Tränen verboten! Ein ungewöhnliches Motto für eine Trauerfeier. Doch Mitch Winehouse hatte es den Gästen in Amys Londoner Lieblingsclub "Jazz After Dark" eingebläut, und so feierten 60 Freunde, unter ihnen Amys letzter Lover Reg Traviss und Kelly Osbourne, möglichst tränenlos, während Mitch Winehouse Songs von Amys Album "Back To Black" sang ...

Ein Abschied, wie er Amy gefallen hätte? Vielleicht. Doch auf neutrale Beobachter wirken die Ereignisse dieser Tage wie ein Ausverkauf. Kein Mikro, keine Kamera lässt Mitch Winehouse aus, um "das Erbe meiner Tochter hochzuhalten". Er betont, wie glücklich sie zuletzt gewesen sei. Dass sie im Juni auf einer serbischen Bühne wie ein menschliches Wrack aussah, blendet er aus, sagt lieber, sie sei "voller Liebe" gewesen. Dazu passt scheinbar das jüngste, inzwischen dementierte Gerücht, Amy habe Dannika adoptieren wollen, ein zehnjähriges Mädchen, das sie während ihrer Auszeit auf St. Lucia kennengelernt hatte. "Ich nannte sie Mama, sie nannte mich ihre Tochter", zitiert der "Mirror" Dannika.

Unsterbliches Profil: Amy Winehouse (1983 2011)
Unsterbliches Profil: Amy Winehouse (1983 - 2011)
(Foto: © Getty Images)

Überhaupt hat plötzlich jeder etwas mitzuteilen. Pete Doherty bekundet "ein schlechtes Gewissen", weil er mit Amy Drogen nahm. Dass er von einem britischen Blatt 4.500 Pfund Honorar für dieses Interview forderte und auch bekam, bereitet ihm keine Skrupel. Und Amys Ex-Ehemann Blake Fielder-Civil will in einer von Mitch Winehouse vorangetriebenen TV-Doku alles über den gemeinsamen Drogenkonsum und das Liebesleben ausplaudern. Mit Hochdruck wird außerdem an der Veröffentlichung bisher unbekannter Songs gebastelt. Produzent Salaam Remi bestätigte, dass Amy bis zuletzt an einem dritten Album gearbeitet habe.

"Der Kult um Amy Winehouse könnte ihr Vermögen posthum auf 60 Millionen Pfund anwachsen lassen", prognostizierte ein Finanzexperte, nachdem "Back To Black" in 17 Ländern an die Spitze der iTunes-Charts geschossen war. Amys offizielles Vermögen, 15 Millionen Pfund, fällt ihren Eltern Mitch und Janis zu. Ein Lichtblick: Die beiden kündigten an, eine Stiftung für Drogenabhängige gründen zu wollen. "Ruhe in Frieden, großartiges Mädchen", schrieb Kolumnistin Julie Burchill in der "Sun" nach Amys tragischem Tod. Es klingt wie eine Mahnung an die Hinterbliebenen.

S. Richter, R. Rödermund

Schiva heißt die jüdische Trauerwoche, die normalerweise von Gebeten bestimmt wird. Amys Vater Mitch Winehouse trauert anders: Vor ihrem Haus in London spricht er lächelnd mit Fans, betrachtet Plakate und verschenkt Kleidung seiner Tochter.
Schiv'a heißt die jüdische Trauerwoche, die normalerweise von Gebeten bestimmt wird. Amys Vater Mitch Winehouse trauert anders: Vor ihrem Haus in London spricht er lächelnd mit Fans, betrachtet Plakate und verschenkt Kleidung seiner Tochter.
(Foto: © Bulls Press)



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