Starporträt

Harald Schmidt

60 Jahre

Sein zynischer und bitterböser Humor brachte den Jungen aus Nürtingen weit – heute ist Harald Schmidt Deutschlands Chefintellektueller

  • Geboren , Neu-Ulm, Bayern / Deutschland
  • VornameHarald Franz
  • Name Schmidt
  • Grösse 1.94 m
  • Sternzeichen Löwe
  • Partner Ellen  Hantzsch   (aktuell)
  • Kinder Hannes   (*1994); Nele  (* 1995); Peter   (*1998); Amelie   (*2005)

Biografie von Harald Schmidt

ist im baden-württembergischen Nürtingen in einer streng katholischen Familie aufgewachsen. Er war Pfadfinder, Kirchenmusiker, Organist und absolvierte später seinen Zivildienst in einem katholischen Pfarrbüro. Doch so richtig schien das beschauliche, katholische Baden-Württemberg nicht so seine Welt zu sein. Er begann ein Studium der Schauspielerei in Stuttgart, spielte aber damals schon mit dem Gedanken, Fernsehen zu machen. Um Kontakte knüpfen zu können, bewarb er sich an der Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg, konnte sich jedoch keinen der wenigen begehrten Plätze sichern.

Harald Schmidts TV-Anfänge

Also verschlug es ihn zunächst auf die Theaterbühnen, später folgten eigene Kabarettprogramme – bis er den Sprung ins Fernsehen tatsächlich schaffte. Erstmals ein breites Publikum erreichte Harald Schmidt 1990 bis 1994 mit der Satire- und Comedy-Sendung "Schmidteinander", die er gemeinsam mit Herbert Feuerstein moderierte. Für drei Jahre übernahm er anschließend die Moderation der ARD-Show "Verstehen Sie Spaß?", allerdings nur mit sehr mäßigem Erfolg. Sein spezieller Humor war wohl nicht massentauglich genug, schnell war klar, dass eine Personality-Show her musste.

Die Geburtsstunde von "Dirty Harry"

Das richtige Format für Harald Schmidt war gefunden: Eine Late-Night-Show mit dem unprätentiösen Titel "Harald Schmidt Show". Acht Jahre lang ging er vier Abende die Woche mit zynischem und teilweise respektlosem Humor, der die ein oder andere Klage und Kontroverse mit sich brachte, auf Sendung. Nach einer einjährigen Kreativpause, wechselte die Show den Sender und Schmidt holte sich für knapp zwei Jahre Komiker ins Boot. Nachdem sich die Wege der beiden wieder getrennt haben, stand der Chefintellektuelle wieder allein vor der Kamera, wechselte jedoch erneut den Sender. Wegen schlechter Quoten wurde die Show bald abgesetzt und wechselte ins Pay-TV, doch die Quoten entsprachen auch hier nicht den Erwartungen, Schmidts Vertrag wurde nicht verlängert.

Rückzug aus dem TV, mehr Familienzeit

Einen Imageschaden hat Schmidt jedoch erstaunlicherweise nicht davon getragen, lediglich das Metier wechselte er. Dieser Tage sieht man ihn nur noch gelegentlich als Kreuzfahrtdirektor Oskar Schifferle im ZDF-"Traumschiff", als Lord in Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen oder auf Theaterbühnen. Harald Schmidt nimmt heute nur noch Jobs an, die ihm wirklich Spaß machen und wählt seine Rollen danach aus, ob ihm Drehort und Schauspielkollegen zusagen. Nach all den Jahren der vielen Arbeit hat er sicherlich auch eine Menge Familienzeit nachzuholen, worüber sich seine Lebensgefährtin Ellen Hantzsch und seine fünf Kinder bestimmt auch freuen.