William Shatner
© WireImage.com William Shatner

William Shatner Mit einem Job ausgesorgt

Als "Captain Kirk" auf dem Raumschiff Enterprise kennt William Shatner jedes Kind. Reich wurde er damit nicht - für sein Vermögen sorgte ein Werbespot

William Shatner war seines eigenen Glückes Schmied. Der Schauspieler, der mit der Rolle als Captain James Tiberius Kirk auf dem Raumschiff Enterprise erst den Serien- und später Filmfans völlig neue Welten eröffnete, hat sein Geld allerdings nicht mit dieser legendären Rolle verdient. Sondern mit Werbung. Sehr viel Geld, wie die "Times" am Donnerstag verriet: Nach ihren Informationen und Wallstreet-Schätzungen müsste der 79-Jährige inzwischen ungefähr 600 Millionen Dollar (rund 472 Millionen Euro) schwer sein. Shatners Agent wollte der "Times" diese beeindruckende Summe allerdings nicht bestätigen.

Verdient wurde dies Geld aber immerhin auch mit der Sehnsucht der Menschen nach der Ferne: Shatner ist schon seit 1997 das Werbegesicht für den Internet-Reiseanbieter "Priceline.com". Damals fiel die Entscheidung des jungen Unternehmens bei der Auswahl eines Promi-Fürsprechers zwischen Bill Cosby und William Shatner, berichtete die Presseagentur Associated Press (AP) zum zehnjährigen Jubiläum. Shatner machte das Rennen, weil er futuristischer rüberkam und "weil jeder zwischen 18 und 65, der eine Kreditkarte in den Fingern halten kann, von William Shatner gehört hatte", wird Priceline.coms Pressesprecher Brett Keller zitiert. Shatner ließ sich darauf ein, einen Teil der Bezahlung in Aktien zu erhalten.

Seitdem hat Shatner regelmäßig kleine, manchmal schwarzhumorige Spots für den Reiseanbieter gedreht. In den letzten Jahren spielte er - Wirtschaftskrise lässt grüßen - den "Negotiator", der beispielsweise Touristen kidnappen lässt, um ihnen dann mit markigen Sprüchen Vorhaltungen wegen ihrer schlechte Preisrecherche zu machen. Zum Besten der Kunden hat Shatner schon getanzt, aber auch Karatemoves und Taserpistolen wie in "Star Trek" eingesetzt. "Es sind beunruhigende Zeiten und die Leute müssen wissen, das es ihnen trotzdem gut tut, mal Urlaub zu machen", pries Shatner 2009 sein Engagement an. Das Werbemagazin "Brandweek" berichtete, dass Priceline.com allein in 2008 mehr als 36 Millionen Werbedollar in den US-Medien (ohne online) gelassen hat.

Pricelines Aktien mussten beim Platzen der Interblase zur Jahrhundertwende zwar ordentlich Federn lassen und sollen laut "Times" auf einen Wert von 1,80 Dollar (ca. 1,40 Euro) gefallen sein. Was damals wie ein schlechter Deal gewirkt haben mag, macht Captain Kirk heute jedoch reich: die Papiere sind nun pro Stück fast 300 Dollar (ca. 236 Euro) wert. Und Shatner hat einen guten Anteil am Erfolg des Unternehmens, weil seine Spots inzwischen schon Kultcharakter haben und jedes Jahr neu für große Aufmerksamkeit sorgen.

In einer AOL-Auswahl der 25 einflussreichsten Star-Werbegesichtern war William Shatner zu finden - gleichzeitig scheut er aber auch einen Auftritt wie den von 2008 bei "Saturday Night Live" nicht, in dem er seinen Werbejob auf die Schippe nimmt, indem er Olympiasieger Michael Phelps Lektionen über Integrität bei der Entgegennahme von Vergütungen erteilt.

Shatner ist eine Rampensau, die jegliche Form von Auftritt schätzt. Erst recht, wenn der Auftritt dann ordentlich poltert. Mit weit über Siebzig spielte er immer noch erfolgreiche, preisgekrönte Rollen wie den kauzigen Anwalt Denny Crane aus "The Practice"/ "Boston Legal". Er schreibt Bücher. Er macht Musik. Er kommt zu Comicmessen, er verkaufte einen Nierenstein an ein Onlinekasino - alles Werbung. Um Geld geht es ihm dabei nicht mehr. Das hat er ja schon längst verdient. Weil William Shatner beim Deal mit dem Internet-Reisedienstleister auf Welten vertraut hat, in denen sich damals noch nicht ganz so viele tummelten.

William Shatner in einem der kultigen Priceline-Spots: Es droht Konkurrenz durch "Mr Spock" Leonard Nimoy.