Dumm gelaufen, die Sache mit den Tigern. Als der französische Playboy Thomas Leclercq vor zwei Wochen eine Party in St. Tropez schmiss, sollten eigentlich zwei Raubkatzen zwischen den 500 Gästen herumstreunen. Doch die Tiere wirkten so nervös - oder hungrig -, dass er sie vorsichtshalber doch in einen Käfig sperren ließ. Leclercq wird darüber nicht erfreut gewesen sein.
Wenn man in St. Tropez Aufsehen erregen will, reicht es schließlich nicht, ein paar Flaschen Rosé und Oliven auf den Tisch zu stellen. Man muss schon zu härteren Bandagen greifen, wie etwa der brasilianische Geschäftsmann Wilson Borges. Nicht wirklich kreativ, aber mindestens so dekadent wie Leclercq, schaffte er es, am selben Wochenende im "VIP Room" mehr als eine Million Euro für Champagner auf den Kopf zu hauen. So ungeniert wie an der Côte d'Azur in diesem Sommer werden Reichtum und Hedonismus wohl nirgendwo gefeiert.
Mittendrin: Stars wie Lady GaGa, Elton John, Wayne Rooney, Beyoncé, Catherine Zeta-Jones, Naomi Campbell, Bar Refaeli, Jerry Hall und Hugh Jackman; dazu Society-Ladys wie Denise Rich und Ivana Trump und Investoren wie Nicolas Berggruen. Paris Hilton ("St. Tropez ist mein liebster Ort der Welt!") stellte ihre neue Single vor. Und ganz unironisch tanzt der internationale Jetset zum diesjährigen Sommerhit "Welcome To St. Tropez" des Schweizer DJs Antoine.
"Wir haben zu viel Geld auf dem Konto und wir geben es an einem Tag aus. Hier gibt es nichts, was man nicht kaufen kann, Dolce, Gucci und Louis V", singt der russische Rapper Timati. Das Video zeigt tätowierte Männer mit dicken Autos und großen Jachten, während Frauen mit Schlauchbootlippen und Silikonbrüsten willig mit dem Hintern wackeln.
Die gerade mal 5600 Einwohner von St. Tropez ertragen solch grelle Darstellungen ihres Ortes stoisch. Wissen sie doch, dass Mitte September der ganze Spuk vorbei ist und das Fischerdorf wieder in einen achtmonatigen Dornröschenschlaf fallen wird. Für Glückliche wie Johnny Depp und Vanessa Paradis, Bono und Mario Adorf, die Villen in der Nähe besitzen, entfaltet sich erst dann die ganze Schönheit der Region. Andere mögen literweise Cristal- Champagner brauchen - sie können sich allein am goldenen Licht der Côte d'Azur berauschen, am Glitzern des Mittelmeers und am würzigen Duft der Pinien.
Zum Hafen fahren sie, um nachmittags im "Sénéquier" zu sitzen, Café Granité zu trinken und im "Figaro" zu blättern. Jetzt im August ist der Weg ins dekadenteste Dorf der Welt mühsam. Ganz Frankreich hat Ferien, und auf der einzigen (einspurigen) Straße, die St. Tropez mit dem Umland verbindet, ist immer Stau.









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