Prinz Ernst August von Hannover
© Getty Images Prinz Ernst August von Hannover

Prinz Ernst August Ohrfeige oder Prügelei?

Prinz Ernst August von Hannover steht vor Gericht: Er soll einen deutschen Hotel- und Diskobesitzer in Kenia angegriffen haben

Für sein aufbrausendes Temperament und dem Hang zu Handgreiflichkeiten ist Prinz Ernst August von Hannover seit Langem bekannt. In den letzten Jahren war es um den "Prügelprinzen" ruhiger geworden, doch seit gestern muss er sich vor dem Landgericht Hildesheim verantworten: Er soll vor neun Jahren einen deutschen Discobesitzer in Kenia verletzt haben.

Während Ernst August am Montag (15. Juni) vor Gericht erklärte, er habe dem mutmaßlichen Opfer Josef Brunlehner in der Nacht vom 15. auf den 16. Januar lediglich zwei Ohrfeigen verpasst, weil er sich durch die laute Discomusik gestört fühlte, behauptet der deutsche Brunlehner laut "Spiegel Online", der Prinz habe ihm mehrere Knochen gebrochen - sogar von einem Schlagring ist die Rede.

Bereits 2004 wurde der Vorfall verhandelt, Prinz Ernst August zu einer Geldstrafe verurteilt - obwohl weder ärztliche Befunde noch Röntgenbilder vorgelegt wurden, die die Aussage des Klägers hätten untermauern können. Wie es dennoch zu der Verurteilung kam, ist äußerst undurchsichtig.

Auf das Bestreben des Adeligen hin wird das Verfahren nun neu aufgerollt. Prinz Ernst August von Hannover hat sich einen neuen Anwalt genommen, Zeugen sollen seine Aussage bestätigen; die Fronten sind allerdings so verhärtet, dass der Wiederaufnahme-Prozess voraussichtlich mindestens bis Ende des Jahres dauern wird.

gsc