Starporträt

Hannelore Hoger

75 Jahre

Hannelore Hoger stand schon früh auf Theaterbühnen – kein Wunder, dass sie eine so leidenschaftliche und begnadete Schauspielerin geworden ist

  • Geboren , Hamburg / Deutschland
  • VornameHannelore Erika
  • Name Hoger
  • Grösse 1.61 m
  • Sternzeichen Löwe
  • Kinder Nina   (*1961)

Biografie von Hannelore Hoger

Dass mal vor Schauspielguru und Begründer des Method Actings Lee Strasberg saß und vor Aufregung kaum ein Wort rausbrachte, kann man sich heute so gar nicht mehr vorstellen. Doch als sie als junge Schauspielerin jede Mark gespart hatte, um Schauspielunterricht bei Strasberg zu nehmen, so erzählt Hannelore Hoger heute, spielte sich folgende Szene ab: "Ich saß dem gegenüber, und der fragte mich: 'What's your name?' Und ich sagte: 'I don't know!'"

Große Erfolge mit "Bella Block"

Heute, nach vielen erfolgreichen Jahren als Schauspielerin und mit aufgetanktem Selbstbewusstsein würde ein Zusammentreffen zwischen der Aktrice und dem berühmten Schauspiellehrer sicherlich ganz anders verlaufen. Denn genau wie ihre berühmteste TV-Figur "Bella Block" ist auch Hannelore Hoger nicht auf den Mund gefallen und redet weiter, wenn andere längst schweigen. „Ich habe immer gesagt, wenn mich Dinge gestört haben, auch wenn es mir geschadet hat.“ Und genau das lieben Zuschauer und Kritiker an der TV-Ermittlerin "Bella Block". Seit 1994 bannt die eigenwillige Kommissarin die deutschen Zuschauer vor ihren Fernsehgeräten und konnte etliche Auszeichnungen absahnen, darunter den Grimme-Preis, die Goldene Kamera, den Bayerischen Fernsehpreis und den Deutschen Fernsehpreis – um nur einige zu nennen. Hannelore Hoger liebt ihre Rolle und hat viele lobende Worte für sie übrig: "Sie ist eigenwillig und neugierig, sie hat eine soziale Einstellung, ist für die Schwächeren. Hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Sie ist lebensneugierig, menschenneugierig. Sie lässt sich nicht so leicht betuppen. Und, sie ist emphatisch." Und dennoch ist es nach über 20 Jahren Zeit für etwas Neues. Die Geschichte der TV-Reihe und auch die Rolle seien zu Ende erzählt, Hannelore Hoger als "Bella Block" wird es in Zukunft nicht mehr geben.

Der Abschied von "Bella Block"

Ihren Abschied von "Bella Block" kommentierte Hannelore Hoger mit folgenden Worten: "Loslassen hat immer etwas Gutes. Ich marschiere einfach weiter. Es ist wichtig, offen für Neues zu sein." Zwar sagt sie auch, dass sie das Wort "Ruhestand" nicht kenne, freut sich aber doch auf einen Alltag ohne Stress. "Wenn ich morgens mal nicht pünktlich aufstehen muss, dann ist das für mich wie ein Feiertag. Erst mal möchte ich frei sein und etwas anderes machen. Zwei Monate lang Urlaub machen. Ohne Termindruck."

Früh übt sich

Und das hat sich Hannelore Hoger auch mehr als verdient. Schon im Alter von 14 Jahren stand sie im Hamburger "Ohnsorg-Theater" auf der Bühne, ihr Vater war dort Schauspieler und Inspizient. Schnell entdeckte die junge Hannelore Hoger ihre Leidenschaft für die Schauspielerei und begann mit 16 Jahren eine Schauspielausbildung an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater. In den kommenden Jahren stand sie auf so ziemlich allen renommierten Bühnen hierzulande und hatte im Theaterbereich alles erreicht, was man in Deutschland erreichen kann. 

Vom Theater zum TV

1965, im Alter von 23 Jahren hatte sie ihren ersten Auftritt im Fernsehen, drei Jahre später im Kino. Zwar sah man sie ab nun häufiger im TV, einem größeren Publikum bekannt wurde sie aber erst Jahre später durch "Bella Block". Doch Hannelore Hoger ist vielseitig, ihr komödiantisches Talent stellte sie 1997 in "Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief" als Klatschreporterin unter Beweis.

Noch lange kein Ruhestand

Auch wenn mit "Bella Block" ihre berühmteste Rolle von den Bildschirmen verschwindet – dass wir in Zukunft auf Hannelore Hoger verzichten zu müssen, ist äußerst unwahrscheinlich. "Ich werde weitermachen, solange ich kann. Wissen Sie, beim Theater ist irgendwann die letzte Vorstellung, und eine Serie endet eben auch eines Tages. Der Vorhang fällt – und geht wieder auf. Ich wünsche mir jedenfalls, dass der Vorhang noch oft aufgeht."