Versace-Kollektion
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Versace Vom Vatikan auf dem Laufsteg

Die Mailänder Männermodewoche sorgte für einige Überraschungen. Designerin Donatella Versace hat sich von einem Gottesmann inspirieren lassen. Die strengen Linien ihrer Kollektion zeigen eine neue Sittsamkeit - und sorgen für wenig Begeisterung im Vatikan

Nicht nur in unserem Land zeigt man sich vom deutschen Papst und seinem Hofstaat begeistert. Auch die italienische Modewelt scheint nun einen Narren an den Deutschen im Vatikan gefressen zu haben. Allen voran Designerin Donatella Versace, denn sie hat ihre persönliche männliche Muse gefunden: Georg Gänswein. Der 40-jährige Privatsekretär des Papstes hat es der Designerin angetan.

Der "George Clooney des Vatikans" inspiriert

Papstsekretär Georg Gänswein ist das Vorbild für die neue Kollektion von Donatella Versace
© GettyPapstsekretär Georg Gänswein ist das Vorbild für die neue Kollektion von Donatella Versace

Der Freiburger Theologe, seit 2003 persönlicher Assistent Ratzingers und seit 2006 der wichtigste Vertraute des Papstes, gilt auch als "George Clooney der Kirche" oder "die schönste Nachricht aus dem Vatikan". Seit seinem verstärkten Auftreten in den Medien begeistert der hochgewachsene Deutsche die Frauenwelt.

Nun soll - eigentlich kaum zu glauben - der Kirchenmann die neue Kollektion im Hause Versace inspiriert haben.

"Ich bewundere die Schönheit und den Stil von Georg Gänswein", so die Designerin während der Mailänder Modewoche. Dies spiegelt sich auch deutlich in der neuen Herren-Kollektion wieder, die vor kurzem in der norditalienischen Stadt präsentiert wurde. Strenge, schwarze Jacken mit Stehkragen und weißer Blende: Die Stücke aus der neuen Linie ähneln der Soutane katholischer Priester.

"Ich wollte Mode für einen Mann entwerfen, der ernst zu nehmen ist und ethische Ansprüche hat", erklärte Donatella. Ihre Entwürfe sollen nicht "frömmelnd" sein, sondern "spirituell und sittenstreng". Trotzdem wirkt die gesamte Kollektion sehr klerikal. Bis auf eine rote Jacke gibt es nur wenige Farbtupfer, zudem kaum Freizeitkleidung. Danke, Donatella - dafür dass wir Mode auch mal ganz anders sehen dürfen.