Starporträt

Helen Mirren

72 Jahre

Kein Schnickschnack, keine Skandale, ganz viel Persönlichkeit: Helen Mirren ist zurecht eine der erfolgreichsten Schauspielerinnen der Welt

  • Geboren , London, England / Großbritannien
  • VornameIlyena Vasilievna
  • Name Mironov
  • Grösse 1.63 m
  • Sternzeichen Löwe
  • Partner Taylor  Hackford (verheiratet); Liam Neeson

Biografie von Helen Mirren

Als Spross einer weißrussischen Aristokratenfamilie, die nach der Oktoberrevolution in London gestrandet war, wuchs - damals noch als Ilyena Vasilievna Mironov - im Londoner Arbeitermilieu auf. Ihr Vater Wasily Petrowich Mironov arbeitete zwar freiberuflich als Musiker und Lehrer, die Brötchen für die Familie verdiente er aber als Taxifahrer. Ihre Mutter Kathleen Rogers stammte aus einer schottischen Metzgerfamilie, wählte links und wünschte sich, dass ihre Tochter Lehrerin werden würde. Dass Ilyena einmal von geadelt und als Schauspielerin für die Verkörperung der II. für den Oscar nominiert werden würde, daran haben die Mironovs sicher nicht im Traum gedacht.

Ritterorden für Helen Mirren

Erst in den 1950er Jahren haben sie ihren Nachnamen britannisiert, aus Mironov wurde Mirren. 50 Jahre später, im Jahr 2003, ging ihre Tochter dann als "Dame" Helen Mirren in die Filmgeschichte ein. Da wurde ihr nämlich der Ritterorden "Order of the British Empire" in Verbindung mit dem Titel "Dame Commander of the British Empire" verliehen.

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Das Theater schlug die Schule

Feinste britische Wertarbeit, keine Eskapaden: Helen ist eine Meisterin der Nuancen, der winzigen Gesten, die ihre Figuren kristallklar herausarbeitet. Schließlich war Helen schon als Grundschulkind klar, dass sie mal eine der ganz großen britischen Schauspielerinnen werden wolle. Sie begann zwar auf Wunsch ihrer Eltern ein Lehramts-Studium, entschied sich dann jedoch ganz und gar für die Arbeit am Theater. Mit 19 Jahren wurde Helen in die renommierte "Royal Shakespeare Company" aufgenommen und war damit eine der jüngsten Schauspielerinnen, der diese Ehre zuteilwurde.

Eindringliche Frauenfiguren sind ihre Spezialität

Die Britin mit den russischen Wurzeln hat es in ihrer mehr als 40-jährigen Karriere verstanden, den Spagat zwischen großen historischen Frauenfiguren und modernen Grenzgängerinnen auf Bühne, Fernsehbildschirm und Kinoleinwand hinzulegen. Sie brillierte in traumhaften und aufwändigen Kostümen in Shakespeare-Rollen und auch ohne feine Stoffe im Film "Kalender Girls" (2003).

Großen Beifall bekam Helen als 44-Jährige für ihre Rolle einer misshandelten Ehefrau in Peter Greenaways Kunst- und Kultfilm "Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber". Auch 1994 war ein beruflich sehr erfolgreiches Jahr für Helen: Für ihre Darstellung der Queen Charlotte in "King George - Ein Königreich für mehr Verstand" wurde sie nicht nur auf den Filmfestspielen in Cannes als beste Darstellerin ausgezeichnet. Sie bekam dafür auch ihre erste Oscar-Nominierung als beste Nebendarstellerin, die nächste folgte 2001 für ihre Rolle in "Gosford Park".

Das Helen-Mirren-Jahr: 2007 - "The Queen" und "Elizabeth I." bescheren ihr Preise

Doch ihr Siegeszug von 2007 übertrifft alle früheren Erfolge: Gleich zwei Golden-Globe-Awards konnte Helen mit nach Hause nehmen - einen davon als beste Schauspielerin in einem Drama für ihre Elizabeth II. in "The Queen", einen weiteren für einen TV-Auftritt als - da muss das Schicksal sich königlich amüsiert haben - .

Auch bei der Vergabe der Preise der Schauspielergewerkschaft (SAG-Awards) und der britischen Filmakademie (Bafta) sowie der Oscar-Verleihung im Februar 2007 fand man, sie sei die beste Schauspielerin des Jahres und drückte ihr Trophäen in die Hand. Und im September gab es auch noch den amerikanischen Fernsehpreis Emmy oben drauf.

Helen ohne Mutterinstinkte

Bei all dem Erfolg auf der Leinwand könnte man meinen, dass etwas in Helens Leben auf der Strecke geblieben ist: Die Familiengründung. Doch da irrt man. Dem SZ-Magazin verriet sie: "Ich habe nicht die geringsten Mutterinstinkte. Ich liebe Kinder, ich finde sie lustig und inspirierend, und ich halte Eltern, die ihre Freiheit für das Glück ihrer Kinder opfern, für die Helden unserer Gesellschaft. Trotzdem, selbst wollte ich nie welche." Helen war ihre eigene Freiheit immer wichtiger als der Wunsch Mutter zu werden.

Heute ist sie, ohne das bewusst zu entscheiden, dennoch so etwas wie eine Mutterfigur für ihre beiden Stiefsöhne Alex und Rio, die ihr Ehemann, Regisseur , mit in die Beziehung gebracht hat. Und wer sich jetzt in Ermangelung Helens Mutterinstinkte Sorgen um das Wohlergehen der beiden Jungs macht, sei beruhigt: " Ich liebe die beiden, und je älter ich werde, desto mehr wird mir klar, dass Familie das Wichtigste im Leben ist."

Sie mag es wild

Und wer so eine coole Stiefmutter hat, hat sowieso kein Grund sich zu beklagen. Helen nimmt es weiterhin gelassen, plaudert gern über ihre Tattoos, lässt sich auch in der zweiten Lebenshälfte nackt von Fotograf in der Badewanne ablichten (wie schon einmal als junge Frau) und sagt insgesamt immer wieder, sie sei eigentlich nur ein ganz normales Mädchen.

Sollte Recht haben und das Leben erst mit 66 Jahren richtig beginnen, dann könnte man vor der energiegeladenen Helen Mirren glatt ein bisschen Angst bekommen.