Viola Beach (†): Viola Beach
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Viola Beach (†) Die Rettungskräfte wurden zu spät alarmiert

Es dauerte mehr als eine Stunde, bis die Helfer zu den Verunglückten durchdrangen

Nach dem tragischen Unglück der britischen Indie-Band "Viola Beach" kommen immer schrecklichere Details über den Unfall, bei dem alle Bandmitglieder und ihr Manager starben, ans Licht. Demnach sollen an der beweglichen Brücke, von der das vollbesetzte Auto 25 Meter tief in einen Kanal stürzte, zwei von drei Warnlichtern defekt gewesen sein.

Die Rettungskräfte wurden zu spät alarmiert

Doch es kommt noch viel schlimmer: Möglicherweise hätten die Musiker noch gerettet werden können. Nach dem Horror-Crash dauerte es ungefähr eine Stunde, bis die ersten Rettungskräfte zu den Opfern im eiskalten Wasser vordringen konnten. Das berichtet die britische Zeitung "Mirror".

Chronik der Unfallnacht

Schwedische Medien berichten weiter, dass die vier Bandmitglieder und ihr Manager gegen zwei Uhr morgens mit ihrem Auto ungebremst in die Tiefe stürzten. Um 2:17 Uhr soll der erste Notruf bei der Polizei eingegangen sein. Eine halbe Stunde später, um 2:46 Uhr, sollen die ersten Beamten am Unfallort angekommen sein und laut der schwedischen Zeitung "Expressen" wenige Minuten nach ihrer Ankunft den Teil eines Dachgepäckträgers entdeckt haben.

Mehr als eine halbe Stunde nach dem Crash, gegen 2:50 Uhr, seien demnach erst die Rettungskräfte alarmiert worden , die um 3 Uhr am Unfallort angekommen.Doch da kam vermutlich schon jede Hilfe zu spät: Erst um 3.29 Uhr fanden die Helfer das erste Opfer in der Nähe des Auto-Wracks. Das bedeutet, dass die fünf Unfallopfer schon über eine Stunde im eiskalten Wasser schwammen, als die Suche nach ihnen begann.

Viola Beach (†): Rettungskräfte in Booten und Taucher begannen die Suche nach den Unfallopfern erst knapp eine Stunde nach dem Crash
© ReutersRettungskräfte in Booten und Taucher begannen die Suche nach den Unfallopfern erst knapp eine Stunde nach dem Crash

Kein automatischer Alarm an der Brücke

Hinzu kommt: Es gibt keinerlei Warnsystem, dass die Polizei informiert, wenn eine Absperrung an der Brücke beschädigt wird. Sonst hätte der verheerende Fehler - den hinabgestürzten Wagen zunächst zu übersehen - möglicherweise verhindert werden können und die vorbeifahrenden Schiffe alarmiert werden können.

Wurden sie von einem Öl-Tanker überfahren?

Denn nach dem Sturz in den Kanal soll ein Öl-Tanker das Auto-Wrack der Band im Wasser überfahren haben. Nachdem der Kapitän das Schiffs sah, wie ein Objekt von der Brücke fiel, soll die Crew Berichten zufolge davon ausgegangen sein, dass es sich dabei um eine große Menge Schnee handelte und bekam grünes Licht, um weiterzufahren.

"Wir wussten nichts von einem Unfall"

"Niemand realisierte, dass ein Auto von der Brücke gefallen ist", so ein Sprecher der Tanker-Firma gegenüber dem britischen "The Telegraph" und ergänzte: "Niemand sprach einen Alarm aus oder machte darauf aufmerksam, dass etwas passiert ist, also wussten wir nicht, dass es einen Unfall gegeben hatte."

Eine furchtbare Vorstellung, dass Kris Leonard, 20, River Reeves, 19, Jack Dakin, 19, Tomas Lowe, 27, and Craig Tarry, 32, vielleicht noch hätten gerettet werden können.

Die Behörden in Schweden arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, dieses tragische Unglück bis ins Detail aufzuklären.