Rudi Assauer
© WireImage.com Rudi Assauer

Rudi Assauer Schwule Fußballer sollen sich neuen Job suchen

Ex-Schalke-Manager Rudi Assauer kann auf eine lange Karriere im Fußball-Umfeld zurückblicken. Dass er mit seinen neuesten Tipps für schwule Fußballer viel Wirbel auslösen wird, dürfte ihm klar gewesen sein

Rudi Assauer, der frühere Manager des 1. FC SChalke, pflegt liebend gerne sein Macho-Image. Seine aktuelle Wortmeldung zum Thema Schwule im Fußball sorgt jedoch für besonders viel Wirbel. "Spiegel Online" berichtet, dem "Kölner Express" gegenüber riet Assauer schwulen Fußballern jetzt vom Outing ab und stattdessen zum Jobwechsel. Plattgemacht würden diejenigen, die sich outeten - "von ihren Mitspielern und von den Leuten im Stadion. Diese Hetzjagd sollte man ihnen ersparen."

Dass im Fußball die Zeit für eine offene Debatte über Homosexualität noch nicht gekommen ist, dessen ist sich der 65-Jährige sicher. "In anderen Sportarten mag das vielleicht gehen, aber im Fußball funktioniert das nicht", geht das Zitat weiter. "Man sieht ja an dem jetzigen Skandal, was passiert: Herr Amerell kann sich nicht mehr auf die Straße trauen, Herr Kempter wird wohl nie mehr ein Spiel pfeifen, und der vormals exzellente Ruf des DFB ist schwer beschädigt", so Assauer.

Dabei bezieht er sich auf eine Affäre, die derzeit im Deutschen Fußball-Bund für Ärger und Aufregung sorgt. Der frühere Funktionär Manfred Amerell wird von mehreren Schiedsrichtern - darunter Michael Kempter - der sexuellen Belästigung beschuldigt. Amerell sagte in der Sat.1-Sendung "Kerner", die Beziehung zu Kempter sie einvernehmlich gewesen und weist die Anschuldigungen ansonsten zurück, droht den vier Schiedsrichtern mit Verleumdungsklagen. Dem DFB wiederum wird vorgeworfen, nicht entschlossen genug aufzuklären und Stellung zu beziehen.

Rudi Assauers Ansichten sind nicht nur provokant, sondern auch umstritten. Der Schauspieler Stefan Jürgens beispielsweise, der zur Zeit im Theaterstück "Seitenwechsel" (bis 28. März in den Hamburger Kammerspielen) einen schwulen Fußballtrainer spielt, fordert in einem Interview mit dem Onlineportal 11freunde.de mehr Offenheit und Toleranz.

Er sagt dort: "Es gibt meines Wissens keinen Verein außer dem FC St. Pauli, der in seiner Satzung gegen Homophobie vorgeht. Da fängt es doch schon an. Da ist der DFB als zentrale Führungsstelle gefragt. Vorurteile werden in erster Linie durch Bildung ausgemerzt. Manchmal muss man Bildung auch kloppen, das sage ich ganz drastisch. Bei der breiten Masse fängt es an und man darf die Überwindung von Vorurteilen natürlich nicht nur auf Gesetze schieben. Aber jemand, der im Stadion 'schwule Sau' schreit, der gehört rausgeschmissen. Punkt. Aus. Die Öffentlichkeitsarbeit des DFB muss einfach noch massiver werden bei diesem Thema. Auch muss die Trainerschulung im Sinne der Toleranz erweitert werden. Da könnte man in den Jugendvereinen doch schon viel Positives pflanzen."

cfu