama, 48, das Personal an, ihre Töchter nicht wie Prinzessinnen zu behandeln. Sasha und Malia machen morgens ihr Bett selbst und räumen ihre Zimmer auf. Malia, die Größere, erledigt sogar einen Teil ihrer Wäsche selbst. Die Disziplin, die Michelle Obama sich selbst abverlangt, wenn sie um 5.30 Uhr erste Mails beantwortet und Work-out macht, erwartet sie auch von den Kindern. Zuckerhaltige Lebensmittel sind rationiert. Und steht ein Schulausflug an, müssen die Mädchen einen schriftlichen Bericht anfertigen, selbst wenn die Lehrerin das nicht fordert. Schauen Sasha und Malia fern (nur am Wochenende und bitte nicht "The Kardashians" ...), sollen sie sich anschließend darüber unterhalten. Als Malia keine Lust mehr auf Tennis hatte, musste sie dennoch weitertrainieren. "Sie sollte die Erfahrung machen, dass man sich in etwas, das einem keinen Spaß macht, verbessern kann", sagt Michelle Obama, die selbst erklärte Mom-in-Chief.

Chelsea Clinton 1992 - 2000: Als schüchterne Zwölfjährige mit Zahnspange zog Chelsea ins Weiße Haus. Während der Lewinsky-Affäre ihres Vaters Bill fühlte die ganze Nation mit ihr.
© Picture AllianceChelsea Clinton 1992 - 2000: Als schüchterne Zwölfjährige mit Zahnspange zog Chelsea ins Weiße Haus. Während der Lewinsky-Affäre ihres Vaters Bill fühlte die ganze Nation mit ihr.

Doch genauso beharrlich, wie sie und ihr Mann die Talente der Töchter veredeln wollen, sorgen sie auch dafür, dass das Leben im 135-Zimmer-Heim die Mädchen nicht erdrückt. Immer wieder klügelt Michelle Obama Inkognito-Ausflüge aus, ins Kino oder in eine Shopping-Mall. Und die Töchter dürfen bei Freundinnen übernachten. "Michelle ist ziemlich gut darin, für die beiden einen Freiraum zu schaffen, in dem sie ganz normal sind", sagte Barack Obama vergangene Woche in einem Radiointerview. Diesen Sommer verbrachten Malia und Sasha in einem Feriencamp in New Hampshire - nicht im Wahlkampfbus. Heilig ist der Familie das Abendessen um 18.30 Uhr. Geht Barack Obama die Stufen hinauf in die Privaträume des Weißen Hauses, legt er das Mobiltelefon ab. Am Esstisch ist er nicht der Staatschef, hier wird auf Augenhöhe gesprochen. Stolz erzählt der Präsident, dass Sasha und Malia ihn bei komplizierten Freundschaftsdingen immer wieder um Rat fragen.

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