Prinz Ernst August von Hannover
© Getty Images Prinz Ernst August von Hannover

Prinz Ernst August 200.000 Euro Geldstrafe

Im neu aufgerollten Prozess gegen Prinz Ernst August von Hannover wurde heute das Urteil verkündet: Der Welfen-Chef wurde der einfachen vorsätzlichen Körperverletzung für schuldig befunden. Er muss eine Geldstrafe von 200.000 Euro zahlen

Die handgreifliche Auseinandersetzung mit einem Hotelier in Kenia kostet Prinz Ernst August von Hannover 200.000 Euro: Das Hildesheimer Landgericht folgte mit seinem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft und reduzierte mit der Einschätzung als einfache (statt der vorherigen gefährlichen) Körperverletzung die vom Landgericht Hannover verhängte Strafe auf 200.000 Euro. Der Welfen-Chef hatte den neuen Prozess durchgesetzt, nachdem er zuvor wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Strafe von 445.000 Euro verurteilt worden war.

Vor Gericht hatte der Prinz gestanden, dem Hotelier Josef Brunlehner im Januar 2000 auf einer kenianischen Ferieninsel zwei Ohrfeigen gegeben zu haben. Seine Verteidigung hatte daraufhin Straffreiheit gefordert. Das Gericht sah es hingegen als erwiesen an, dass der Ehemann von Prinzessin Caroline von Monaco dem Hotelier mehrere Schläge ins Gesicht versetzt hatte und sprach ihn deswegen der einfachen vorsätzlichen Körperverletzung für schuldig. Der vorsitzende Richter wies in seiner Urteilsbegründung darauf hin, dass die Vorgänge der fraglichen Nacht kaum mehr aufzuklären seien, berichtet "Spiegel.de". Die Beteiligten hätten in ihren Aussagen die Schilderungen überzogen und der Welfen-Chef und seine Frau hätten außerdem versucht, den Vorfall zu bagatellisieren. Die Schläge des Adligen nannte der Richter "nicht dezent, aber auch nicht hemmungslos brutal". Der Prinz müsse sich nicht mehr nachsagen lassen, er habe den deutschen Hotelier mit einem Schlagring angegriffen.

Prinz Ernst August von Hannover, der während der Urteilsverkündung nicht anwesend war, gilt mit dem neuen Urteil nicht als vorbestraft. kdi