Starporträt

Daniel Day-Lewis

Bei Daniel Day-Lewis weiß man nie, wen man vor sich hat: Der oscarprämierte Schauspieler hat viele Gesichter

Bekannt als Daniel Day-Lewis
Vorname Daniel Michael Blake
Name Day-Lewis
Geburtstag 29. April 1957
Alter 59 Jahre
Geburtsort London, England / Großbritannien
Größe 1,87 m
Sternzeichen Stier

Was Sie wissen sollten - Biografie

Daniel Day-Lewis ist Schauspieler. Das heißt aber nicht, dass er seine Rollen spielt, Daniel lebt sie. Die absolute Hingabe für die Charaktere, die er verkörpert, sorgt bei seinen Kollegen am Set oft für ein Schmunzeln. So amüsierten sich seine Co-Stars aus der Musical-Adaption "Nine" Nicole Kidman, Sophia Loren und Penélope Cruz, regelmäßig darüber, dass Daniel seiner Rolle auch während der Drehpausen absolut treu blieb und seinen einstudierten italienischen Akzent stets beibehielt. Daniel ist nämlich einer der wenigen Schauspieler in Hollywood, die das sogenannte "Method Acting" betreiben und auch dann in ihrer Rolle bleiben, wenn die Kameras nicht auf sie gerichtet sind.

Daniel ist sehr wählerisch

Weil Daniels Art und Weise, seinen Beruf auszuüben viel Zeit und Kraft kostet, nimmt er nicht viele Rollen an. Zudem hat er natürlich auch einen riesigen Anspruch an sich selbst, seine Arbeit und an die Qualität der Drehbücher und Rollen, die für ihn überhaupt in Frage kommen. Die wohl allermeisten Schauspieler wären dankbar und froh, einen Lebenslauf vorweisen zu können, der aus Rollen besteht, die Daniel allesamt abgelehnt hat. Mehrfach wurde ihm die Rolle des Aragorn in der "Der Herr der Ringe"-Trilogie angeboten. Und auch die Hauptrolle in "Philadelphia", die dann an Tom Hanks ging, der einen Oscar für seine Leistung einheimste, verschmähte er. Ebenso wenig reizvoll fand er offenbar eine Rolle in "Terminator: Die Erlösung" sowie die Verkörperung von "Jor-El" in "Superman: Man of Steel". Für die Hauptrollen in "Solaris" und "Der englische Patient" konnte er genauso wenig begeistert werden.

Daniel verbreitet Angst und Schrecken am Set

Das ununterbrochene In-der-Rolle-bleiben kann in vielen Fällen durchaus lustig sein, doch versetzt es Kollegen manchmal auch in Angst und Schrecken. Daniel Day-Lewis verkörpert in seinen Filmen schließlich meist hochkomplizierte, problematische Charaktere, vom Straßenrowdy hin zum Mörder. Mit denen möchte niemand gern in seinen Mittagspausen an einem Tisch sitzen und Pasta essen. So soll Daniel während der Dreharbeiten zum Film "There will be blood", in dem er einen skrupellosen, launischen Ölbaron spielte, einen Kollegen derart eingeschüchtert haben, dass dieser das Handtuch warf und das Set auf Nimmerwiedersehen verließ.

Und auch die Filmcrew bei "Mein linker Fuß" war wenig begeistert, dass sie den Hauptdarsteller in den Pausen durch die Gegend tragen musste - Daniel spielte einen spastisch Gelähmten. Das ununterbrochene extrem vorgebeugte Sitzen im Rollstuhl brachte ihm 1989 nicht nur zwei Rippenbrüche, sondern auch kurz danach seinen ersten Oscar ein.

Daniel verschmilzt mit seinen Rollen

Die intensive Beschäftigung mit seinen Rollen ist auch der Grund dafür, dass Daniel zwischen seinen Filmen stets mehrjährige Pausen einlegen muss, um wieder vollkommen zu sich zu finden. So drehte er erst drei Jahre nach "Mein linker Fuß" seinen nächsten Streifen. Für die Vorbereitung auf seine Rolle in "Der letzte Mohikaner" lebte der Ire monatelang abgeschieden in der Wildnis, lernte zu jagen und Tiere zu häuten und war während der Dreharbeiten nie ohne sein Gewehr unterwegs.

Daniels unermüdliche Arbeit an der Authentizität seiner Filmfiguren ermöglicht es ihm also auch, einige außergewöhnliche Fähigkeiten zu erlernen. So schwärmt der irische Boxweltmeister Barry McGuigan, der den Schauspieler auf seine Rolle in "The Boxer" vorbereitet sogar, Daniel wäre ein Weltklasse-Boxer geworden, wenn er nur früh genug angefangen hätte zu trainieren. Und George Clooney witzelte über Daniel Day-Lewis, als dieser sich 2008 seinen zweiten Hauptrollen-"Oscar" abholte: "Alle Schauspieler verbeugen sich vor diesem F*****. Und es macht uns verrückt, wenn er sagt 'Ja, dann habe ich ein Jahr als Schuster gearbeitet'."

Genau das tat Daniel nämlich gerade in Florenz, als Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio ihn 2001 für die Dreharbeiten von "Gangs of New York" wieder in die USA locken wollten. Seine Metamorphose vom privaten eigenbrötlerischen Schuster zum beruflich brutalen, blutrünstigen "Bill 'The Butcher'" ging dann relativ schnell vonstatten. Die Verschmelzung mit dieser Rolle war allerdings so intensiv, dass sie die Dreharbeiten fast zum Scheitern brachte. Daniel und Leonardo DiCaprio steigerten sich derart in ihre Rollen, dass sie sich während der Dreharbeiten ununterbrochen anfeindeten. Selbst als Leonardo seinem Filmgegner in einer Szene die Nase brach, wollte Daniel ohne Pause weiterdrehen - "Bill 'The Butcher' kennt keinen Schmerz. Eine weitere sicherlich aufregende Erfahrung für Daniel war es, Abraham Lincoln zu "sein". Und nicht nur spannend, sondern auch erfolgreich: Für seine Leistung in "Lincoln" heimste er seinen dritten Oscar ein. Und so wird es immer weiter gehen: Daniel Day-Lewis verschwindet während der Dreharbeiten und wird erst nach Beendigung des Films wieder zum Leben erweckt.