Starporträt

Jennifer Jason Leigh

55 Jahre

Fast hätte Jennifer Jason Leigh ihre Schauspielkarriere an den Nagel gehängt, doch dann kam Quentin Tarantino mit "The Hateful Eight" um die Ecke

  • Geboren , Los Angeles, Kalifornien / USA
  • VornameJennifer Lee
  • Name Morrow
  • Grösse 1.6 m
  • Sternzeichen Wassermann
  • Partner Noah Baumbach (geschieden)
  • Kinder Rohmer Emmanuel  (*2010)

Biografie von Jennifer Jason Leigh

Jennifer Lee Morrow, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen , ist zweifelsohne eine der unkonventionellsten Schauspielerinnen des US-Kinos. Ihre vorwiegend exzentrischen weiblichen Charaktere, die häufig verletzlich, missbraucht und kaputt sind, spielt sie mit einer unvergleichlichen Hingabe.

Jennifer Jason Leigh ist Schauspielerin durch und durch

Jennifer ist im heutigen Hollywoodzirkus wirklich eine Ausnahmeerscheinung. Die Tochter der Autorin Barbara Turner und des Schauspielers Vic Morrow, der 1982 während der Dreharbeiten zu "Unheimliche Schattenlichter" unter tragischen Umständen tödlich verunglückte, wirkt erfrischend bodenständig und ganz und gar nicht interessiert am Hollywood-Glamour. Jennifer geht es um die Schauspielerei und nicht um den Ruhm oder andere Annehmlichkeiten, die Prominenz mit sich bringt. So ist es auch kein Wunder, dass man die talentierte Schauspielerin häufig in kleinen Independentfilmen sieht. "Ich spiele lieber in Filme, die bei den Zuschauern starke und nachhaltige Gefühle auslösen, statt in Streifen, die zwar hundert Millionen Dollar einspielen, aber schnell wieder vergessen werden, weil sie sind wie alle anderen."

Ausgebildet von Lee Strasberg

Schon mit 14 Jahren stand die junge, ambitionierte Schauspielerin auf der Bühne und gab 1980, im Alter von 18 Jahren, ihr Filmdebüt. Zuvor hatte sie bereits Schauspielunterricht genommen und Method Acting-Workshops des renommierten Schauspiellehrers besucht. Kein große Überraschung also, dass Jennifer rasch erste Erfolge auf der Kinoleinwand verbuchen konnte. Mittlerweile von der Kinderdarstellerin zur erwachsenen Aktrice gereift, erhielt sie für ihre Leistungen im Drama "Letzte Ausfahrt Brooklyn" (1989) sowie in "Backdraft – Männer, die durchs Feuer gehen" (1991) hervorragende Kritiken.

Verstörend in "Weiblich, ledig, jung sucht …"

Eine ihrer bekanntesten Rollen folgte ein Jahr später im Psychothriller "Weiblich, ledig, jung sucht …" (1992), in dem Jennifer an der Seite von Bridget Fonda deren gestörte und angsteinflößende Mitbewohnerin verkörpert. Drei Jahre danach konnte sie Jennifer über ihre erste Golden Globe-Nominierung freuen: Für ihre eindrucksvolle Darstellung der Schriftstellerin Dorothy Parker in der Filmbiografie "Mrs. Parker und ihr lasterhafter Kreis", die in den 20er Jahren intellektuell brillierte, deren Leben aber von Alkoholismus und Selbstmordversuchen geprägt war, wurde sie von allen Seiten beklatscht.

Familienauszeit und bittere Scheidung

Jennifers nächste Golden Globe-Nominierung sollte ganze elf Jahre auf sich warten lassen. Dabei spielte sie in der Zwischenzeit schon mit dem Gedanken, die Schauspielerei an den Nagel zu hängen. "Ich hatte das Gefühl, dass ich einen sehr schönen Lauf hatte und mit ein paar wundervollen Schauspielern gearbeitet habe. Vielleicht war es an der Zeit, etwas anderes zu machen, vielleicht hin zum Schreiben, vielleicht in die Regie gehen." Einen Tapetenwechsel hatte Jennifer dringend nötig. Sie machte während und nach der Scheidung von ihrem Ehemann, dem bekannten Regisseur und Drehbuchautoren , mit dem sie acht Jahre lang verheiratet war, eine schwere Zeit durch. Hinzu kam, dass sie sich nach der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes Rohmer Emmanuel (*2010) ganz auf ihre Mutterrolle konzentriert hatte und ihre Chancen für einen erfolgreichen Wiedereinstieg ins Filmbusiness skeptisch sah. "Ich hatte ein Kind und hatte eine Weile aufgehört zu arbeiten, weil ich es nicht wollte, ich wollte Mutter sein. [...] Es kann schwieriger sein, wenn man aus der Filmwelt raus ist. Aber ich hatte meinen Frieden gemacht - mir ging es gut damit."

Back in the Business

Doch dann kam das Angebot von und welche Schauspielerin sagt da schon Nein? In seinem Western "The Hateful Eight" brillierte Jennifer als Gefangene Daisy Domergue. Das brachte ihr nicht nur eine weitere Golden Globe-, sondern auch ihre erste Oscar-Nominierung ein. Zwar musste sie sich im Kampf um den begehrten Goldjungen gegen die schwedische Schauspielerin für "The Danish Girl" geschlagen geben, doch das ändert nichts an ihrem fulminanten Comeback, mit dem sie selbst wohl am wenigsten gerechnet hatte.