Der Schmerz wühlt tief in der Magengrube, raubt Demi Moore jeden Appetit. Nach und nach schleicht sich jedoch ein weiteres Gefühl ein: Wut. Unendliche, verzweifelte Wut darüber, wie Noch-Ehemann Ashton Kutcher, seit über acht Jahren ihre große Liebe, sie behandelt hat. Wirklich alles hat Demi Moore für ihn gegeben: sich mit Sport, Diäten und Schönheitsoperationen kasteit. Ihn via Twitter angehimmelt, ihm ihre Seele und ihren Körper zu Füßen gelegt. Und immer wieder weggeschaut, wenn er zwischendurch ausbüxte. Einen 16 Jahre jüngeren, blendend aussehenden Kerl hat man nicht ewig für sich allein, das wusste Demi schon zu Beginn ihrer Beziehung - damals war Ashton gerade mal Mitte 20. Schon gar nicht in der gnadenlosen Traumfabrik, in der eine Frau spätestens ab 40 wegen jedem Fältchen und jeder Delle öffentlich mit Häme überschüttet wird
Doch dieses Wissen schützte Demi Moore nicht vor dem tiefen Gefühl des Verletztseins, das Ashtons letzte Eskapade bei ihr auslöste. Ausgerechnet an ihrem sechsten Hochzeitstag Ende September hatte er sich mit einem blonden, nicht sonderlich aufgeweckt wirkenden Partygirl vergnügt, glatte 26 Jahre knackiger als Demi. Ohne Verhütung, volles Risiko für sich und seine Ehefrau. Fast wirkte es sogar, als wolle er Demi mit diesem offensichtlichen Affront zu dem Schritt zwingen, den sie nun tat: "Sehr traurig und schweren Herzens habe ich mich entschlossen, die sechsjährige Ehe mit Ashton zu beenden", gab die Schauspielerin bekannt. Die Beziehung sei ihren persönlichen Werten, die ihr "heilig sind", nicht mehr gerecht geworden. Sie wolle ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen, so Demi.
Ashton Kutcher antwortete nur wenige Minuten später, gleichfalls über Twitter. "Ich werde die Zeit, die ich mit Demi verbracht habe, immer schätzen", schrieb er. Eine Ehe sei eine schwierige Sache, und manchmal gehe sie eben daneben. Nach großer Trauer hört sich das nicht an - eher nach Erleichterung, die Angelegenheit ohne große Umstände hinter sich gebracht zu haben. Auffällig: Auf die auch in Hollywood übliche Trennungs-Floskel "Wir werden Freunde bleiben" verzichteten beide demonstrativ. Was übersetzt so viel heißt wie: Uns werdet ihr nicht so schnell beim freundlichen Plauder-Date sehen. Hier ist, trotz Kabbala- Beratung und aller Rettungsversuche, nach vielen Kämpfen alles vorbei.
An Tag eins nach der Trennung zeigte sich Neu-Single Ashton gut gelaunt am Set seiner Serie, scherzte mit Fans und begrüßte seine gute alte Freundin, die Schauspielerin Laura Prepon, zum Coffee-to-Stay in seinem Luxus-Trailer. Business as usual. Als wäre nichts gewesen. Dabei war einmal so viel.
Ob Ashton Kutcher wirklich so glimpflich aus der Ehe davonkommt, wird sich zeigen. Demi Moore habe sich dazu entschlossen, eine Abfindung zu erstreiten, heißt es jetzt. Die könnte Ashton, falls der Ehevertrag des Paars nicht klar genug formuliert ist, teuer zu stehen kommen: Während Demi vor ihrer Verbindung deutlich mehr Geld besaß - 147 Millionen Dollar Vermögen, davon 50 Millionen Abfindung von Bruce Willis -, legte Ashton in den vergangenen sechs Jahren im Gegensatz zu ihr deutlich zu: Bis zu vier Millionen Dollar pro Jahr verdient er unter anderem durch geschickte Investitionen; für jede Folge der Kultserie "Two And A Half Men" streicht er rund 500 000 Dollar ein. Geld, das Demi eigentlich nie haben wollte, das jetzt aber helfen könnte, den Schmerz zu lindern.








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