Sie rudert mit den Armen, sucht verzweifelt bei den Umstehenden nach Halt und findet doch keinen. Erschrocken weicht die Menschenmenge vor der deutlich angetrunkenen Blondine zurück, als diese Richtung Bühne taumelt. Mühsam erklimmt sie die Stufen, greift erstaunlich behende nach einem Mikrofon und lallt den Gästen mit schwerer Zunge entgegen: "Ich strippe jetzt!" Das tut sie dann auch, zum Entsetzen oder Ergötzen der Anwesenden. Anna Nicole Smiths peinlicher Auftritt vor zwei Jahren bei den "Australia Video Music Awards" in Sydney markierte den Anfang ihres Endes. Jetzt ist Anna Nicole Smith tot, gestorben an einer Mischung aus Tabletten, Alkohol und Lebensüberdruss. Und wie es scheint, ist sie nicht die Einzige, der dieser Teufelskreis zum Verhängnis werden könnte: Auch Britney Spears, einst als Vorzeige-Girlie und Pop-Prinzessin gefeiert, schlingert seit einiger Zeit auf einem ähnlich selbstzerstörerischen Kurs. Gerade ihr jüngster Aussetzer lässt Schlimmes befürchten: Droht ihr das gleiche Schicksal wie Anna Nicole?
Am Wochenende des 17./18. Februar lief Britney regelrecht Amok gegen sich selbst. In einem unscheinbaren Salon im San Fernando Valley rasierte sie sich Freitagnacht eigenhändig den Kopf kahl. "O mein Gott", erkannte sie bei einem Blick in den Spiegel, "meine Mutter wird das hassen." Flankiert von Dutzenden Paparazzi steuerte sie darauf ein Tattoo-Studio an und ließ sich an besonders empfindlichen Stellen zwei Motive stechen: einen Kussmund aufs Handgelenk und ein schwarz-weiß-pinkfarbenes Kreuz in die Leistengegend. Dabei schien noch kurz zuvor die Vernunft bei Britney Oberhand zu gewinnen. Auf der Karibikinsel Antigua hatte sie in Eric Claptons Entzugsklinik "Crossroads Center" eingecheckt. Doch dort hielt sie es keine 24 Stunden aus.
Und der Grund?
Was treibt das einstige Glamour-Girl in immer schlimmere Exzesse? "All das deutet auf einen Menschen hin, der sich verloren hat und auf der Suche ist", interpretiert Star-Psychologin Suzanne Lopez aus Hollywood das Verhalten der 25-Jährigen. Dass sie bei dieser Suche einfach nicht fündig wird, mag zum Teil an den Menschen in ihrer nächsten Umgebung liegen. Gerade die Männer haben sie immer wieder schwer enttäuscht. Fast jeder, das musste sie auf die harte Tour lernen, nutzt sie letztlich nur aus.
Auch der lange Zeit wichtigste Mann in ihrem Leben: Kevin Federline. Kaum war der Tänzer mit Superstar Brit verheiratet, betrog er sie, ließ sie häufig mit den beiden Söhnen Sean Preston, 17 Monate, und Jayden James, fünf Monate, alleine und finanzierte zu allem Überfluss sein ausschweifendes Leben mit ihrem Geld. Warum hielt Britney trotzdem lange an der Ehe mit ihm fest? Vielleicht, weil diese Beziehung ihr jenes Gefühl von Sicherheit gab, welches das so schnell vom Kinder- zum Superstar aufgestiegene Mädchen aus Louisiana so dringend brauchte. Ein Gefühl, das auch Anna Nicole Smith bei ihren Ehemännern fand. "Ich liebte ihn dafür, dass er für mich da war, sagte sie etwa nach dem Tod des greisen Öl-Milliardärs Howard Marshall III. Dass sie aber für die meisten Männer nur Mittel zum Zweck war, musste auch sie häufig erfahren.









Text empfehlen über:
Weitere Funktionen:
Newsletter abonnierenText drucken