Spezialbehandlung ist er gewohnt, doch dass gleich mehrere Bewunderer extra für ihn auf ihre Tagesration Fitness verzichten wollen, das geht Alec Baldwin dann doch etwas zu weit. Viel zu spät ist der 51-Jährige zu seinem Spinning-Kurs erschienen, und sofort springen vier, fünf Männer und Frauen von ihren Trainingsrädern. Sie wollen Platz machen für Baldwin, was dieser jedoch dankend ablehnt: "Das ist schon okay, dann bin ich bei den Oscars halt nicht ganz so dünn wie geplant." Spricht's und schlendert lächelnd Richtung Hantelbank.
Der Mann ist eben nicht nur kräftig gewachsen, er ist auch ein starker Typ. Dass er mit seiner lässigen Reaktion gerade ein paar neue Fans gewonnen hat, entgeht ihm dabei völlig.
Ob in Los Angeles - wo er am 7. März die Oscar-Verleihung moderieren wird - oder in seiner Heimat New York: Überall wird Baldwin zurzeit mit einer Mischung aus Respekt und Verehrung behandelt.
Eine ungewohnte Situation für den Schauspieler. Denn vor gar nicht allzu langer Zeit löste der Name Alec Baldwin vor allem Erinnerungen an einen Choleriker aus, der sich einen schmutzigen Scheidungskrieg mit Kim Basinger lieferte. Traurige Berühmtheit erlangte die Anrufbeantworter-Nachricht an seine damals elfjährige Tochter Ireland, die er als ein "ungezogenes, gedankenloses kleines Schwein" beschimpfte. Ireland, heute 14, hat ihm seine Aussetzer inzwischen ebenso verziehen wie Hollywood.
Im Gala-Interview schilderte Baldwin kürzlich seinen Frust: "Ich habe an den Kinokassen nie die große Kohle gebracht. Dadurch fühlte ich mich minderwertig. Klar, ich war in 'Aviator' und 'Pearl Harbor', aber immer nur in einer Nebenrolle." Ihm fehle die nötige Sensibilität: "Jemand wie Leonardo DiCaprio hat alles: Talent, Jugend, Gelegenheit. Da ist es hart, nicht neidisch zu werden. Oder Daniel Craig - den nimmt man am Broadway ernst, aber auch als James Bond."










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