Starporträt

Keanu Reeves

53 Jahre

Glück und Leid liegen bei Keanu Reeves eng beieinander: Das Leben hat es mit dem Schauspieler recht gut gemeint, mit der Privatperson allerdings weniger.

  • Geboren , Beirut / Libanon
  • VornameKeanu Charles
  • Name Reeves
  • Grösse 1.86 m
  • Sternzeichen Jungfrau

Biografie von Keanu Reeves

Es gibt eine lange Liste mit Dingen, nach denen man auf Geheiß seiner Pressefrau besser nicht fragen sollte. Doch sogar mit Anleitung ist der Schauspieler kein einfacher Interviewpartner: Gerne antwortet er einfach mal gar nicht oder gibt bedeutungsschwangere Aussagen von sich und philosophiert im nächsten Moment über Gott und die Welt. "Geheimnisvoll" und "sonderlich" wird er daher nur allzu gerne in der Öffentlichkeit genannt. Ihn selbst interessiert sein Image wohl am wenigsten: "Darum mache ich mir nun wirklich keine Sorgen. Ich bin Schauspieler. Ich bin ein privater Typ. Ich finde es toll, dass die Menschen meine Arbeit bewundern, sich eventuell darüber austauschen. Aber ich habe dem nichts hinzuzufügen."

Ein Schicksalsschlag folgt dem nächsten

Dabei ist es nicht verwunderlich, dass sich Keanu Fragen zu seinem Privatleben nicht gerne stellt: Seine Vergangenheit ist gespickt mit tragischen Schicksalsschlägen, die genügend Stoff für viele Hollywood-Filme liefern würden. Schon seine Kindheit glich einer Achterbahnfahrt. Da sein Vater schwer drogenabhängig war, zerbrach die Ehe seiner Eltern. Mit seiner Mutter und seiner Schwester zog er daraufhin nach New York. Doch anstelle eines geregelten Familienlebens erwarteten ihn drei neue Stiefväter, eine Halbschwester mütterlicherseits, eine väterlicherseits und ein Umzug ins kanadische Toronto, wo er zunächst davon träumte als Eishockey-Torwart Karriere zu machen. Eine Verletzung machte ihm aber einen Strich durch die Rechnung.

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Als Keanu dann gerade als Schauspieler in Los Angeles Fuß gefasst hatte und erste Filme drehte, starb sein bester Freund am 31. Oktober 1993 an einer Überdosis Heroin und Kokain vor dem Nachtclub 'Viper Room'. Sechs Jahre später der nächste Schicksalsschlag: Keanu wurde gerade euphorisch als Neo im Kinofilm 'Matrix' gefeiert, als seine Freundin im Dezember 1999 die gemeinsame Tochter Ava Archer einen Monat zu früh tot auf die Welt brachte. Nur sechs Monate später erkrankte seine Schwester Kim an Leukämie. Während er Tag und Nacht am Krankenbett wachte, ging seine ohnehin schon angeschlagene Beziehung zu in die Brüche. Als die beiden 2001 gerade wieder zueinander gefunden hatten, verunglückte sie bei einem Autounfall tödlich. Bis heute wird gemunkelt, sie habe Selbstmord begangen, da sie den Verlust ihres Babys nicht verkraftet habe.

Wenigstens beruflich läuft es bestens...

Während es das Leben privat nicht gut mit dem Schauspieler meint, ist Keanu Reeves beruflich schon auf dem Olymp angekommen. Spätestens seit dem Action-Thriller 'Speed' und seinem endgültigen Durchbruch mit der 'Matrix'-Trilogie spielt der Darsteller in der obersten Liga Hollywoods mit und drehte seitdem so unterschiedliche Filme wie 'Das Haus am See', 'Constantine' und '47 Ronin'. Eine Schauspielkarriere allein reicht ihm allerdings nicht. So war der Hollywoodstar Bassist in den Bands Dogstar und Becky.

2013 zog es den Darsteller außerdem hinter die Kamera: Mit dem komplett in China gedrehten Streifen 'Man of Tai Chi' gab er sein Regiedebüt. Zusätzlich dazu veröffentlichte Keanu 2011 sogar ein eigenes Buch mit dem Titel 'Ode an die Freude', in dem es darum geht, wie man lernt, mit schwierigen Lebensphasen klarzukommen. Leider ist Keanu darin ja Experte. Auch selbst arbeitet er privat noch an sich: "Ich will mich mehr auf mich konzentrieren und nicht mehr soviel alleine sein", sagte er in einem Interview. "Das ist nämlich Mist. Ich möchte heiraten und Kinder kriegen." Eine Frau an seiner Seite gibt es momentan aber nicht – zumindest nicht offiziell. Stattdessen stürzt sich Keanu Reeves in die Arbeit und dreht weiter fleißig Filme.

Der nächste große Coup gelingt ihm dann 2014 als Darsteller von "John Wick". Der Actionfilm wird unerwartet Kult – ähnlich überraschend wie "Matrix". Nachdem es lange ruhig um den Schauspieler geworden war, gelingt ihm also als Auftragskiller das Comeback. "John Wick: Kapitel 2" kommt 2017 in die deutschen Kinos und ist noch erfolgreicher als der erste Teil, mit 90 000 Zuschauern mehr allein in der ersten Woche.

In krassem Unterschied zu seiner medialen Präsenz steht seine Abstinenz in Bezug auf Hollywoods Society. Auf Promi-Partys lässt er sich entweder gar nicht blicken oder steigt einfach wortlos auf sein Motorrad und dampft ab. Wenige seiner Kollegen kennt er persönlich. Er ist ein Außenseiter und hat auch nicht so richtig was dagegen. Er ist einfach, wie er ist. Die Ruhe, die er dadurch ausstrahlt, ist magisch. Privat sollten wir Keanu Reeves einfach tun lassen, was er will. Aber vor die Kamera möge sich der "Lone-Wolf" noch möglichst oft stellen!