Starporträt

Siegfried Fischbacher

78 Jahre

Auf einem Schiff fing alles an… Siegfried Fischbacher wurde zu einem der besten Zauberer der Welt und gefeierter Hälfte des Magier-Duos Siegfried und Roy

  • Geboren , Rosenheim, Deutschland
  • VornameSiegfried
  • Name Fischbacher
  • Grösse -
  • Sternzeichen Zwillinge

Biografie von Siegfried Fischbacher

Die Welt und auch er selbst kennen Siegfried Fischerbacher eigentlich nur als Teil eines Duos: Siegfried und Roy, Magier des Jahrhunderts.

Schicksalhafte Begegnung auf der TS Bremen

Als Kind war Magie für Siegfried der Weg zur Aufmerksamkeit seines Vaters, der nach der Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft zum Alkoholiker geworden war. “Das erste Mal, dass ich meinem Vater einen Zaubertrick zeigte, war das erste Mal, das er mich wahrnahm, so schien es. Er sagte, ‘Wie hast Du das gemacht?’ Diese fünf Worte von meinem Vater – endlich nahm er mich wahr!” Siegfried heuerte als Steward auf der TS Bremen an, wo er mit seinen Zauberkunststücken erst die Besatzung und dann auf Aufforderung hin auch die Passagiere unterhielt. Roy Uwe Ludwig Horn war ein Page auf der TS Bremen mit einem Händchen für Tiere. Er schlug Siegfried vor, statt eines Kaninchens einen Geparden verschwinden zu lassen, den er aus dem Zoo, in dem er früher geholfen hatte, auf die TS Bremen schmuggelte. Der Trick war ein Erfolg und das weltberühmte Duo Siegfried + Roy war geboren. Nach einigen Auftritten in Nachtclubs in ganz Europa zauberten die beiden 1966 vor Grace Kelly, Prinzessin von Monaco. Damit erreichten sie ihren internationalen Durchbruch.

Siegfried und Roy im “Mirage”

Vier Jahre später unterschrieben Siegfried und Roy einen Vertrag in Las Vegas und traten im MGM Grand Hotel auf. Hier fügten sie auch immer mehr exotische Tiere zu ihrer Show hinzu. 1976 überreichte Cary Grant dem Duo den Titel “Magier des Jahres”, verliehen von der amerikanischen Zauberer- und Magierakademie. Tatsächlich waren diese Shows überwältigende Ausflüge in magische Reiche der Fantasie. Legionen von Tänzern und exotischen Tieren verliehen Geschichten von Drachen und bösen Zauberinnen Farbe – Leben hauchten ihnen die beiden Magier selbst ein. 1988 erhielten sie den Preis “Magier des Jahres” vom Magischen Zirkel von Deutschland, 2004 aber verlieh ihnen dieser Zirkel den Titel “Magier des Jahrhunderts” – sie sind die ersten und einzigen, die diese Auszeichnung tragen. Zwei der nur sieben bisher verliehenen Kalanag-Ringe – höchste magische Ehrung – gingen an Siegfried und Roy.

1987 unterschrieben sie einen wahrhaft zweier Zauberer würdigen Vertrag. Sie würden im neuen Hotel “Mirage” auftreten, ein Mindestgehalt von 57,5 Millionen Dollar über fünf Jahre erhalten, ein 40 Millionen Dollar-Theater für ihre Show und ein Biotop für ihre exotischen Tiere. Sie züchteten weiße Königstiger, von denen sie einige auch für ihre Shows dressierten. Seit 1982 haben sich schon über 30 weiße Tiger gezüchtet, darunter die einzigen fünf rein-weißen Tiger der Welt. 2001 unterschrieben Siegfried + Roy einen lebenslangen Vertrag für Shows im “Mirage”.

Ein Tiger, der alles veränderte

Mit eben diesen weißen Tigern geschah dann allerdings, was Siegfried schon sein Leben lang gefürchtet hatte: 2003 wurde Roy von dem Tiger Montecore verletzt, der ihn von der Bühne schleppen wollte, nachdem Roy einen Schlaganfall erlitten hatte. Roy überlebte, wurde aber teilweise gelähmt, und die Bühnenzeit der beiden Magier des Jahrhunderts kam zu einem abrupten Ende. Gemeinsam wohnen sie nun auf ihrem Anwesen Klein-Bayern in der Nähe von Las Vegas – gemeinsam, aber in getrennten Häusern. Darüber, ob Siegfried + Roy auch romantisch ein Paar sind, wurde lange spekuliert. In ihrer Autobiographie erfolgte schließlich das Outing, das allerdings so gar niemanden mehr überraschte… Inzwischen hat die Beziehung sich nach eigenen Angaben in eine Freundschaft gewandelt, die Siegfried + Roy aber wohl bis ans Ende ihrer Tage zusammenhalten wird. Ob nun Liebespaar oder nicht, seit mehr als einem halben Jahrhundert schon sind die beiden Magier unzertrennlich. “Mir war nie klar, dass ich ein guter Zauberer war, bis ich Roy traf. Ich habe immer versucht, gut zu sein, aber ich wusste es nie sicher bis wir ein Team wurden.”