Hat er sich vielleicht vom Streikfieber anstecken lassen, das derzeit unter seinen Nachbarn in Hollywood grassiert? Vorigen Freitag erklärte Robbie Williams' Manager Tim Clark überraschend, sein Schützling werde aus Protest gegen die Plattenfirma EMI das nächste Album zurückhalten. Ursprünglich sollte das Werk im September 2008 erscheinen.

Mit dieser Aktion, so Clark weiter, wolle der Sänger gegen EMIs rigide Arbeitsmarktpolitik ins Feld ziehen. Robbies Kritik richte sich jedoch vor allem gegen Guy Hands, den neuen Chef der Firma. Der, so nörgelte Clark stellvertretend, benehme sich wie ein "Plantagenbesitzer" und verstehe nichts vom Musikgeschäft.

Das könnte Hands nun teuer zu stehen kommen: Angesichts sinkender CD-Verkäufe befindet sich der Aktienkurs des Unternehmens mittlerweile auf Talfahrt - und er in Bedrängnis. Zumal auch die Band Coldplay überlege, so gab deren Manager David Holmes gerade bekannt, das nächste Album gemäß Robbies Beispiel zurückzuhalten. Auch Kylie Minogue denkt angesichts der schleppenden Verkäufe ihres Comeback-Werkes "X" über einen Wechsel nach. Andere Stars wie Paul McCartney und Radiohead hatten EMI schon im vorigen Jahr den Rücken gekehrt.

Einen ähnlichen Weg wie Radiohead will nun auch Robbie Williams einschlagen. Die Band veröffentlichte ihr letztes Album "In Rainbows" nach dem EMI-Ausstieg zuerst im Internet, später als CD bei einem kleineren Label. Auch Robbie plane, so schreibt die britische "Times", einen Teil seines neuen Albums zum Herunterladen auf seine Webside zu stellen. Seine Fans dürfen also weiter hoffen - wenn auch nicht auf Live-Auftritte ihres Idols. "2008 werde ich definitiv nicht auf Tour gehen", verkündete der 33-Jährige gerade, das sei zu stressig. Außerdem, so schrieb Robbie kürzlich in seinem Blog, habe er über Weihnachten derart üppig geschlemmt, dass er nicht mehr in seine Popstar-Hosen passe. Viel lieber als im Tourbus durch die Gegend zu gondeln, so heißt es aus seinem Umfeld, fahre Robbie mit seiner Freundin, der Schauspielerin Ayda Field, 28, in Urlaub. Oder fröne seinem neuen Lieblings-Hobby Darts. Bleibt zu hoffen, dass er mit seiner Streik-Aktion ebenfalls ins Schwarze trifft.

Martina Ochs


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