Starporträt

Pedro Almodóvar

68 Jahre

Turbulent, schillernd, schockierend, wahnsinnig – Pedro Almodóvars Filme begeistern und polarisieren

  • Geboren , Calzada de Calatrava, Spanien
  • VornamePedro
  • Name Almodóvar Caballero
  • Grösse 1.77 m
  • Sternzeichen Waage

Biografie von Pedro Almodóvar

Einen filminteressierten Jungen, der in der spanischen Franco-Ära aufgewachsen ist, zog es in die endlosen Nächte Madrids, die einen avantgardistischen international bekannten Regisseur und Drehbuchautor aus ihm machten: .

Der Mann von La Mancha

In der gleichen Gegend geboren, aus der auch schon Don Quichotte auszog, gehört Pedro Almodóvar zu den bekanntesten und phantasiereichsten Filmregisseuren Spaniens. Der kleine Pedro musste katholische Schulen aufsuchen, erst lernte er bei den Salesianern, dann bei Franziskanermönchen. Der der Kirche gegenüber eh schon sehr kritisch eingestellte Junge rebellierte heftig gegen diese Welt und lehnte sich gegen die katholischen Moralvorstellungen auf. Ein Schlüsselerlebnis für ihn stellte "Die Katze auf dem heißen Blechdach", eine Tennessee Williams-Verfilmung, dar. Was für die Kirche ein Werk des Teufels war, zeigte Pedro Almodóvar eine Heimat: "Ich sagte mir: Zu dieser Welt der Sünde und der Entartung gehöre ich auch". Mit 16 zog es den mittellosen Filmliebhaber nach Madrid, wo er sich unter anderem als Comicschreiber, Schauspieler und Kurzfilmer über Wasser hielt.

Auf eine Filmhochschule konnte er nicht gehen, da der Diktator Franco sie alle hatte schließen lassen. Schlussendlich nahm Pedro einen Job bei einer spanischen Telefongesellschaft an. Seine gesamte Freizeit verwandte er auf Drehbücher und Kurzfilme, sein Gehalt sparte er für eine Super Eight-Kamera. Pedros reiche Gedankenwelt, seine Rebellion, sprühende Phantasie und nicht zuletzt Homosexualität brachten ihm viele Freunde im turbulenten Nachtleben Madrids. "Ich hatte zwei wichtige Schulen im Leben – meiner Mutter und den Frauen in La Mancha beim Geschichtenerzählen zuhören war die eine. Die andere, das waren die endlosen Nächte in Madrid. Dort gab es Sex, Drugs and Rock'n'Roll in rauen Mengen. Es war ein wenig wie die Factory von Warhol".

Bestaunt, verehrt, gefeiert – die Erfolge des Pedro Almodóvar

Nach dem Tod Francos lebte die spanische Filmkultur wieder auf, schriller, ausgelassener und leidenschaftlicher als je zuvor. Mit seinen ersten Kurzfilmen stieg Almodóvar zu einer bekannten Persönlichkeit in dieser "La Movida Madrileña" auf, mit seinem ersten Spielfilm "Pepi, Luci, Bom und der Rest der Bande" gelang ihm 1980 der nationale Durchbruch und die Erregung internationaler Aufmerksamkeit – allerdings feiert ihn bis heute sein Heimatland deutlich weniger als der Rest der Welt. Endgültig international einen Namen machte Pedro Almodóvar sich 1988 mit "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs". Bereits 1985 hatte Pedro zusammen mit seinem Bruder Agustín Almodóvar die Filmgesellschaft "El Deseo" gegründet, mit der er alle seine folgenden Filme produzieren sollte, darunter:

  • "Fessle mich!" (1990)
  • "Live Flesh – Mit Haut und Haar" (1997)
  • "Alles über meine Mutter" (1999)
  • "Sprich mit ihr" (2002)
  • "Volver – Zurückkehren" (2006)
  • "Die Haut, in der ich wohne" (2011)
  • "Julieta" (2016)

Die Anerkennung, die Almodóvar für seine farbenfrohen Filme über Leidenschaft und das (Un-)Menschliche im Wahnsinn jeden Tages zufällt, drückt sich auch in Filmpreisen aus: Für "Alles über meine Mutter" erhielt er 1999 unter anderem den Oscar in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film". Aber auch für seine anderen Filme finden sich zahlreiche Goyas und Europäische Filmpreise, sowie ein Teddy Award, eine Goldene Palme, ein Golden Globe, ein Prinz-von-Asturien-Preis und viele weitere in seiner Trophäensammlung – von den unzähligen Nominierungen ganz zu schweigen. Sein privates Glück ließ sich mit der beruflichen Leidenschaft verbinden. Seit 2002 ist Pedro mit dem Schauspieler und Fotografen Fernando Iglesias zusammen.