Starporträt

Jim Jarmusch

64 Jahre

Die Mutter schickte ihren kleinen Sohn ins Kino, um mal ihre Ruhe zu haben: Herausgekommen ist Meister-Independent-Regisseur Jim Jarmusch

  • Geboren , Cuyahoga Falls, Ohio / USA
  • VornameJames Roberto
  • Name Jarmusch
  • Grösse 1.88 m
  • Sternzeichen Wassermann
  • Partner Sara Driver (verheiratet)

Biografie von Jim Jarmusch

Das Lieblingskind des amerikanischen Independent-Films, das sich selbst und seine Art Filme zu machen als „auf eine gute Weise dilettantisch“ beschreibt, weiß es, außergewöhnliche Filme zu machen. James Roberto „Jim“ Jarmusch zählt zu den wenigen wirklichen Independent-Regisseuren unserer Zeit, er behält zu jedem Zeitpunkt die Kontrolle über die Produktion und die Rechte an seinen Filmen und kümmert sich nicht um den Mainstream.

Die Anfänger seiner Leidenschaft

Zum Filmemachen hat Jim seit jeher eine ganz besondere Beziehung. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für das Kino. Als Kind besuchte er das örtliche Kino seiner Mittelschicht-Vorstadt in Ohio, wenn seine Mutter ihn losschickte, um ihre Ruhe zu haben. Mit wachsender Begeisterung schaute er sich alle B-Movies an, die überhaupt in dem kleinen Kino liefen. Als Jugendlicher dann ging er mit seinen Freunden mit Hilfe gefälschter Ausweise in die wirklich aufregenden Filme.

Die New Yorker Jahre

Nach seinem Highschool-Abschluss ging er ins aufregende New York, um dort an der Columbia University englische und amerikanische Literatur zu studieren. In seinem Abschlusssemester ging er für einige Monate nach Paris und machte sich auf eine Entdeckungsreise durch das europäische Kino. Spätestens nun war klar: Er wollte Filme machen! Also studierte er Filmwissenschaften an der angesehenen Tisch School of the Arts in der New York University. Die späten 1970er Jahre in New York waren für Jim eine aufregende und einflussreiche Zeit. „Damals schien alles möglich in New York. Man konnte einen Film oder eine Platte machen, Teilzeit arbeiten und eine Wohnung für 160 Dollar im Monat finden. Man unterhielt sich über Ideen und Visionen und nicht wie heute über Geld. Es hat riesigen Spaß gemacht und ich bin froh, da gewesen zu sein.“

Karriereanschub mit deutscher Beteiligung

1980 gab Jim mit seinem Abschlussfilm auch gleichzeitig sein Spielfilmdebüt. „Permanent Vacation“ ist ein Porträt New Yorks und eines 16-jährigen heimatlosen Jungen. In Deutschland zog der Film das Interesse der Filmszene auf sich und so gelang es Jim, Produktionsassistent von zu werden. Mit übriggebliebenen Filmrollen, die Wim Wenders ihm überließ und 7000 Dollar verwirklichte Jim seinen nächsten Kurzfilm „The New World“. Ein deutscher Filmproduzent bekam diesen Film auf einem Festival zu sehen und war so begeistert, dass er Jim 100.000 Dollar zur Verfügung stellte, mit denen er eine Langfassung drehen konnte. Und was dabei rauskam, ist nichts Geringeres als das Meisterwerk „Stranger than Paradise“.

Ein Meister war geboren

Heute hat Jim für den Prozess des Filmemachens einen ganz speziellen Vergleich: „Das Drehbuch schreiben ist wie die Verführung, die Dreharbeiten sind der Sex, weil man es mit anderen Leuten zusammen macht. Schneiden und Überarbeiten ist wie schwanger sein. Und dann kommt mit dem fertigen Film die Geburt, man gibt sein Baby weg.“ Wie gut Verführung, Sex und Schwangerschaft bei funktionieren, weiß jeder, der zumindest einen seiner Filme gesehen hat. In seiner Laufbahn hat er Meisterwerke wie „Coffee and Cigarettes“, „Night on Earth“, „Broken Flowers“, „The Limits of Control“ und „Only Lovers Left Alive“ abgeliefert. Eins seiner Geheimrezepte: Seit jeher arbeitet er gerne immer wieder mit den gleichen Schauspielern und Musikern. So tauchen etwa , , oder wiederkehrend in seinen Filmen auf. Neben Menschen gibt es auch Themen, die immer wieder in Jims Filmen zu sehen sind: das Fremdsein, die Einsamkeit, die Macht von Beziehungen und das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen. Seine Filme, getragen von Langsamkeit und einem speziellen Humor, üben immer auch - mal mehr, mal weniger - Kritik an der amerikanischen Kultur und Massen- sowie Mainstreammedien. Dabei verfolgt er selbst ein klares Credo: „Ich bin lieber Subkultur als Massenkultur. Ich interessiere mich nicht dafür, den Nerv des Mainstreams zu treffen.“