Starporträt

Halle Berry

Halle Berry mag es abwechslungsreich: Ob wetterfühlige Mutantin, heldenhaftes Kätzchen oder Frau, die den Henker ihres Mannes liebt.

Bekannt als Halle Berry
Vorname Halle Marie
Name Berry
Geburtstag 14. August 1966
Alter 48 Jahre
Geburtsort USA / Ohio / Cleveland
Größe 1,70 m
Sternzeichen Löwe

Was Sie wissen sollten - Biografie

"Halle Berry ist so wunderschön. Sie ist wirklich die einzige Schauspielerin, die in Fleisch und Blut noch besser aussieht als auf der Leinwand." Denzel Washington schwört Stein und Bein, dass er beim ersten Treffen mit ihr wie in Trance durch die Gegend getaumelt sei. Tatsächlich: Selbst die coole Sharon Stone verlor beim Dreh von "Catwoman" die Fassung, weil die schöne Halle als sexy Super-Raubkatze in Latex so scharf die Krallen ausfuhr. Ob Katzen nun sieben oder neun Leben haben, ist umstritten, Halle jedenfalls hat mindestens zwei: Das der umjubelten cappuccinofarbigen Grazie, die es vom Cheerleader in Ohio bis zum Hollywoodstar geschafft hat. Und das der zähen und leidgeprüften politischen Aktivistin, die sich unermüdlich für die Rechte der Schwarzen stark macht.

Längst bevor sie als Teenager Schönheitskönigin werden sollte, wünschte Halle sich statt der dunklen Locken und Bambiaugen blonde Haare und blaue Augen: "Weiß wollte ich sein, wie meine Mutter. Ich betete jeden Abend dafür, morgens blond aufzuwachen und helle Augen zu haben." Verständlich, dass die kleine Halle am liebsten aus der dunklen Haut gefahren wäre: Nach der Scheidung ihrer Eltern zog sie mit ihrer Mutter Judith und der älteren Schwester Heidi in einen weißen Vorort von Cleveland. Die anderen Kids riefen sie als Mischling verächtlich "Zebra", worunter sie bis heute leidet.

Doch Halle war schon immer eine Kämpfernatur. Aufgeben? Kam nie in Frage für die Powerfrau, die ihren ungewöhnlichen Vornamen tatsächlich einem Gebäude, einem Kaufhaus: Dem "Halle Bros. Department Store", verdankt. Immer doppelt so viel zu leisten wie die anderen Mädchen, um Anerkennung zu bekommen, das hatte Halle früh drauf. Daher fiel sie in der Highschool eben nicht nur wegen ihrer Hautfarbe auf: Engagierte Zeitungsredakteurin war sie genauso wie Klassensprecherin und Cheerleader-Anführerin. 1985 wurde sie "Miss Teen America", im Jahr darauf fast offizielle "Miss America". Auch ihre Diabetes-Erkrankung, zweimal täglich muss sich Halle Insulin spritzen, hat sie noch nie von irgendetwas abgehalten.

Zwar brach die schlaue Halle ihr Journalismus-Studium ab, um sich ihre Brötchen als Model in New York zu verdienen. Sie wusste aber früh, dass das nur eine Zwischenstation sein sollte: "Ich habe dieses ganze Modelding immer nur als einen unbedeutenden Stein in einem Fluss gesehen, der mir half, näher ans andere Ufer zu kommen. Dort wartete mein Traumberuf, Schauspielerin." Halle schaffte nicht nur den Sprung ans andere Ufer, vom Kleiderpüppchen zur Charakterschauspielerin, sondern wurde auch als erste dunkelhäutige Hauptdarstellerin mit dem Oscar für den Film "Monster's Ball" ausgezeichnet: ein nervenaufreibendes Rassismus-Drama, in dem eine Frau mit dem Henker ihres Mannes eine Affäre beginnt.
Anschließend durfte als sie Bondgirl Pierce Brosnan um den Verstand bringen und als Mutantin Storm in "X-Men" das Wetter bezähmen.

Halle wird also endlich ernst genommen, auch wenn sie mit ihrer dunklen Haut immer noch an vielen Fronten kämpfen muss. Nur gut, dass Köpfchen ihr wichtiger ist als Schönheit: "Gutes Aussehen bringt gar nicht so viel. Es ersparte mir keinen Liebeskummer, da hatte ich ständig Probleme. Und um Rollen, die ich wirklich wollte, musste ich wie eine Wahnsinnige kämpfen." Das Beste ist eigentlich, dass Halle Cleverness und Beauty so perfekt unter einen Hut bekommt.

Autor: Roland Rödermund