Starporträt

Anna Paquin

Mit elf gewann sie den Oscar, später machte sie als Mutantin von sich reden, schließlich wurde sie Vampir-Gespielin: Bei Anna Paquin wird es nie langweilig

Bekannt als Anna Paquin
Vorname Anna Helene
Name Paquin
Geburtstag 24. Juli 1982
Alter 32 Jahre
Größe 1,65 m
Sternzeichen Löwe

Was Sie wissen sollten - Biografie

Überwältigt steht Anna Paquin in einem übergroßen, dunkelblauen Kleid auf der Bühne, sie lächelt schüchtern, als die Kameras sie einfangen. Gerade hat sie im Alter von elf Jahren den Oscar als beste Nebendarstellerin für "Das Piano" gewonnen - und mal eben Mitkonkurrentinnen wie Winona Ryder und Emma Thompson ausgestochen. Vor einem Millionenpublikum ist Paquin 1994 zunächst etwa eine Minute sprachlos, bevor sie sich artig bedankt.

Es ist diese Szene, die viele Filmliebhaber noch immer mit der mittlerweile erwachsenen Schauspielerin Anna Paquin verbinden. Bis heute ist sie die zweitjüngste Oscar-Preisträgerin in der Geschichte der Academy Awards. Die Trophäe verstaute der Kinderstar damals im Schrank – damit sich ihre Freunde in der Gegenwart der Auszeichnung nicht unwohl fühlen. Heute sagt sie über die Erfahrung: "Ich habe wirklich keine überwältigenden Meinungen darüber. Ich wollte zurück zur Schule und meine Freunde treffen.". Trotzdem weiß Paquin natürlich, dass der Oscar ihr Türen geöffnet hat: "Er ist letztendlich ein Privileg und bedeutet, dass ich tun kann, was ich tun möchte. Möglicherweise hätte ich sonst keine Karriere gehabt." Das kann bezweifelt werden, denn bevor Anna Paquin zum Schauspiel kam, wollte sie Anwältin werden - oder gleich Premierministerin von Neuseeland.

Der Ehrgeiz und die charakteristische Zahnlücke sind geblieben, aber sonst ist Paquin längst nicht mehr das kleine, sprachlose Mädchen von damals. Mit dieser Wahrnehmung dürfte spätestens seit "True Blood" Schluss gewesen sein: 2008, mit 26 Jahren, hatte Anna Paquin schon einen weiteren riesigen Erfolg mit den Comic-Verfilmungen "X-Men" hinter sich – nur eine Rolle in einer TV-Serie fehlte. Dann kamen die sexy Vampire von "True Blood": "Das Drehbuch ist unglaublich lustig, eigentümlich und merkwürdig. Die Charaktere sind großartig und ich habe mich einfach darin verliebt," sagte Paquin sofort. Ihre Wunsch-Rolle stand auch schnell fest: Protagonistin Sookie Stackhouse - die in der Romanvorlage von Charlaine Harris das komplette optische Gegenteil von ihr ist. "Es macht wirklich Spaß, als einzige Brünette, die ein bisschen wie ein Vampir aussieht, in einen Raum zu kommen und für die gebräunte Blondine vorzusprechen."

Sie bekam nicht nur die Rolle, sondern lernte dank „True Blood“ auch noch ihre große Liebe Stephen Moyer kennen. Schon vor der Kamera stimmte die Chemie: „Die Dynamik zwischen Bill und Sookie, die Faszination und Anziehung machen es schwierig, den Moment festzumachen, wo die Fiktion anfängt. Aber es gab keinen konkreten ‚Wow, ich stehe auf dich‘-Moment“, erzählt Paquin. Mittlerweile sind die beiden verheiratet, doch Anna Paquin gehörte nie zu den Mädchen, die sich ausgiebig ihre Traumhochzeit ausmalten. „Es geht um Familie. Es geht nicht darum, über Nacht zu einer Brautzilla zu mutieren und dann ein riesiges, Baiser-artiges Hochzeitskleid zu tragen.“ Der Altersunterschied von 13 Jahren stört das Paar nicht, auch, dass die beiden zusammen arbeiten und Anna in der Serie zwischenzeitlich Liebesszenen mit Alexander Skarsgard dreht, ist kein Problem: „Andernfalls würde ich ihn gar nicht mehr sehen.“

Zum Hingucken bietet die Patchworkfamilie sowieso genug – Moyer hat zwei Kinder aus einer früheren Beziehung und im September 2012 brachte Paquin die gemeinsamen Zwillinge des Paares zur Welt. Langweilig ist ihr damit auch nicht mehr.

Marie-Christin Thielitz/ Sarah Stendel