Starporträt

Marcia Cross

Marcia Cross pflegt ihre Neurosen auf dem Bildschirm. Auch fernab der "Wisteria Lane" kennt sich die studierte Psychologin mit seelischen Abgründen aus

Bekannt als Marcia Cross
Vorname Marcia Anne
Name Cross
Geburtstag 25. März 1962
Alter 52 Jahre
Geburtsort Marlborough, Massachussetts /USA
Wohnort Santa Monica, California/ USA
Größe 1,78 m
Sternzeichen Widder

Was Sie wissen sollten - Biografie

Die spröde Bree van de Kamp wünscht man seinem ärgsten Feind nicht an die Seite. Ob sie wie ein Putz-Terminator in Nullkommanichts das Haus schrubbt oder hysterisch wird, bloß weil die Gabel auf dem Dinnertisch nicht exakt lotrecht zum Messer ausgerichtet ist: Wenn es um Perfektion im Haushalt geht, kennt sie keine Gnade. Da wundert es nicht weiter, dass ihr verstorbener Seriengatte Rex Herzrhythmusstörungen bekam oder auch mal Abwechslung bei einer Domina suchte.

Gut, dass Bree nur die ziemlich überzogene (dafür umso lustigere) TV-Parodie der durchschnittlichen Vorstadt-Hausfrau ist - für Marcia Cross war die Rolle ein echter Glücksgriff. Auch bei uns ist der alltägliche Wahnsinn der fünf "Desperate Housewives" im Wochentakt ein Riesenerfolg. Kein Zufall, dass ausgerechnet die aparte Rothaarige mit den auffallenden Gesichtszügen auf den Part der Neurotikerin festgelegt ist - seelische Abgründe sind Marcias Spezialität, auf dem Bildschirm wie privat.

Ihre erste Rolle in der Soap-Opera "The Edge of Night"? Eine nymphomane Paläontologin, wie sie kichernd bei US-Talker David Letterman auf der Couch verriet: "Nun ja, erst war ich nur Paläontologin und die Produzenten wollten die Rolle ein bisschen interessanter gestalten." Ihren Durchbruch hatte sie Anfang der 90er Jahre. Als durchgeknallte Psychologin Dr. Kimberly Shaw intrigierte Marcia in der Kultserie "Melrose Place" so überzeugend, dass die Produzenten sie sogar von den Toten wieder auferstehen ließen. Ihr Ende fand sie nach vier erfolgreichen Serienjahren letztlich doch, unter einem Auto. Nach dem Ausstieg setzte sie ihre Faszination für gestörte Innenleben fort und ist heute studierte Psychologin.

Die leicht bis mittelschwer verrückten Rollen sollte man aber nicht mit der echten Marcia verwechseln: Sich selbst bezeichnet sie als ausgeglichene Frohnatur. Dazu dürfte auch ihr spätes Mutterglück beigetragen haben. Typisch Marcia: Sie ertrug die Strapazen der Zwillingsschwangerschaft mit Humor, eine Eigenschaft, die man der kapriziös aussehenden Dame auf den ersten Blick gar nicht zutraut. Das passierte auch Marc Cherry, dem Produzenten der "Desperate Housewives": "Ich wollte Marcia Cross zuerst nicht für die Rolle von Bree. Mein Problem mit ihr lag darin, dass sie zwar unglaublich gut war, aber sie hatte eine eigenartige, fast schon ausgestorbene Art von Humor, die mir nicht gefiel." Zu sagen, er habe sich getäuscht, ist eine ziemliche Untertreibung - wie sonst könnte sie die Hausfrau am Rand des Wahnsinns so witzig darstellen? Dass sie wahnsinnig komisch ist, beweist Marcia im US-Fernsehen ab und an als Talkgast bei Ellen DeGeneres oder eben David Letterman - und da braucht sie sich wahrlich nicht neben ihren Spaßprofi-Gastgebern zu verstecken.

Autor: Roland Rödermund