Starporträt

Mickey Rourke

65 Jahre

Mickey Rourke fand als abgehalfterte Wrestling-Legende ins Leben und in Hollywoods Gesellschaft zurück: Geläutert, aber bei weitem nicht langweilig.

  • Geboren , Schenectady, New York / USA
  • VornamePhilip Andre, Jr.
  • Name Rourke
  • Grösse 1.8 m
  • Sternzeichen Jungfrau
  • Partner Anastassija Makarenko (aktuell); Carré  Otis (geschieden); Debra Feuer (geschieden)

Biografie von Mickey Rourke

Ein Schauspieler, der eine Rolle in 'Pulp Fiction' ausschlägt oder nicht zurückruft, als der ihn für 'Rain Man' will, muss ziemlich borniert sein. war mehr als das: Er war arrogant, größenwahnsinnig und absolut respektlos. Er verprasste sein Vermögen, spielte gelangweilt in schlechten Filmen, gerierte sich als Schläger und bedröhnte sich mit Drogen. Auf dem Zenit seines Erfolges setzte er seinem Image als aggressiver Verführer noch eins drauf, indem er 1991 aus dem Hollywood-Rummel ausstieg: Profi-Boxen sei doch eh viel cooler als die Schauspielerei. Eine Entscheidung, die ihm zertrümmerte Wangenknochen sowie mehrfache Nasenbrüche bescherte und sein Gesicht, die Ehe mit Model Carré Otis und seine Selbstachtung ruinierte.

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Schon immer ein Energiebündel

Zu Highschoolzeiten war Philip Andre Rourke Junior noch von der spielerischen Seite des Sports fasziniert: Er engagierte sich im Baseball-Team. Doch schon bald war Selbstverteidigung im 'Boys Club Miami' für ihn wichtiger, um sich in Miamis Ghetto zu behaupten. Als Amateur-Boxer war er von 1968 bis 1972 ziemlich erfolgreich, doch die Boxhandschuhe hängte er 1975 vorerst an den Nagel. Er hatte eine neue Leidenschaft gefunden: Instinkt, Körpersprache, Konzentration und Disziplin versuchte er im New Yorker 'Actors Studio' im Schauspiel zu trainieren. Stil und Technik, die dort nach dem Theaterrevolutionär Stanislavski gelehrt wurden, sorgten für sein intensives Spiel. Konzentration und gleichzeitige Entspannung - entdeckte Mickeys Mix und sein draufgängerisches Wesen für den Film '1941 - Wo bitte geht's nach Hollywood' im Jahr 1978. Nicht schlecht für einen Berufseinsteiger.

Mit 'The Wrestler' in den Hollywood-Olymp

In Filmen wie 'American Diner', 'Rumble Fish', 'Barfly' und besonders im Erotik-Knaller '9 ½ Wochen' mit war Mickey Rourke Anfang der 1980er-Jahre der größte Filmheld für Schauspieler wie oder : "Als ich das damals sah (…), war das für mich die sexieste, rätselhafteste, komplexeste, smarteste, vielschichtigste männliche Hauptrolle, die ich je gesehen habe", bekannte Downey Jr. im Round-Table-Interview mit den fünf weiteren Oscar-Nominierten einige Tage vor der Verleihung 2009. Mit der Rolle des heruntergekommenen Wrestlers Randy 'The Ram' Robinson konnte Mickey Rourke ein unvergleichliches Comeback hinlegen, das seinen Wiedereinstiegs-Erfolg als comichaftes Monster Marv in 'Sin City' (2005) noch in den Schatten stellte. Diesen verkörperte er übrigens 2014 erneut in der Fortsetzung 'Sin City: A Dame To Kill For'.

Nicht immer top

Dabei befand sich Mickey Rourke zehn Jahre seines Lebens komplett außerhalb der Gesellschaft Hollywoods. Eigentlich außerhalb jeglicher Gesellschaft. Man reagierte beklommen auf seine Erscheinung und die Rollenangebote wurden rarer. Sein vom Boxen und angeblich sogar von kosmetischer Chirurgie entstelltes Gesicht war sicherlich einer der Gründe, seine Exfrau Debra Feuer macht allerdings auch den plötzlichen Ruhm, der ihm widerfuhr, verantwortlich. "Als ich ihn kennenlernte, rauchte Mickey, trank aber nicht. Je berühmter er wurde, desto mehr wurde er zum Star, fing an zu trinken und kokste", sagte sie einst gegenüber dem britischen 'Mirror'. Mit 'The Wrestler' schaffte der abgehalfterte Star es jedoch, sich wieder aufzurappeln.

Mickey Rourke
© Gala

Das große Leinwandcomeback

Für die Rolle eines abgewrackten Wrestlers wünschte sich Regisseur , dass er an die Tiefen der eigenen Geschichte heranginge. Rourke ließ sich auf die schmerzliche Rolle mit Leib und Seele ein und die Mühe lohnte sich: Er wurde mit einem Golden Globe, einem BAFTA sowie einer Oscar-Nominierung bedacht. Er ist wieder im Leben angekommen: Mickey Rourke ist einer der wenigen Schauspieler, bei dem man auf seine Aktionen tatsächlich gespannt sein kann - nicht zuletzt da er auch privat immer wieder für eine Überraschung gut ist. Nach L.A. ist für den Schauspieler Wiesbaden zum Zweitwohnsitz geworden. Dort lässt sich Mickey regelmäßig mit seiner weitaus jüngeren Model-Freundin Anastassija Makarenko blicken.

Comeback im Boxring?

Ein Comeback fernab der großen Kinoleinwand plant Mickey Rourke im Jahr 2017. Er will unbedingt noch mal in den Boxring steigen. Laut eigenen Aussagen gehöre er in einem Alter, in dem sich andere langsam zur Ruhe setzten, noch lange nicht zum alten Eisen. "Ich bin wie ein kaltes Stück Stahl, darauf kannst du deinen Arsch verwetten", beschrieb Rourke mit einem "Expendables"-Zitat seinen Fitnesszustand. Doch warum das Ganze? Klingt klar nach einer Angelegenheit seines Egos. Von 1991 bis 1995 gewann er nämlich acht Kämpfe als Profiboxer und verschreibt sich nun dem erklärten Ziel, die zehn vollzubekommen. Ob das so eine gute Idee ist? Immerhin stieg Mickey bereits 2014 wieder in den Ring. Zwar gewann er den Kampf gegen den halb so alten Elliot Seymour, doch es wurde gemunkelt, dass nicht alles mit rechten Dingen zuging. Seymour behauptete, er sei von Rourkes Management ohne das Wissen des Stars für eine Niederlage bezahlt worden. Auch Familienangehörige des vermeintlichen Verlierers behaupteten: "Es steckt noch so viel mehr dahinter, als die Leute wissen". Wie wir Mickey Rourke kennen, wird er sich solch eine fixe Idee nicht so schnell aus dem Kopf schlagen. Sieht also alles danach aus, als würden wir ihn bald wieder mit Boxhandschuhen und blutiger Nase zu Gesicht bekommen. Dabei sehen wir den talentierten Mimen doch viel lieber auf der Leinwand.