Starporträt

Benicio del Toro

50 Jahre

Benicio del Toros Muttersprache ist spanisch. Kein Problem für den Hollywood-Star - dies verhalf ihm sogar zu seinem ersten Oscar

  • Geboren , San Germán / Puerto Rico
  • VornameBenicio Monserrate Rafael
  • Name del Toro Sánchez
  • Grösse 1.88 m
  • Sternzeichen Wassermann
  • Partner Valeria Golino; Kimberly Stewart; Sara Foster; Heather Graham
  • Kinder Delilah  (*2011)

Biografie von Benicio del Toro

Nimmt man es genau, baut Benicio del Toros Karriere auf einer Lüge auf. In jungen Jahren erzählte der Schauspieler seiner Familie nämlich, er nähme an einem Wirtschaftskurs teil, während er stattdessen bei der renommierten Schauspiellehrerin Stella Adler in die Lehre ging. Was soll man auch tun, wenn sich die Familie so sehr wünscht, man möge Jura studieren?

Karriere mit kleinen Notlügen

Geboren in eine traditionelle Anwaltsfamilie musste der kleine Beno, wie er auch genannt wird, im Alter von neun Jahren einen schlimmen Schicksalsschlag hinnehmen. Seine Mutter starb an Hepatitis. Wenige Jahre später schickte ihn sein Vater fort aus Puerto Rico auf eine Schule in Pennsylvania. Das war wieder etwas, mit dem der von Natur aus schüchterne Benicio am Anfang ganz schön zu kämpfen hatte. In der Fremde angekommen, konzentrierte er sich auf das, was er konnte: Sport. Damit verschaffte er sich bei seinen Altersgenossen den nötigen Respekt. Sein Englisch war zu diesem Zeitpunkt noch ziemlich schlecht, aber während des Körbewerfens beim Basketball bedarf es nicht vieler Worte. Tja, und dann kam nach der High School die kleine Lüge mit den Wirtschaftskursen, zu der sich Beno genötigt sah. Zumal sein großer Bruder inzwischen Kinderarzt war, spezialisiert auf Krebserkrankungen.

Von Anfang an nur Kritikerlob für Benicio del Toro

So ungewöhnlich seine Karriere begann, so eigentümlich war der erste Meilenstein: In Bryan Singers "Die üblichen Verdächtigen" spielte er den nuschelnden Kleinkriminellen Fred Fenster. Dessen Sprachfehler reizte Benicio derart aus, dass im englischen Original kaum eine seiner Zeilen zu verstehen ist. Machte nichts, für seine überzeugende Darstellung wurde der damals 28-Jährige dennoch mit dem "Independent Spirit Award" ausgezeichnet. Neben seinem Preis erregte er mit der Rolle auch die Aufmerksamkeit von "Clueless"-Dame Alicia Silverstone. Die war von seiner Darstellung so beeindruckt, dass sie ihn 1997 unbedingt als ihren männlichen Gegenpart in der Komödie "Excess Baggage" haben wollte. Eine kluge Entscheidung? Teils, teils. Die Kritiker waren sich jedenfalls einig: Das einzig Gute an dem Film (einschließlich Alicias Schauspielleistung) war .

Der Oscar für "Traffic - Macht des Kartells"

Von da an ging es steil bergauf. 2001 war es soweit und der Puerto Ricaner konnte den begehrtesten Filmpreis der Welt sein eigen nennen: Er erhielt den Oscar für den "Besten männlichen Nebendarsteller" in "Traffic - Macht des Kartells". In dieser Rolle übrigens spricht Benicio meistens spanisch – so zahlt sich seine Einwanderergeschichte aus. Nur drei Jahre später wurde Benicio erneut für seine Darbietung eines depressiven Ex-Häftlings, der einen Vater mit seinen zwei kleinen Töchtern überfährt, im Meisterwerk "21 Gramm" nominiert, musste sich dieses Mal allerdings gegen geschlagen geben. In den kommenden Jahren sah man Benicio, der ganz offensichtlich ein gutes Händchen in Sachen Rollenauswahl hat, in Filmen wie "Sin City" und als "Der Collector" in den beiden Marvel-Verfilmungen "Thor 2: The Dark Kingdom" und "Guardians of the Galaxy". 2015 kamen gleich zwei Filme mit Benicio in die Kinos: In der Kriminalkomödie "Inherent Vice – Natürliche Mängel" spielte er an der Seite von und im Thriller "Sicario" kämpft er an der amerikanisch-mexikanischen Grenze gegen den Drogenkrieg.  

Turbulentes Privatleben

So gerne Benicio seinen Job macht und über seine Filme spricht, so verschlossen ist er, was sein Privatleben angeht. Sein Liebesleben beschreibt er als "in der Schwebe". Ob er bereit sei, sich niederzulassen und sesshaft zu werden? "Warum? Alle fragen: 'Warum bloß ist er nicht verheiratet?' Aber wieso zur Hölle sollte ich heiraten? Nur um wieder geschieden zu werden?" Außerdem habe er keine große Lust darauf, dass eine Frau und Kinder in sein Apartment in West Hollywood, das er als seine Höhle beschreibt, "einfallen". Und doch ist Benicio Vater einer Tochter, auch wenn ohne Beziehung. 2011 wurde bekannt gegeben, dass er und , die Tochter von Rod Stewart, ein gemeinsames Kind erwarten, auch wenn sie kein Paar sind. Am 21. August 2011 war es dann so weit: Die kleine Delilah erblickte das Licht der Welt. Ob jemals eine Frau den "spanischen " bändigen wird?