Starporträt

Norah Jones

Norah Jones ist Musik durch und durch. Keine Masche, kein Gehabe - sie will einfach nur Songs machen. Ihre Ausbildung begann auf Mamas Beifahrersitz

Bekannt als Norah Jones
Vorname Geethali Norah
Name Jones Shankar
Geburtstag 30. März 1979
Alter 35 Jahre
Geburtsort USA / New York / Brooklyn
Größe 1,56 m
Sternzeichen Widder

Was Sie wissen sollten - Biografie

Norah Jones scheint etwas in die Wiege gelegt bekommen zu haben, als sie am 30. März 1979 das Licht der Welt in New York erblickte: Musikalität. Schließlich ist ihr Vater, Ravi Shankar, einer der bekanntesten indischen Sitar-Virtuosen der Welt. Doch mit indischen Klängen hat sie bis heute nicht viel am Hut.
Liegt vielleicht auch daran, dass sie zusammen mit ihrer Mutter in einem kleinen Städtchen namens Grapevine in Texas aufgewachsen ist. Ihren Vater hat sie erst im Alter von 18 Jahren kennengelernt. Blues, Country und Jazz - die Musik der US-Südstaaten - sind ihre musikalischen Wurzeln, die sie in ihren späteren Alben zu einer Einheit verschmelzen lässt.

Ihre musikalische Ausbildung begann im Auto. Gar nicht ungewöhnlich, denn in Texas muss man häufig weite Strecken zurücklegen. Während langer Fahrten auf dem Beifahrersitz von Mamas Honda lernte Klein-Norah so also Billie Holiday, Bill Evans und auch Country-Legenden wie Hank Williams, Willie Nelson und Dolly Parton kennen. Später hinterm Steuer ihres 1971er Cadillac Sedan DeVille lauschte sie dann vor allem Jazz aus dem College-Radio, während sie durch die weite Landschaft glitt. Außerdem sang sie schon als kleiner Stöpsel im Kirchenchor und lernte Klavier. Diese Kenntnisse vertiefte sie dann - vor allem was den Jazz betrifft - in der "Dallas Booker T. Washington High School for the Performing an Visual Arts". Bereits als Schülerin räumte sie sämtliche "Down Beat Jazz"-Auszeichnungen ab. Und schrieb sich für das Fach Jazzklavier an der "University of North Texas" ein. Doch wirklich lange blieb sie nicht - ihre Karriere kam dazwischen. 1999 folgte sie dem Angebot einer Freundin in Greenwich Village den Sommer über zu spielen. Sie blieb. Die lokale Folk- und Jazz-Szene war von ihr begeistert und es dauerte nicht lange, bis sie entdeckt und vom Chef des renommierten Labels "BlueNote", Chris Lundvall, unter Vertrag genommen wurde.

Im Februar 2002 veröffentlicht Norah ihr Debütalbum "Come away with me", und landet damit einen bahnbrechenden Erfolg. Mammuttourneen durch alle Herren Ländern folgten. Dann die Belohnung: Mit sage und schreibe acht Grammys wurde der talentierte Nachwuchs insgesamt ausgezeichnet. Weitere Preise folgten, darunter zwei "World Music Awards", ein "Echo" und ein "Brit-Award" sowie 80 Platinauszeichnungen in mehr als 40 Ländern. Ein bisschen unheimlich war der Sängerin der plötzliche Erfolg schon, gibt sie zu. Dass man sie in einem Supermarkt fotografiert, wie sie Toast in den Einkaufswagen legt, daran kann sie sich bis heute nicht gewöhnen.

Mit Freunden zusammen Musik zu machen, ist für Norah Jones das Schönste.
Für einen Gig im "Living Room" in der Lower East Side in New York packten im Jahre 2003 fünf Freunde - sonst alle in anderen Musikprojekten engagiert - ihre Instrumente aus und spielten zusammen. Dabei stellten sie ihre gemeinsame Liebe für uramerikanische Country-Musik wie die von Hank Williams und Willie Nelson fest. Weitere sporadische Gigs folgten; wie von selbst war die Band "The Little Willies" geboren. Mittendrin, aber ganz bewusst nicht im Vordergrund: Norah Jones.

Im Februar 2004 veröffentlichte Norah ihr zweites Album. Es heißt "Feels like home" und hört sich auch so an: Folk und Country, und nur noch ein Hauch von Jazz. Ein besonderes Highlight ist der Song "Creepin' in": Im Duett mit Dolly Parton legt sie eine astreine "Bluegrass-Nummer" hin.
Anfang 2007 dann ihr drittes Album: "Not too late". Den Titel könnte man so oder so interpretieren: Es ist entweder nie zu spät Gitarre zu lernen, oder nie zu spät den US-Präsidenten zu kritisieren - beides neue Dinge in ihrem Leben und auf ihrem Album. Gleichzeitig wird es als das persönlichste ihrer Alben angesehen. Vermutlich deswegen, weil diesmal alle Songs aus ihrer Feder kommen. Und dieser hat die sonst so Scheue diesmal freien Lauf gelassen. Denn die bisher unpolitische Musikerin übt auf ihrem dritten Album heftige Bush-Kritik.
Angst, ihre Fans könnten ihr diese Offenheit übel nehmen, hat sie nicht. Wenn die Leute darin ein Risiko sehen, ihre Plattenverkäufe könnten einbrechen, sei das nicht ihr Problem, so die Sängerin. Kommerzielles Denken in der Musik? Das ist nichts für die Brünette mit den rehbraunen Augen. Auf den Albumcharts des Jahres 2007 belegt sie immerhin Platz fünf.

Dass nicht alle Sängerinnen, die sich als Schauspielerinnen versuchen, kläglich scheitern müssen, wissen wir, wenn wir den neuen Film von Kultregisseur Wong Kar-Wai "My Blueberry Nights" gesehen haben. Darin spielt Norah Jones nämlich Elizabeth - eine junge Frau mit gebrochenem Herzen, die dank Barbesitzer Jeremy wieder zur Liebe zurückfindet. Und das tut Norah in einer so natürlichen Art und Weise, dass sie nicht nur von Co-Star Jude Law, sondern auch von Filmkritikern für ihr Leinwanddebüt in den Himmel gelobt wurde. Das Angebot zum Film kam völlig unerwartet. Als sie der für poetisch-melancholisches Kino bekannte Filmemacher aus Hongkong anrief, war sie erstmal sehr überrascht. Dann sagte sie aber ohne größeres Zögern zu, obwohl sie gar nicht so recht wusste, was da so alles auf sie zukommen würde. Romantische Kussszenen mit Jude Law zum Beispiel. Was für ein Start ins harte Schauspielgeschäft.

Autorin: Sonja Schewe

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