Quentin Tarantino | GALA.DE
STARPORTRÄT

Quentin Tarantino

Seine blutigen Rache-Epen machen Quentin Tarantino zu einem Regisseur, an dem sich die Geister scheiden. Privat soll der Bad Boy aber ganz lieb sein

Bekannt als Quentin Tarantino
Vorname Quentin Jerome
Name Tarantino
Geburtstag 27. März 1963
Alter 51 Jahre
Geburtsort USA / Tennessee / Knoxville
Größe 1,85 m
Sternzeichen Widder

Was Sie wissen sollten - Biografie

Eine 16-jährige Mutter, ein 21-jähriger Vater, der Jura studiert und von einer Schauspielkarriere träumt - zu Beginn seines Lebens hätte man den kleinen Quentin 30 Jahre später in einem Trailerpark vermutet. In gewisser Weise ist er da auch gelandet, sein Trailer steht heutzutage aber in der Regel im Bereich eines großen Filmsets und Catering gehört auch dazu. Der Junge, der in Los Angeles aufwuchs und nach einem Filmcharakter von Burt Reynolds benannt wurde (Quint in "Gunsmoke"), hat sich zu einem der eigenwilligsten Regisseure unserer Zeit entwickelt.

22 Jahre alt soll er gewesen sein, als er mit einem Thekenjob in einem Videoverleih begann. Ein perfekter Ort, um stunden-, nächte-, tagelang über Filme zu diskutieren. Ein Jahr später schrieb und drehte er an seinem ersten eigenen Film, der allerdings niemals fertig wurde. Er steckte seine Zeit dann nämlich ins Drehbuch für "True Romance", das fast zehn Jahre später, 1993, tatsächlich verfilmt und bejubelt wurde. Auch das Script für "Natural Born Killers" wurde noch in den Achtzigern fertig und verkauft - auch wenn Tarantino sich später mit Regisseur Oliver Stone über die Umsetzung des Stoffes stritt.

Doch Tarantino ist ja nicht nur Filmliebhaber, Schreiber und Regisseur - nein, auch als Schauspieler war er aktiv. Erstmal jedoch nur auf dem Papier, denn die ersten Rollen in seinem Lebenslauf für Bewerbungen waren pure Erfindung. Zum Schauspielunterricht ging er jedoch ganz brav. Mit 16 Jahren hatte er die Highschool verlassen und war bei einer Theatergruppe in die Ausbildung gegangen. Anfang der Neunziger sah man Tarantino beispielweise in der TV-Serie "Golden Girls" als Elvis-Imitator.

Filme machen blieb jedoch Tarantinos Weg in Hollywoods Olymp. Sein drittes Drehbuch, "Reservoir Dogs", wollte er selbst umsetzen - für wenig Geld und in Schwarzweiß. Auf dem Sundance Filmfestival 1991 drehte er ein paar Szenen mit Steve Buscemi und sich selbst und fand so schnell weitere Geldgeber. Auf dem Folgefestival 1992 konnte er den fertigen Film präsentieren. Die Promoreise zu weiteren Festivals war erfolgreich. Durch Tarantinos Kopf jedoch geisterte schon das nächste Projekt: "Pulp Fiction". 1994 gewann er mit diesem Film, vier magischen Geschichten über Gewalt und Erlösung mit Stars wie Samuel L. Jackson, Uma Thurman, John Travolta und Bruce Willis, die Goldene Palme in Cannes. Der Film spielte mehr als 100 Millionen Dollar ein, wurde für zahlreiche weitere Preise nominiert und letztlich mit einem Oscar für das beste Original-Drehbuch belohnt. Aufstieg in die Adelskreise gelungen.

Der Rest ist Geschichten - große Geschichten über Liebe, Hass, Verrat und das menschliche Durchhaltevermögen wie "Jackie Brown" und "Kill Bill". Kein Tarantino-Film ist komplett ohne einen Griff tief in die Filmzitate-Kiste, eine große Portion schwarzen Humors und ein ordentliches Blutbad, das kaum einer so ästhetisch umsetzen kann wie er. Seine Freundschaft und die zahlreichen Kollaborationen mit Genre-Kollege Robert Rodriguez lässt die beiden manchmal wie den fiesen, aber extrem coolen Gegenentwurf zu Ben Affleck und Matt Damon wirken. Wie lange noch? Nicht ewig. In einem Interview im Jahr 2005 sprach Tarantino über seine Zukunftspläne: "Ich hoffe, ich mache noch mindestens 15 Jahre lang Filme für euch. Aber ich werde nicht einer von diesen alten Regisseuren sein, der immer noch einen weiteren rausrotzen. Ich möchte später ein eigenes Kino haben, in irgendeiner kleinen Stadt. Das werde ich leiten - und der verrückte alte Filmtyp sein." Glauben wir sofort, Mr. Brown.

Autorin: Claudia Fudeus