Es gibt Dinge, die möchte man gar nicht so genau wissen. Weil sie dann untrennbar mit einer Sache oder einer Person verbunden sind und man sie nicht mehr aus dem Kopf bekommt. So ist es nun mit George Clooney, der gerade in einem Interview mit dem US-"Rolling Stone" im wahrsten Sinne des Wortes die Hosen runtergelassen hat.
Kostprobe gefällig? Wenn nicht, diesen Absatz bitte überspringen. Clooney beschreibt beispielsweise, wie er als Junge in der Turnstunde am Kletterseil seinen ersten Orgasmus hatte. "Es ist nichts rausgekommen, aber alle anderen Elemente eines Orgasmus’ waren da." Dann erzählt er, wie er als Katholik die Freuden der Selbstbefriedigung entdeckte, mit 16 seine Jungfräulichkeit verlor. Und dass er der Kuschel-Typ ist, die Löffelchenstellung mag, es sei denn, er würde gerade jemanden beim Sex "aufgabeln". Halt! Es geht noch weiter. Das Wort "Johnson" (Slang für Penis) bringe ihn zum Lachen, genauso wie Fürze. Und am Morgen habe er versucht, gleichzeitig zu pinkeln und Zähne zu putzen. Danach sei der Arzt zum Gesundheitscheck da gewesen, habe ihm literweise Blut ...
Too much information, George, das wäre wirklich nicht nötig gewesen. Aber dies ist ein Teil seiner Masche, die er sich zugelegt hat, um sein Privatleben zu schützen, um all die Neugierigen auf Abstand zu halten. Wie man charmant "Das geht Sie nichts an" sagt, zeigte Clooney auch bei der Pressekonferenz zu seinem neuen Film "Die Iden des März" in London. Was er an seinem Leben vermisse, wurde er gefragt. Seine Antwort: "Vieles. Ich werde einen 21-Jährigen adoptieren. Einen reichen 21-Jährigen." Und als draußen der Presslufthammer einer Baustelle zu laut wurde, hielt er sich die Hand vor den Magen und simulierte Magengrimmen.
Blödsinn, Faxen, Witze, auf Effekt gesetzte Statements - damit hat er die Lacher auf seiner Seite und lenkt von den eigentlichen Fragen ab. Warum ist meistens nach zwei Jahren Schluss mit seinen Frauen? Woher zaubert er so fix eine neue Partnerin aus der C-Liga herbei, wie jetzt Stacy Keibler? Wie geht er mit dem Älterwerden um? Gibt es Momente, in denen er es bereut, dass er keine Kinder hat? Kommt man in die Nähe dieser Themen, schrumpft der Clooney- Riese zum Phrasen-Zwerg. Das Wort Liebe kommt ihm nicht über die Lippen. Zum Thema Hochzeit und Kinder greift er auf seine Ehe mit Talia Balsam vor 20 Jahren zurück: "Hätte ich damals schon gewusst, dass ich kein Mann für die Ehe bin …" Seine Partnerinnen? Kein Kommentar. Wenn dann noch nicht Ruhe ist, steigt er in seinen Geschichten-Keller. Gern holt er dort die Senf-Story hervor. Senf misstraue er noch heute, weil sein Vater (oder sein Onkel, das variiert) ihm früher erzählt habe, dass man davon eine Herzattacke bekommen könnte.
Man sieht: George Clooneys Paraderolle ist George Clooney, der charmante Clown. Allein dafür hätte er 2012 den Oscar verdient. Er verkörpert alles, was zu einem Hollywood-Star gehört, besitzt weltmännische Eleganz, Smartness und einen lässigen Hauch von Erotik.








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