Woody Allen
© Getty Images Woody Allen

Woody Allen Sieg für Stadtneurotiker

Woody Allen bekommt 3.7 Millionen Euro Entschädigung von der Firma "American Apparel". Der Modekonzern warb unerlaubt mit seinem Gesicht

Woody Allen ist um 3.7 Millionen Euro reicher: Der Regisseur verklagte das Modeunternehmen "American Apparel", da die Firma unerlaubt mit ihm warb. Am 18. Mai, unmittelbar vor Beginn des Prozesses in New York, einigte sich Woody mit "American Apparel" außergerichtlich auf eine Entschädigung von 3.7 Millionen Euro. Ursprünglich forderte der 73-Jährige die doppelte Summe.

Vor zwei Jahren warb die Modekette mit Woody Allen. Auf riesigen Plakatwänden in New York und in Hollywood war er als orthodoxer Jude abgebildet. Über dem Bild stand "Der heilige Rabbi" in hebräischen Buchstaben geschrieben. Das Motiv hatte die Firma aus seinem Film "Der Stadtneurotiker" von 1977, in dem er sowohl mitwirkte als auch Regie führte.

Seit den sechziger Jahren habe der Hollywoodstar keine Werbung für kommerzielle Produkte gemacht. Deswegen sei der Vorfall für ihn ein geradezu "demütigender" Eingriff in seine Privatsphäre, wie es ihn der Klageschrift heißt. "American Apparel" setzte erst zum Gegenangriff an: Eine Demütigung hätte sich Allen 1992 selbst zugefügt, als er ein Verhältnis mit seiner damals 22-Jährigen Adoptivtochter Soon-Yi Previn anfing, mit der er inzwischen verheiratet ist.

Doch letzten Endes einigten sich beide Seite dann doch außergerichtlich. "Man sagt mir, diese Einigung auf fünf Millionen Dollar sei die höchste Summe, die je unter dem New Yorker Gesetz über die Privatsphäre gezahlt wurde", zeigte sich Woody Allen zufrieden.

jan