Starporträt

Martina Gedeck

56 Jahre

Martina Gedeck ist schwierig, schreibt die Presse. Martina selbst will nur ihre Arbeit meisterlich machen - ob nun in Deutschland oder auch in Hollywood

  • Geboren , Deutschland / München
  • VornameMartina
  • Name Gedeck
  • Grösse 1.75 m
  • Sternzeichen Jungfrau
  • Partner Markus Imboden (verheiratet)

Biografie von Martina Gedeck

Wer an denkt, der denkt nicht unbedingt an Hollywood. Und doch ist die dunkelhaarige Schauspielerin mit dem markanten Gesicht im Ausland eine der wenigen bekannten deutschen Namen. Spätestens seit dem Überraschungserfolg von "" (2001) - einem Film, der später als Remake mit noch einmal seinen Weg auf die US-Leinwände finden sollte - kennt man die gebürtige Münchnerin nicht nur in Deutschland. Die britische Zeitung "The Sunday Times" nannte Gedeck einst die "deutsche ". Schon zwei ihrer Filme waren für den Oscar nominiert und holte sie sogar für seinen Film "Der Gute Hirte" vor die Kamera. Auch in "Elementarteilchen" und "Das Leben der Anderen" machte sie eine herausragend gute Figur.

Mehr News zu Martina Gedeck

Martina gibt nicht viel von sich preis

Doch Martina Gedeck wirkt nicht wie die glitzernde Hollywood-Schönheit, sie strahlt oft eine gewisse Schwermut aus. Wenn Martina spricht, mit ihrer unverwechselbaren tiefen, leicht nasalen Stimme, dann nimmt sie meist ihre Hände zu Hilfe, gestikuliert. Sie fängt Sätze wieder von vorne an, spricht langsam, denkt nach. Gelegentlich wirkt sie fast abwesend, als sei sie mit ihren Gedanken ganz woanders. Sie gilt als sehr zurückhaltend, spricht nie viel von ihrem Privatleben. Man weiß, dass sie im beschaulichen bayerischen Landshut aufwuchs, ihr Vater war Großhandelskaufmann, die Mutter Sekretärin. Später zog die Familie nach Berlin. Ein Austauschjahr in Amerika und der dortige Besuch der Theatergruppe weckten ihr Interesse an der Schauspielerei. Man weiß weiter, dass sie von 1991 bis zu dessen Tod 1999 mit dem Schauspieler Ulrich Wildgruber zusammen lebte. "Das geht Sie nichts an", antwortete sie einmal entschieden einem Journalisten auf eine Frage nach Wildgrubers angeblichem Selbstmord. Er war ein großer Theatermann, über 20 Jahre älter als Martina Gedeck und "ein Meister" auf seinem Gebiet. Wildgruber sei sehr frei gewesen und habe ihre Arbeit sehr beeinflusst. Mehr sagt sie dazu nicht.

Martina wirft sich mit Hingabe in ihre Rollen

Frei zu sein ist etwas, was Martina Gedeck immer wieder erwähnt. Sie will sich nicht in ihre Arbeit reinreden lassen, mag Regisseure, die den Schauspielern Freiheiten lassen. Und sie hat ganz genaue Vorstellungen von der Schauspielerei, würde sich nie für die Leinwand ausziehen ("Ich habe auch eine oder Meryl Streep nie nackt gesehen") und braucht einen festen Ablauf für ihre Arbeit. Journalisten schreibt sie in strengen Verträgen vor, was aus ihren Interviews verwendet werden darf und was nicht. Das lässt sie kompliziert wirken, beinahe divenhaft. Doch es ist auch das Wesen einer großen Künstlerin, die ihren Beruf mit Leidenschaft ausübt: "Ich finde, wenn man eine Berufung hat, dann sollte man der auch nachgehen, Meisterschaft ist ein Ziel, das man nie aus dem Blick verlieren darf", sagt sie. Und so wirft sie sich mit Hingabe in ihre Rollen, schneidet beispielsweise für "Bella Martha" wochenlang Gemüse in einer Hotelgroßküche oder liest sämtliche Literatur, die sie über Ulrike Meinhof findet, für "Der Baader Meinhof Komplex".

Erstaunlicher Zufall in Martinas Biografie

Apropos "Der Baader Meinhof Komplex" – es gibt einen erstaunlichen Zufall in Martinas Biografie. Als sie elf Jahre alt war soll ihr Vater, der vermögende Großhandelskaufmann Karl-Heinz Gedeck, einen Anruf von Mitgliedern der RAF bekommen haben, die behaupteten, Martina entführt zu haben und Lösegeld forderten. Was für ein Schock! Die Familie war in Aufruhr und Martinas Vater informierte augenblicklich die Polizei. Die Polizeibeamten konnte jedoch zum Glück rasch Entwarnung geben. Sie fanden die kleine Martina friedlich und unversehrt im Kino mit ihren Klassenkameraden, wo sie sich nichtsahnend und in aller Ruhe einen Film anschaute.

So hatte das junge Mädchen, ohne zu ahnen, dass sich dieses Gefühl im Erwachsenenalter ständig wiederholen würde, damals schon einen ersten Eindruck davon gewinnen können, wie es sich anfühlt, wenn sich alles um die eigene Person dreht – wenn auch in diesem Fall natürlich wegen sehr unschöner Gründe. Und wie das Leben manchmal so spielt, mit all seinen Zufällen oder auch Schicksalsereignissen: Über 30 Jahre später verkörperte Martina die RAF-Terroristin Ulrike Meinhof im Leinwand-Hit "Der Baader Meinhof Komplex" – vom potentiellen Opfer im echten Leben zur Täterin auf der Leinwand.

"Sie hat ein Geheimnis"

Und ganz ähnlich wie die Figur der RAF-Terroristin Ulrike Meinhof sind viele ihrer Rollen düster, oft enden ihre Charaktere im Selbstmord. Martina fühlt sich von dieser dunklen Seite angezogen: "Meine Figuren müssen, auch wenn es nur für Sekunden ist, immer ihre dunkle Seite zeigen. Sie müssen zeigen, dass wir alle nur hilflose Kreaturen im Leben sind und wir uns nicht unter Kontrolle haben." Der Regisseur Matti Geschonneck hat es gut getroffen, als er Martina Gedeck einmal mit folgenden Worten beschrieb: "Sie hat etwas, was man nicht erlernen kann: das sogenannte Geheimnis. Sie hat ein Geheimnis, das mein Interesse und das der Zuschauer weckt." Vielleicht ist es das, was Martina Gedeck bis über die Landesgrenzen hinweg bekannt und beliebt macht.