Starporträt

Roy

73 Jahre

Wo alle Träume wahr werden… Roy Horn ist weltbekannt als Teil des Magier-Duos Siegfried und Roy - die mit den weißen Königstigern

  • Geboren , Nordenham, Deutschland
  • VornameUwe Ludwig
  • Name Horn
  • Grösse -
  • Sternzeichen Waage

Biografie von Roy

Der mit den Tigern tanzte… bis zu seinem schweren Unfall auf der Bühne zauberte Roy Uwe Ludwig Horn sich als tieraffine Hälfte des Duos Siegfried und Roy an die magische Weltspitze.

Auf der TS Bremen fing alles an

Als Roys Vater zu trinken begann, um den Verlust seines Vermögens vergessen zu können, halfen Tiere Roy durch seine schwere Kindheit, allen voran sein Hund “Hexe”. Im nahegelegenen Zoo beschäftigte sich der Junge schon früh auch mit exotischen Tieren, und half bei der Fütterung und beim Ausmisten. Mit 13 heuerte Roy auf der TS Bremen als Page an. Als er Siegfried Fischerbachs erste Zauberkunststücke sah – Siegfried arbeitete als Steward auf der TS Bremen, unterhielt aber bald die Passagiere zusätzlich mit Zaubertricks – schlug er ihm vor, statt eines Kaninchens einen Gepard verschwinden zu lassen, den er aus dem Zoo, in dem er als Kind so oft war, auf das Schiff schmuggelte. Damit begann eine lebenslange Partnerschaft und Karriere: Das weltberühmte Duo Siegfried + Roy war geboren. Nach einigen Auftritten in Nachtclubs in ganz Europa zauberten die beiden 1966 vor Grace Kelly, Prinzessin von Monaco, was für ihren internationalen Durchbruch sorgte.

Siegfried + Roy: Magier des Jahrhunderts

1970 unterschrieben Siegfried und Roy einen Vertrag, der ihnen Auftritte im MGM Grand Hotel in Las Vegas garantierte. Roy sorgte dafür, dass immer mehr exotische Tiere in die Show eingebunden wurden. Sechs Jahre später erhielten Siegfried + Roy den Titel “Magier des Jahres” der amerikanischen Zauberer- und Magierakademie, verliehen von Cary Grant. 1987 folgte ein großzügiger Vertrag, der ihnen neben einem eigenen Theater im “Mirage” in Las Vegas auch ein Habitat für die Tiger, Löwen, Panther und Schneeleoparden zusicherte. 1988 erhielten Siegfried und Roy den Preis “Magier des Jahres” vom Magischen Zirkel von Deutschland, 2004 aber verlieh ihnen dieser Zirkel eine einzigartige Ehrung. Siegfried und Roy tragen als einzige Zauberer der Welt den Titel “Magier des Jahrhunderts”. Auch zwei der nur sieben bisher verliehenen Kalanag-Ringe – höchste magische Ehrung – gingen an das Magier-Duo.

Unzertrennlich auf der Bühne und im Leben

Ihre aufwendigen Shows waren wahrhaft magisch. Getragen von dem einmaligen Talent und der untrennbaren Zusammenarbeit der beiden Zauberer wurden die Zuschauer in ein spektakuläres Reich der Träume entführt, verstärkt noch durch die zahlreichen fantasievoll kostümierten Tänzer und die exotischen Tiere. In der Londoner Zeitung “The Guardian” wurde die Show etwas abschätzig als “eine Entschuldigung für zwei sagenhaft reiche schwule Deutsche, Nacht für Nacht für Nacht ihre wildesten Fantasien auszuleben” bezeichnet. In der ganzen Welt als Schwulen-Ikonen betrachtet und teilweise gefeiert, schwiegen Siegfried + Roy sich die längste Zeit über ihre Sexualität und ihre Beziehung zueinander aus. Erst in ihrer Autobiografie rückten sie mit dem Outing heraus. Inzwischen hat die Beziehung sich nach eigenen Angaben in eine Freundschaft gewandelt, an ihrer Unzertrennlichkeit ändert das aber nichts.

Unfall des Tigerflüsterers

An seinem Geburtstag, dem 3. Oktober 2003 geschah das Unglück. Roy erlitt auf der Bühne einen Schlaganfall und der weiße Tiger Montecore – so erzählt Roy selbst die Geschichte – versuchte, den Magier wie einen Tigerwelpen am Genick von der Bühne zu tragen. Dabei wurde Roy verletzt und ist bis heute teilweise leicht gelähmt. Was häufig als Angriff des Tigers beschrieben wurde, war wohl keiner, wie Roy klarstellt: “Er hat mich niemals attackiert. Wenn ein Tiger dich angreift, ist das das Ende.”

Roy überlebte, aber die Bühnenkarriere des berühmtesten Zaubererpaars war damit zu Ende. Im Februar 2009 setzten die beiden mit einer zehnminütigen Show, an der auch Montecore teilnahm, noch einen selbstbestimmten Schlussstrich. Das war das letzte Mal, dass Siegfried und Roy auf der Bühne zu sehen waren. Roys Lebenswillen und glückerfüllter Sicht auf die Welt tat sein Unfall eindrucksvollerweise keinen Abbruch.