Starporträt

Anna Wintour

67 Jahre

Bob-Schnitt, Sonnenbrille, eisiges Lächeln – Anna Wintour herrscht über die Modeszene, wie keine andere. Doch die Chefredakteurin der US-Vogue kann auch anders.

  • Geboren , London / Vereinigtes Königreich
  • VornameAnna
  • Name Wintour
  • Grösse 1.7 m
  • Sternzeichen Skorpion
  • Partner Shelby Bryan (verheiratet); David Shaffer (geschieden)
  • Kinder Katherine  (*1987); Charles  (*1999)

Biografie von Anna Wintour

"Ich glaube, eigentlich hat mein Vater für mich entschieden, dass ich in der Modebranche arbeiten soll", diesen Satz aus dem Mund der wohl einflussreichsten Frau in der Modeindustrie zu hören, ist eine Überraschung. Denn kann man sich wirklich nicht in einem anderen Beruf vorstellen.

Auch eine Anna Wintour fing mal klein an

Und ihre Verbindung zum Journalismus kommt tatsächlich nicht von irgendwo. Annas Vater Charles war auch Redakteur und früh an ihrer Meinung zu seiner Arbeit interessiert. So lernte Anna auf ihre eigene Ansicht zu vertrauen – eine Eigenschaft, der sie bis heute treu geblieben ist, und die ihr nicht unbedingt den besten Ruf eingebracht hat. Als herrisch wird sie beschrieben, als kühl und unnahbar. Aber auch als Arbeitstier, denn ohne eine gehörige Portion Ehrgeiz hätte sie es wohl nicht an die Spitze der US-Vogue geschafft.

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Auf dem Weg dahin musste Anna bei so einigen Magazinen anheuern. Dabei schreckte sie auch nicht davor zurück, was mögliche Vorgesetzte wohl von ihr denken könnten und erzählte der früheren Chefredakteurin der US-Vogue bei einem Vorstellungsgespräch auch prompt, dass sie eigentlich ihren Job haben will. Die Dame war, natürlich, entsetzt, wurde aber auch kurze Zeit später ersetzt und Anna fing als Kreativ Direktorin bei dem Modemagazin an.

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Kaum im Job begann Wintour auch schon das Heft zu revolutionieren. Statt glattgebügelter Supermodels sah man jetzt reale Momentaufnahmen auf und in der Zeitschrift. Anna und die Vogue gingen ihren, gemeinsamen, Weg und etablierten sich als die stärkste Chefredakteurin beziehungsweise Modezeitschrift in den USA, wenn nicht weltweit. Doch dafür mussten auch Opfer erbracht werden. Immer wieder kommen Schauergeschichten aus der Vogue-Redaktion ans Licht, von verängstigten Assistentinnen, die sich nicht trauen mit ihrer Chefin Fahrstuhl zu fahren, geschweige denn ihr in die Augen zu blicken.

Nicht verwunderlich also, dass eine dieser verschreckten Frauen ihre Erfahrungen irgendwann publik machen würde. Und so veröffentlichte Lauren Weisberger, eine ehemalige Assistentin Wintours, 2003 den Bestseller "Der Teufel trägt Prada", der auf wahren Geschichten rund um Weisbergers Zeit bei Vogue beruhen soll und mit als Wintour nachempfundenen Charakter "" verfilmt wurde. Doch was sagt die Frau, um die sich diesmal nicht nur die Modewelt dreht, eigentlich dazu? Anna bleibt gelassen: "Ich fand schon immer gefallen an guten fiktionalen Romanen. Aber ich weiß noch nicht, ob ich das Buch lesen werde".

Anna Wintour: Ein Schaf im Wolfspelz?

Ob bei Wintour gilt: Harte Schale, weicher Kern? Denn entgegen ihres eisernen Rufes, der sogar beinhaltet, dass mit einem Lippenkräuseln ihrerseits ganze Kollektionen zerstört werden können, hilft Anna den Designern auch gerne und lässt ihre Kontakte spielen. organisierte sie, als er knapp bei Kasse war, einen Ballsaal im Plaza Hotel, damit der Designer seine Mode präsentieren konnte. Und auch noch unbekannte Namen nimmt Anna unter ihre Fittiche: So ist sie Teil des "Vogue Funds", um strauchelnde Designer zu unterstützen.

Auch ihre Tochter Katherine "Bee" hat nur gute Worte für ihre Mutter übrig, auch wenn sie ihr nicht in die Modeszene folgen möchte: "Ich weiß, dass sie die großzügigste Person ist, die es gibt. Es klingt verrückt, aber sie stellt die Bedürfnisse der anderen immer vor ihre eigenen. Immer. " Und Anna? Die findet das ganze Drama gar nicht so schlimm: "Ich mag einfach keine Leute, die zu allem ja sagen, dass ich vorschlage. Ich will Menschen, mit denen ich diskutieren kann und die eine eigene Meinung haben. Schon mein Vater glaubte an die Macht der Persönlichkeit. " Vielleicht also doch kein Wunder, dass ihr Vater, der Anna auch ihren ersten Job in einer Boutique organisierte, sie schließlich zur Mode brachte.