Starporträt

Daniel Brühl

39 Jahre

Daniel Brühl ist einer der wenigen deutschen Schauspieler, die es auch in Hollywood geschafft haben. Doch der Halb-Spanier hat noch ganz andere Talente

  • Geboren , Barcelona / Spanien
  • VornameDaniel César Martín
  • Name Brühl González
  • Grösse 1.76 m
  • Sternzeichen Zwillinge
  • Partner Felicitas  Rombold (aktuell); Jessica  Schwarz (2001-2006)
  • Kinder Anton  (*2016)

Biografie von Daniel Brühl

Daniel Brühl scheint nicht der Mann fürs Grobe. Kein Schläger, Zuhälter oder Macho. Dass er und eine Riege anderer junger deutschsprachiger Schauspieler - von über bis hin zu - eher als ruhige, fast melancholische Typen gelten, hat er mittlerweile aber akzeptiert. "Ich bin natürlich froh, dass solche Typen jetzt stärker gefragt sind, aber ich persönlich sehe mich überhaupt nicht als Melancholiker. Ich bin unheimlich albern, kann aber auch ein Arschloch sein."

Ein deutscher Exot

wurde 1978 unter dem für teutonische Ohren exotischen Namen Daniel César Martín Brühl González in Barcelona geboren - ein Umstand, den er seiner katalanischen Mutter zu verdanken hat, die ihn in ihrer Heimat zur Welt brachte. Sein Vater ist der Regisseur Hanno Brühl, der die Lehrerin beim Trampen in Francos Spanien kennengelernt hatte. Daniel wuchs dann in Köln auf, wo er zweisprachig erzogen wurde und die Schule besuchte, die er mit dem Abitur abschloss. Die Entscheidung fürs Schauspielen war bereits früh gefallen und erste TV-Auftritte folgten. Sein Kinodebüt gab er 1999 in "Schlaraffenland", unter anderem an der Seite von und .  Als schizophrener Jugendlicher in "Das weiße Rauschen" (2002) erhielt er dann den Bayrischen und den Deutschen Filmpreis. Mit "Good Bye, Lenin" (2003) gelang ihm schließlich auch international der Durchbruch - die Wende-Dramödie hatte weltweit mehr als sechs Millionen Zuschauer. Es folgten weitere große Filme wie "Was nützt die Liebe in Gedanken" (2004), "Die fetten Jahre sind vorbei" (2004) und "Der Duft von Lavendel" (2004).

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Er kann auch anders

Ebenfalls international besetzt war "Merry Christmas" (2005), ein Film über das Weihnachtsfest 1914 an der Westfront im Ersten Weltkrieg. In dieser auf wahren Begebenheiten basierenden Geschichte spielt Daniel einen skrupellosen deutschen Leutnant. Ein weiterer Schritt zu einer Weiterentwicklung seines darstellerischen Könnens. "Irgendwann würde ich gerne mal einen ganzen Film hindurch die fiese, intrigante Ratte spielen", bekannte er in einem Interview. Dass er aber nicht mehr bloß die Rollen des verliebten Jünglings und hoffnungslosen Romantikers bekommt, ist eine Entwicklung, die Daniel Brühl gefallen dürfte. 2009 präsentierte er sich in "Inglourious Basterds" als gefeierter Scharfschütze im Dritten Reich, der durch die Ermordung zahlloser feindlicher Soldaten zu Ruhm gelangt. 2013 hatte Daniel dann seinen endgültigen Durchbruch in Hollywood: Für das Formel-1-Drama "Rush - Alles für den Sieg" schlüpfte er in die Rolle eines jungen und erspielte sich eine Golden-Globe-Nominierung in der Kategorie "Bester Nebendarsteller". 2015 zeigte er sich in dem Thriller "Colonia Digidad" mit Emma Watson vor der Kamera. Und war sogar mit seiner Schauspielkollegin im Bett: "Sich vor einem ganzen Team zu entblößen und verliebt im Bett rumzuknuddeln, ist der Mehrheit der Schauspieler wohl unangenehm. Emma und ich haben das locker hingekriegt", sagte er zu "Promiflash". Auch die Modeikone Cara Delivigne hat er schon kennengelernt, sie sind zusammen in "Die Augen des Engels" zu sehen.

Filmpremiere

"Rush - Alles für den Sieg"

Die Hauptdarsteller des Films: Daniel Brühl, Alexandra Maria Lara, Chris Hemsworth und Olivia Wilde
Jenson Button kommt natürlich mit dem Formel1-Wagen vorgefahren.
Elsa Pataky und Chris Hemsworth
Olivia Wilde lässt sich mit Fans fotografieren.

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Megadeal mit "Marvel"

Obwohl er ja schon in der Vergangenheit mit internationalen Stars zusammengearbeitet hat, dürfte es der smarte Brühl 2016 endgültig geschafft haben, dass sein Name auch in Hollywood ein Begriff ist. Er konnte den Comic-Riesen "Marvel" auf sich aufmerksam machen und verkörpert in "Captain American: Civil War" den Baron Zemo, der dem Titelhelden das Leben schwer macht. Daniel Brühl als Bösewicht? Wer hätte das gedacht?! Er ist jedenfalls begeistert: "Das ist so ein riesiges Projekt. Mit dem Budget könnten wir 20 Filme drehen", lachte er im Interview mit "The Independent". Von den Dreharbeiten und den technischen Spielereien war Daniel Brühl ebenso schwer beeindruckt: "Ich habe nur einen Nebenrolle, wie man sehen kann, bin aber an den Tagen, an denen ich nicht dran war, dennoch ab und zu ans Set gefahren, weil ich einfach mal kapieren wollte, wie die bestimmte Szenen umsetzen, weil ich es im Drehbuch nicht kapiert habe, wie die das machen wollen. Das ist schon irre!" Auch die Atmosphäre am Set war ganz nach seinem Geschmack - den Druck, der auf solch einer riesigen Produktion lastet, bekamen die Schauspieler nicht zu spüren. Als Neuling in der "Marvel"-Familie wurde der deutsche Schauspieler von den anderen Topstars mit offenen Armen empfangen. "Chris Evans und Robert Downey Jr. hatten mich gleich mit eingezogen, auch im Privaten. Ich bin mit zum Basketball und mit zum Abendessen gegangen und fühlte mich nicht wie der neue Kurti in der Klasse, mit dem keiner spielen will. Das weiß man ja vorher nicht, wenn man in so einer Filmfamilie, wo sich alle untereinander kennen, hineinrutscht."

Auf der Couch der Liebe

Mit Daniels Karriere läuft es bestens - doch wie sieht's eigentlich privat aus? Während ihm seine Filme internationale Aufmerksamkeit einbringen, ist über das Liebesleben des Stars nicht viel bekannt. Von 2001 bis 2006 war jedenfalls Schauspielkollegin Jessica Schwarz seine Freundin, doch Daniel gewährte auch damals nur wenige Blicke hinter die Kulissen. Inzwischen ist Felicitas Rombold die Frau an seiner Seite und mit dieser scheint es Daniel Brühl ernst zu meinen. Die Psychologin nimmt er regelmäßig mit zu Red-Carpet-Events und auch vom Fachwissen seiner Freundin macht er Gebrauch, wie er der "Bild" einst gestand: "Bei einer Schaffenskrise oder Ähnlichem begebe ich mich direkt in ihre Behandlung!" Im Oktober 2016 erreichte uns die frohe Botschaft, dass Daniel Brühl und seine Freundin Eltern eines gesunden Jungens namens Anton geworden sind. Jetzt, wo das erste Kind das Licht der Welt erblickte, steht ja nur noch die Hochzeit aus und das ist sicherlich nur noch eine Frage der Zeit. Immerhin verriet Daniel Brühl bereits 2011 in einem Interview: "Mit ihr kann ich mir das sehr gut vorstellen". Ob also bald schon die Hochzeitsglocken klingen? 

Daniel Brühl als Gastronom

Ziemlich passend: Entsprechend seiner spanischen Wurzeln besitzt Daniel ein eigenes Restaurant, genau genommen eine Tapas-Bar in Berlin Kreuzberg, die "Bar Raval". Das Geschäft mit den leckeren spanischen Vorspeisen läuft so gut, dass Brühl die Leckereien inzwischen auch über einen Onlineshop vertreibt. "Wir haben viele Stammkunden, die gerne das eine oder andere Produkt mit nach Hause nehmen wollten, doch wir konnten ihnen etwa die scharfe Sauce nicht geben, weil unser Koch die ja in der Küche braucht." Clevere Idee also, den Kunden ihre Lieblingsgerichte einfach nach Hause zu schicken. Doch damit nicht genug an Unternehmergeist: Seit 2016 ist zudem ein weiteres Restaurant in Planung, die "Bar Gràcia" wird am Prenzlauer Berg eröffnet. "Das ist mein Kiez, ich wohne da seit 2001, daher freut mich das besonders. Es ist wieder ein Ecklokal, der Raum hat uns so begeistert, dass nach fünf Sekunden klar war, dass wir es da machen wollen. Wir haben total Bock auf ein neues Abenteuer und wollen so schnell wie möglich aufmachen. Was mich sehr freut, ist, dass wir eine Kollaboration mit dem besten Lokal aus Barcelona, dem 'La Pepita', haben. Das ist ein Tapastempel, den ich schon mindestens 200 Leuten empfohlen habe, und die helfen uns, ein Team hier aufzubauen." Bei so viel Leidenschaft und mit den richtigen Leuten wird auch Restaurant Nummer zwei sicherlich ein Erfolg werden.

Was Daniel sonst so treibt?

Als wären Schauspiel, Familie und Restaurants nicht schon genug, setzt sich der Schauspieler außerdem für den guten Zweck ein. Er ist Botschafter der "Hear the World Foundation" - die engagiert sich für Menschen mit Hörverlust. Und sportlich ist er auch: Daniel Brühl spielt nämlich leidenschaftlich gern Tennis. Damit ist er zwar nicht so erfolgreich wie mit dem Schauspiel, aber da heranzukommen ist ja auch wirklich nicht leicht.

Hear the World Foundation

Stars als Botschafter

Januar: Christoph Waltz
Februar: Nadja Auermann
Juli: Wolfgang Joop
August: Vanessa Paradis

8

Filme mit Daniel Brühl

  • 1999: Schlaraffenland
  • 2003: Good Bye, Lenin!
  • 2004: Der Duft von Lavendel
  • 2008: Krabat
  • 2009: Inglourious Basterds
  • 2009: Lila, Lila
  • 2013: Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt
  • 2013: Rush – Alles für den Sieg
  • 2015: Colonia Dignidad – Es gibt kein Zurück
  • 2016: The First Avenger: Civil War