Fast hätte er den Kampf gegen seine inneren Dämonen verloren. Als Jonathan Rhys Meyers vergangene Woche nach einer Überdosis Tabletten mit Blaulicht in eine Londoner Klinik gefahren wurde, hing sein Leben am seidenen Faden: Sanitäter hatten den 33-Jährigen - der schon jahrelang unter starken Depressionen und Alkoholsucht leidet - nach einem Notruf auf dem Fußboden seines Apartments im noblen Bezirk Maida Vale gefunden. "Es ist sehr traurig", bestätigte ein Insider gegenüber der Zeitung "The Sun", "nach Meinung der Anwesenden wollte er sich das Leben nehmen."
Scotland Yard nannte keinen Namen, bestätigte später aber, einen Mann ins Krankenhaus gebracht zu haben, nachdem dieser sich mehr als eine halbe Stunde gegen die Rettungshelfer gewehrt hatte. "Er hatte einen Rückfall, aber er wollte keinen Selbstmord begehen", versuchte ein Bekannter des Schauspielers gegenüber dem US-Magazin "People" zu beschwichtigen.
Noch Anfang Juni hatte der "Tudors"-Star in einer High-Class- Entzugsklinik in Südafrika seinen inzwischen fünften erfolglosen Versuch unternommen, clean zu werden. Dass er nun nach seiner TablettenÜberdosis gleich am nächsten Tag ohne intensive psychologische Nachbetreuung nach Hause geschickt wurde, spricht vielleicht gegen einen Selbstmordversuch.
Doch wenn man so will, wirkt das ganze Leben von Jonathan Rhys Meyers wie ein einziger Rückfall: Er ist der älteste von vier Brüdern, kam in Dublin mit einem Herzfehler auf die Welt, wurde notgetauft. Sein Vater John verließ die Familie, als Jonathan drei Jahre alt war.
Als Schüler hing er auf der Straße ab, kiffte und flog immer wieder von der Schule - bis er mit 15 beim Billard in einem Spielcenter in Cork entdeckt wurde. Nach einem viel gerühmten Filmauftritt als David Bowie in "Velvet Goldmine" spielte er sich dann mit "Kick It Like Beckham" und Woody Allens "Match Point" nach oben. Der Regisseur schwärmte über ihn: "Intensiv, glühend, voller Zerrissenheit und Leidenschaft!" Überirdisch - und überfordert.









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