Berlinale-News: Julie Delpy
© Getty Images Julie Delpy

Berlinale-News Lieber Berlin als Paris

Julie Delpy mal ganz unromantisch: Die Schauspielerin gab sich realistisch und entzauberte auf der Berlinale die "Stadt der Liebe" als "Touristenlüge"

Julie Delpy beeindruckte im Gespräch über ihren neuen Film "Zwei Tage in Paris" mit gnadenlosem Realismus. Die 37-jährige Schauspielerin äußerte sich auf der Berlinale kritisch über die beschönigenden Klischees zu ihrer Heimatstadt Paris und gab sich dabei wenig romantisch. Paris sei vollkommen überbewertet. Es wäre weniger die Stadt der Liebe als "eine Touristenlüge", verkündete die schöne Französin. Für Delpy, die zusammen mit Ethan Hawke 1995 in "Before Sunrise" und 2004 in "Before Sunset" das romantische Paar schlechthin verkörperte, war das eine gewagte Äußerung. Aber ein wahres Wort in Ehren: "Liebe ist eine Haltung, keine Stadt." Es gäbe keinen festgelegten Ort für das höchste der Gefühle.

Julie Delpy spielte zuletzt neben Bill Muray in Jim Jarmuschs "Broken Flowers". Demnächst wird sie an der Seite von Richard Gere in "The Hoax" zu sehen sein. In Berlin stellte sie ihren Film "Zwei Tage in Paris", eine Beziehungskomödie, vor. Eine Anekdote am Rande: Auf der Premierenparty zum Film drängelte sich der amerikanische Schauspieler Jeff Goldblum in den Vordergrund. Der Partylöwe preschte vor, enterte ein Klavier und gab ein wildes Ständchen.