Kristen Stewart kommt in die Suite des Berliner "Regent"-Hotels geschlurft, schaut sich argwöhnisch um und ringt sich ein "Hi" ab, während sie ihr Gegenüber aus grünen Augen fixiert. Mit dieser dunklen, rauchigen Stimme wirkt das zarte Persönchen wie eine weise Frau im Körper einer Göre. Das Jeanshemd weit aufgeknöpft, fläzt sie sich in den Sessel.
Ihre Alabasterhaut verleiht der Zwanzigjährigen einen feenhaften Schimmer - ein Kontrast zu den unsauber schwarzlackierten Nägeln und den vielen Silberringen an den Händen. Besonders auffällig ist der am Mittelfinger: ein Löffelstiel, den Stewart unruhig hin- und herdreht. Vollständige Sätze zu formulieren fällt ihr schwer, sie stockt immer wieder, überlegt, beginnt von Neuem. Kristen Stewart, derzeit der angesagteste weibliche Jungstar, ringt nach Worten.
Erstaunlich! "KStew" ist als Tochter eines TV-Produzenten und einer Drehbuchautorin an Filmsets groß geworden, drehte mit neun einen Porsche-Werbespot, beeindruckte mit elf im Psychothriller "Panic Room" als Tochter von Jodie Foster und gilt seit dem "Twilight"-Hype als Hollywood-Wunderkind. Und trotzdem mag sie den "Zirkus", wie sie es nennt, nicht sonderlich. Ausgerechnet ihr als Schauspielerin ist das öffentliche Interesse ein Graus.
Dass sie und ihre "Twilight"-Kollegen – Freund Robert Pattinson und Kumpel Taylor Lautner – eine Hysterie auslösen, die es seit den Beatles nicht mehr gab, ist ihr unverständlich. "Manchmal wird es mir zu viel, wenn ich mich vor vielen Leuten präsentieren muss. Oft könnte ich heulen. Eine körperliche Reaktion auf die Energie, die mir entgegenschlägt", erklärt sie. Dabei scheint sie ihre Füße hypnotisieren zu wollen und knetet mit der rechten Hand die Halskette, an der ein Kreuz baumelt. "Ich bin keine leichtherzige Person, deshalb denkt man schnell von mir, dass ich schüchtern bin oder mich nicht wohlfühle. Aber ich kenne niemanden, dem das alles mehr bedeutet, verdammt noch mal", raunzt sie so bockig, dass man einen Fußstampfer erwartet.










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