William + Harry von England

Diana wäre stolz auf sie

Zum ersten Mal haben Prinz William und Prinz Harry öffentlich über ihre vor zehn Jahren verstorbene Mutter gesprochen. Was William jedoch verschwieg: Er wird seinen Militärdienst bald quittieren, um sich auf sein Amt als König vorzubereiten

Prinz Harry und Prinz William

Bald ist es zehn Jahre her,

dass , 25, und , 22, über Nacht zu Halbwaisen wurden: Am 31. August 1997 kam ihre Mutter, , bei einem Autounfall in Paris ums Leben. Ein Ereignis, das die ganze Welt bewegte. Wie die beiden Söhne ihren Tod erlebt und verkraftet haben, ließ sich bislang lediglich erahnen. Doch nun haben Harry und William in zwei Interviews für die und NBC ganz offen darüber gesprochen. Was Prinz William dabei allerdings verheimlichte: Der Zweite in der britischen Thronfolge - nach seinem Vater - will bereits Anfang 2009 dem Militär den Rücken kehren, um sich auf seine Rolle als künftiger König vorzubereiten. Das verkündete die "Daily Mail" unter Berufung auf Hofangestellte ausgerechnet vergangenen Samstag, als die traditionelle Geburtstagsparade "Trooping the Colour" für II. abgehalten wurde. William selbst hatte immer wieder betont, er wolle nicht nur Hände schütteln, sondern ein "arbeitender Monarch" werden. "Er wird diese Rolle nach seinen eigenen Vorstellungen formen", bestätigt ein ranghoher Angestellter des Königshauses.

Die große Aufgabe erfülle den älteren Sohn von Prinz Charles mit Optimismus, so die Hofangestellten weiter. Schließlich habe William, der sich derzeit noch in einem Trainingslager im südenglischen Dorset befindet, im Gegensatz zu seinem Bruder immer gewusst, dass ihn noch weitaus mehr erwartet als eine Karriere als Offizier. Bereits in diesem Sommer soll er das Camp in Bovington verlassen und lediglich noch an einigen Übungen seiner Truppe teilnehmen. Ab dem nächsten Jahr wird er schließlich zur Royal Navy sowie zur Royal Air Force wechseln. "William ist keiner, der sich nur mit seinen Medaillen auf Paraden zeigen will, er möchte am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, seinem Land zu dienen", heißt es aus Army-Kreisen.

Über den Verlust ihrer Mutter, Prinzessin Diana (hier ein Archivbild von 1996), sprachen die Prinzen von England erstmals öffent

Über den Verlust ihrer Mutter, Prinzessin Diana (hier ein Archivbild von 1996), sprachen die Prinzen von England erstmals öffentlich

Wie sein jüngerer Bruder Harry hat der Prinz in der Vergangenheit, ganz im Sinne seiner verstorbenen Mutter, bereits diverse Hilfsprojekte unterstützt. Darunter auch "Centrepoint", eine Organisation, die sich für englische Obdachlose einsetzt. Dieses soziale Engagement soll William künftig noch weiter ausdehnen. Außerdem vermuten Hofkenner, dass er ab 2009 zusätzliche repräsentative Aufgaben übernehmen wird. Doch dies soll Schritt für Schritt geschehen, damit er sich mit den Abläufen innerhalb der Monarchie vertraut machen kann. Die Organisation des Gedenkkonzerts für Lady Di wird insgeheim als erster Schritt in diese Richtung gewertet.

Aber hieße das nicht auch, dass für Williams Vater Prinz Charles der Thron in immer weitere Ferne rückt? Zwar äußert sich der Palast zu dieser Frage nicht, doch es gilt als sehr verwunderlich, dass William mit solcher Eile an seine Rolle als Monarch herangeführt werden soll. "Wenn alles seinen normalen Lauf nähme, würde man damit rechnen, dass er in 30 Jahren den Thron besteigt", erläutert ein Insider. Bleibt die Frage, ob Charles vielleicht bereits intern auf das Amt des Königs verzichtet hat - oder eventuell gar über­gangen werden soll. Dass sich die Queen nie sicher war, ob ihr Sohn der Monarchie gut täte, ist kein Geheimnis. Derzeit ist Elizabeth II. sehr bemüht, an anderer Stelle einen möglichen Schaden für das Königshaus abzuwenden: Dass Prinz Harry erst kürzlich in Calgary erneut als "Party-Prinz" auffiel und sich mit einigen Barmädchen vergnügte, sorgte nicht nur bei der Großmutter für Unbehagen. Zu allem Überfluss meldete sich jetzt auch noch ein weiteres Party-Girl zu Wort, das von Harrys Liebeskünsten schwärmte. Doch damit nicht genug: Auch ihre Tochter Anne, 56, bereitet der Monarchin derzeit ernsthafte Probleme: Die Prinzessin will sich nach fast 15 Jahren Ehe von ihrem Mann, dem Marineoffizier Tim Lawrence, 52, scheiden lassen. Da wird es sicher für Erleichterung gesorgt haben, dass sich die Enkel der Queen im Gespräch mit dem Journalisten vom amerikanischen Fernsehsender sowie im Interview mit der Reporterin von der englischen BBC als vorbildliche Prinzen präsentierten.

Erstmals sprachen sie öffentlich über den Verlust ihrer Mutter. Und gaben zu, dass sie unter den vielen ungeklärten Fragen leiden, die sich um die Ereignisse in jener Augustnacht ranken. "Was auch immer in jenem Tunnel passiert ist, wir werden es nie erfahren", sagte Harry im Interview, das NBC vergangenen Montag ausstrahlte. "Ich werde nie aufhören, darüber nachzudenken." Seinem Bruder William geht es ähnlich: "Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht daran denke." Er habe jedoch immer das Gefühl, seine Mutter sei ganz nah bei ihm - und dass sie stolz auf ihre Söhne wäre. Auch Harry ist überzeugt davon, dass Diana zufrieden damit wäre, wie sie ihr Leben führen: "Es würde sie glücklich machen, uns heute zu sehen", glaubt er. Die zehn Jahre seit ihrem Tod seien wie in Zeitlupe ver­strichen, erzählten die beiden Prinzen Matt Lauer. "Die Zeit ist so langsam vergangen. Seit sie starb, gab es nie Stille und Frieden für uns, weil ihr Gesicht immer in den Zeitungen war. Die Tatsache, dass sie immer präsent ist, macht es uns schwer, mit der Sache abzuschließen", sagte Harry. Daher hätten sie kaum Ruhe zum Trauern gefunden.

Die Prinzen Harry und William wünschen sich ein fröhliches Fest, wie es auch ihrer Mutter gefallen hätte

Die Prinzen Harry und William wünschen sich ein fröhliches Fest, wie es auch ihrer Mutter gefallen hätte

Das Gespräch mit Fearne Cotton von der BBC, das am 29. Juni innerhalb einer Reihe von Beiträgen zum Gedenken an Lady Di gesendet werden soll, hat auch das Konzert am 1. Juli im Wembley Stadion zum Thema, das die Prinzen für Diana organisiert haben. An dem Tag wäre sie 46 Jahre alt geworden. "Elton John, George Michael, Supertramp, Michael Jackson, Tina Turner und Bryan Adams - das sind die, zu deren Musik wir sie immer zu Hause tanzen sahen", erzählte William. "Damals war es uns sehr peinlich, sie so zu sehen, aber sie versteckte eben nie ihre Gefühle", vertraute er Fearne Cotton weiter an. Genau das war es auch, was ihre Söhne an ihr liebten: "Sie hat uns stets unmissverständlich klargemacht, dass wir das Allerwichtigste für sie sind", so William stolz. Dies möchten sie mit dem Konzert an sie zurückgeben - und dabei "den Menschen vor Augen zu führen, wie unglaublich sie war und was sie geleistet hat".

Was aus ihnen geworden wäre, wenn sie keine Royals wären, möchte Matt Lauer von den jungen Männern wissen, die er als sehr humorvoll und locker erlebt hat. "Früher wollte ich wie alle Jungs Polizist werden, heute wäre ich gern Hubschrauber-Pilot für die Vereinten Nationen", verrät William. Und kann sich einen scherzhaften Seitenhieb auf seinen feierfreudigen Bruder nicht verkneifen: "Harry würde wohl zu Hause sitzen, am Computer spielen und Bier trinken." Der kontert lachend: "Na danke!". Und gesteht: "Ich möchte gern in Afrika leben, am liebsten als Safari-Guide, aber ich würde auch humanitäre Hilfe leisten wie unsere Mutter."

Die beiden betonten auch, dass ihnen Freundschaften sehr wichtig sind, auch wenn es bei ihrer Popularität und ihrem Rang nicht immer einfach sei, zwischen echten und falschen Freunden zu unterscheiden. "Ich möchte nicht, dass die Leute mich nur wegen meiner Herkunft mögen", sagte Prinz William. "Ich kann Schmeichler nicht leiden." Gleichzeitig räumte er ein, dass es ihre Freunde auch nicht leicht hätten. Insgesamt glauben Harry und William, dass es ihnen trotz aller Verpflichtungen gut gelingt, ein normales Leben zu führen, so wie es sich ihre Mutter immer gewünscht hatte. Ihrer großen Verantwortung seien sie sich jederzeit bewusst: Ihr Name sei eben Windsor und nicht Smith oder Jones.

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