Der Geruch von Nikotin, Bier und altem Holz liegt in der Luft. Gerade mal zwei Dutzend Gäste haben sich an diesem regnerischen Oktoberabend in den "Good Mixer" verirrt. Jahrelang zählte die leicht heruntergekommene Eckkneipe im Herzen des Londoner Stadtteils Camden zu den Lieblingspubs von Amy Winehouse. Ihr zu Ehren prangt ein großes, handgemaltes Porträt an der Wand. Hier hing sie mit Freunden ab, spielte Poolbillard - und schaute meist viel zu tief ins Glas.
Zum Beispiel mit Damien, der die Soul-Diva vor fünf Jahren erstmals kennenlernte: "Amy liebte es, gemeinsam mit ganz normalen Leuten zu feiern", erinnert sich der Mann mit Dreitagebart während des Gesprächs mit Gala. Auch er ist geschockt über die Nachricht, die Stunden zuvor die Runde machte: Zum Zeitpunkt ihres Todes am 23. Juli 2011 hatte Amy Winehouse 4,16 Promille im Blut. Sie starb an einer Alkoholvergiftung und hat sich versehentlich zu Tode getrunken. "Das arme Mädchen! Es tut mir so unendlich leid für sie. Sie war dem Ruhm sowie dem Rummel um ihre Person nicht gewachsen und suchte wohl auch deshalb immer wieder
Halt im Trinken", sagt der 50-Jährige.
Auch im nur ein paar Gehminuten entfernten "The Hawley Arms", das ebenfalls zu Amys favorisierten Pubs zählte, gibt es an diesem Abend nur ein Thema. "Ich bin fassungslos über die Todesumstände - zumal es ja jetzt offiziell ist, dass sie seit Jahren clean war und keine harten Drogen mehr genommen hat", sagt Suzi, 36, die Amy persönlich kannte. "Sie war doch auf dem richtigen Weg und hatte schon viele Kämpfe gegen ihre Sucht gewonnen. Es ist alles furchtbar tragisch!" Wie tragisch, war nachmittags bei der Anhörung im Londoner St. Pancras Coroners Court über die wahre Todesursache von Amy Winehouse ans Licht gekommen.
Ihr plötzlicher Tod sei die "nicht beabsichtigte Konsequenz" ihres Alkoholkonsums gewesen, erklärte die zuständige Untersuchungsrichterin Suzanne Greenway, während Amys Eltern im Gerichtssaal immer wieder in Tränen ausbrachen. Auch Christina Romete, Winehouse’ langjährige Ärztin, kam zu Wort. Die Medizinerin betonte, dass ihre Patientin bereits seit Ende 2008 frei von harten Drogen war. Zudem hatte sie vor dem 23. Juli fast drei Wochen keinen Tropfen Alkohol mehr getrunken, dafür aber Medikamente gegen die Folgen des Entzugs eingenommen. Die Zeichen, dass es Amy diesmal tatsächlich schaffen könnte, dauerhaft trocken zu werden, standen so gut wie nie. Bis es zum folgenschweren Rückfall kam.








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