Starporträt

Mario Adorf

87 Jahre

Obwohl ihn das Leben nicht mit offenen Armen empfangen hat, schaffte es Mario Adorf, zu einem unserer größten Schauspieler zu werden

  • Geboren , Zürich / Schweiz
  • VornameMario
  • Name Adorf
  • Grösse 1.77 m
  • Sternzeichen Jungfrau
  • Partner Monique  Faye  (verheiratet seit 1985); Lis  Verhoeven  (verh. 1962–1964)
  • Kinder Stella  (*1963)

Biografie von Mario Adorf

Filmlegende hatte einen, sagen wir mal, ungewöhnlichen Start ins Leben. Seine Mutter Alice, eine deutsche Röntgenassistentin, hatte sich bei einem längeren Italienaufenthalt Hals über Kopf in den Chirurgen Matteo Menniti verliebt. Doch die Sache hatte einen Haken: Matteo war verheiratet und sah in seiner deutschen Kollegin nur eine heiße Affäre. Eine Liaison, die nicht ohne Folgen blieb. Alice wurde schwanger, Matteo wollte davon nichts wissen und so verließ die werdende Mutter Italien mit gebrochenem Herzen und brachte ihren Sohn in Zürich zur Welt.

Kindheit in der Eifel

Die nächste Station in Mario Adorfs jungem Leben war Mayen in der Eifel, der Ort, an dem sich seine Mutter niederließ, weil sie dort auf die Unterstützung ihrer Verwandten hoffte. Damals war eine alleinerziehende Mutter alles andere als gewöhnlich, doch irgendwie schaffte sie es, ihren Sohn großzuziehen. Noch heute hat Mario Adorf zu Mayen eine ganz besondere Beziehung und auch die Stadt ist ihrem Sohn tief verbunden: 2001 verlieh sie ihm die Ehrenbürgerschaft.   

Ein lebensverändernder Studentenjob

Mario Adorf besuchte die Schule, war ein unauffälliger Junge, von dem alle dachten, er würde seinen Weg schon machen. Nach der Schule studierte er Philosophie, Psychologie, Kriminologie, Literatur, Musikgeschichte und Theaterwissenschaft in Mainz, ehe er später in seine Geburtsstadt Zürich zog, um sein Studium dort fortzusetzen. Die Uni in Deutschland finanzierte Mario Adorf mit Jobs auf dem Bau, immerhin musste das Nachkriegsdeutschland wieder aufgebaut werden. In Zürich hingegen ergatterte er einen Job, der sein Leben für immer verändern sollte. An der Schauspielschule Zürich war Adorf als Statist und Regieassistent tätig und stellte fest, dass ihn die Schauspielerei viel mehr interessierte als sein Studium.

Theater statt Uni

Und so gab es nur noch einen Weg für Mario Adorf: Er brach sein Studium ab, ging nach München und begann eine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule. Nach seinem Abschluss ergatterte der talentierte Jungschauspieler rasch erste Engagements am Theater bis er 1957 als Frauenmörder in "Nachts, wenn der Teufel kam" seinen großen Durchbruch feierte. Eine Rolle, die ihn jahrelang auf die Verkörperung von Schurken festlegen sollte. Neben zahlreichen, auch internationalen Filmen, in denen Adorf den Ganoven oder Mafiosi mimte, erschoss er in "Winnetou 1. Teil" als bösartiger Gegenspieler Santer Winnetous Schwester Nscho-tschi – eine Rolle, die er über 50 Jahre später erneut in der RTL-Neuauflage "Winnetou" übernimmt.

Einer von Deutschlands ganz Großen

Weitere unvergessene Meilensteine seiner Karriere sind zweifelsohne Fernsehserie "Kir Royal", in der die Münchner Schickeria der 1980er Jahre auf die Schippe genommen wird. Ebenso meisterhaft war Adorfs Rolle im Streifen "Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief", übrigens der erfolgreichste Film des Jahres 1997. Bis heute gilt Mario Adorf als einer der ganz großen deutschen Schauspieler. Scheint also, als hätte er so einiges richtig gemacht im Leben – trotz seiner schwierigen Startbedingungen.