Starporträt

Naomi Watts

Naomi Watts wird gern unterschätzt. Aber Vorsicht: Nicole Kidmans Busenfreundin hat gelernt, sich durchzuboxen

Bekannt als Naomi Watts
Vorname Naomi Ellen
Name Watts
Geburtstag 28. September 1968
Alter 46 Jahre
Geburtsort UK / England / Kent / Shoreham
Größe 1,65 m
Sternzeichen Waage

Was Sie wissen sollten - Biografie

Blonde Haare, blaue Augen, Sympathiefaktor 10 und eine Menge Humor - Naomi Watts könnte eine seichte Liebeskomödie nach der anderen drehen. Als zuckersüßes, sorgenfreies Blondchen sieht man sie aber niemals (höchstens als Parodie desselben in "I Heart Huckabees"). Komödien sind ihre Sache nicht. Doch was dann? "Die Regisseure wollen mich immer für Thriller oder Horrorfilme, weil sie denken, ich sei diese düstere, verdrehte und triste Person."

Ist sie gar nicht: "Ich bin eins von diesen Mädchen, das fröhlich den Highway entlang fährt und lauthals bei Blondie mitsingt." Trotzdem überkommt einen erst Frösteln, dann Mitleid, wenn man an die Schicksale von Naomis Filmcharakteren denkt: War die von ihr verkörperte Mutter in "The Ring" im Kampf gegen ein verfluchtes Video nicht am Rand der Verzweiflung? Verlor sie in "21 Gramm" nicht ihre komplette Familie? Und als sich Ann Darrow endlich an den Riesenaffen "King Kong" gewöhnt hatte, wurde der von der Spitze des Empire State Building geschossen. Um Naomis Gemüt braucht man sich aktuell dennoch keine Sorgen zu machen.

Anders in frühen Jahren. Naomis Vater Peter, Toningenieur bei Pink Floyd, starb, als sie sieben Jahre alt war. Nachdem Naomi mit 14 Jahren zusammen mit ihrer walisischen Mutter und ihrem Bruder Ben nach Sydney auswanderte, arbeitete sie mäßig erfolgreich als Model in Japan und Australien. Schließlich zog sie nach Hollywood, wo sie ziemlich schnell das Gefühl hatte, eine grandiose Fehlentscheidung getroffen zu haben: "Heute kriege ich Angebote, ohne vorsprechen zu müssen. Damals haben sie mir nicht mal den Casting-Text gefaxt. Ich musste stundenlang fahren, um drei Stück Papier zu einem bescheuerten Film abzuholen und mich am nächsten Tag zwei Stunden lang anstellen, um den Besetzungschef zu treffen, der mich kaum ansah. Es war erniedrigend." Ihre Bilanz nach ein paar harten Jahren? Drittklassige Horrorfilme und der Job als Ersatz-Synchronstimme für "Ein Schweinchen namens Babe".

"Ich erinnere mich, wie ich den Mulholland Drive entlang fuhr und dachte ‚Vielleicht solltest du hier rechts ran fahren und dich über die Klippen stürzen.' Ich konnte es einfach nicht mehr ertragen." Weil Naomi ihre Miete nicht mehr zahlen konnte, flog sie erst aus ihrer Wohnung, kurz darauf fast aus der Krankenkasse. Ihre beste Freundin Nicole Kidman half ihr durch die schwere Zeit. "Nicole sagte immer: ‚Alles, was du brauchst, ist der eine große Film." Und der kam, als wohl nicht mal ihrer Freundin noch damit gerechnet hatte: Ein gewisser David Lynch fischte Naomis Foto aus einem Stapel von Portraits unbekannter Schauspielerinnen und wählte sie für seinen neuesten Film - der trug ausgerechnet den Namen "Mulholland Drive - Straße zur Finsternis". Für Naomi wurde das ein echter Glückstrip. Auch wenn wohl kein Kritiker die Mysterien des David Lynch so ganz versteht: Die Lobeshymnen für die "australische Newcomerin" waren außerordentlich.

"The Ring" ein Jahr später wurde ein Überraschungserfolg und für ihre tränenreiche Darstellung in "21 Gramm" gab es sogar eine Oscarnominierung. Heute ist Naomi eine heiß begehrte Schauspielerin in Hollywood. Sie hat es auch geschafft, trotz des Ruhms nicht die Bodenhaftung zu verlieren. Mit ihrem Schauspielkollegen Liev Schreiber hat Naomi inzwischen zwei gemeinsame Kinder. Sehr wahrscheinlich, dass Naomi auch in Zukunft wenig amüsante Filme drehen wird. Grund zum Lachen hat die blonde "Drama-Queen" aber allemal.

Autor: Roland Rödermund