Zahara Jolie-Pitt Die Heimat, so fremd

Angelina Jolie unternahm mit Tochter Zahara eine zweitägige Reise in deren Geburtsland Äthiopien. Gala begab sich auf Spurensuche

Vermutlich zieht die kleine Zahara

ihre Lieblings-"Cheetos"-Käsechips den äthiopischen Indschera-Fladen vor. Sponge-Bob und Bob, der Baumeister, sind ihr weitaus geläufiger als Lali, der kleine Löwe, und sie kennt zwar die Spielplätze von Los Angeles, New York und Nizza, nicht aber die Straßen von Addis Abeba. Wie sollte die Vierjährige auch irgendeine Bindung an Äthiopien, ihr Heimatland, spüren, wo sie erst ein paar Wochen alt war, als Angelina Jolie und ihr Lebensgefährte Brad Pitt sie adoptierten und außer Landes führten, nach Amerika, Frankreich, Asien - überallhin.

Dennoch oder gerade deswegen ist es der Weltbürgerin Angelina Jolie eine Herzensangelegenheit, dass ihre kosmopolitischen Kinder ein Gefühl für ihre Wurzeln entwickeln und nicht gänzlich fernab jener Kultur aufwachsen, derer sie entsprungen sind. Schon lange ist bekannt, dass Maddox deshalb von einem Kindermädchen Khmer lernt, die Sprache Kambodschas. Nachdem Pax Mitglied der Jolie-Pitt-Familie geworden ist, haben sie eine vietnamesische Nanny engagiert.

Für Zahara hat sich Angelina nun etwas ganz Besonderes ausgedacht: Mit ihr reiste sie in das Land ihrer Geburt, während der Rest der Familie gerade in Kenia urlaubte. Ganz heimlich, schnell und leise, ohne dass auch nur ein Paparazzo etwas davon mitbekommen hätte, stiegen Mutter, die älteste Tochter und Schwester Shiloh in den Flieger nach Addis Abeba. "Ziel der zweitägigen Reise war es, Zahara die Möglichkeit zu geben, ihre ureigene Kultur zu erleben", so ein Vertrauter der Familie. Außerdem ist es gut möglich, dass die Mädels bei Abebech Gobena vorbeigeschaut haben, der "Mutter Teresa Äthiopiens", Gründerin eines großen Waisenhauses. In Addis geht schon lange das Gerücht, dass die kleine Zahara Jolie aus ihrer Obhut stammt.

Im Exklusivgespräch mit Gala hält sich Abebech zunächst bedeckt: "Ach wissen Sie, es kommen so viele berühmte Leute hierher und besuchen mein Waisenhaus – ich kann mich gar nicht an alle erinnern", sagt sie und lächelt sanft. Fügt dann aber an: "Okay, ja, Angelina Jolie war hier. Einmal. Wir haben ihren Besuch mit einer kleinen Zeremonie gefeiert: Die Kinder haben draußen gesungen, es gab Kaffee und Brot für die Gäste." Schließlich berichtet sie sogar: "Ein paar Wochen später kam ein Mann, der sagte, er sei Angelinas Ehemann." Also Brad Pitt? Die Heimleiterin zuckt mit den Achseln. Abebech ist es egal, wer die Leute sind, Hauptsache, sie haben Herz und vermitteln ihr das Gefühl, dass ihre Schützlinge bei ihnen gut aufgehoben sind.

"Seit diesem Tag unterstützt Mrs. Jolie unser Heim." Weil Zahara von hier kommt, stimmt's? Bevor Abebech Gala eine Antwort auf diese Frage gibt, wägt sie ab, berät sich mit einem Mitarbeiter. Abebech will nicht, dass der Eindruck entsteht, berühmte weiße Frauen könnten die Kinder von hier einfach so mitnehmen. "Denken Sie bloß nicht, dass wir unsere Kinder verkaufen", wettert die alte Dame. Wenn sie in der Lage wäre, böse zu schauen, würde sie es jetzt tun, aber ihr Gesicht hört einfach nicht auf, freundlich zu strahlen. Mit ruhiger Stimme erklärt sie ihre missliche Lage: "Das Problem ist: Mein Waisenhaus bietet nur Platz für 150 Kinder. Schon allein durch die rasante Ausbreitung von HIV in Äthiopien werden aber jedes Jahr mehr und mehr Kinder zu Waisen." So hat auch Zahara ihre leiblichen Eltern damals verloren. Umso schöner ist es für ihre neue Mutter zu sehen, dass Zahara in einer fantastischen Familie untergekommen ist – etwas unkonventionell vielleicht, aber dafür voller Liebe.