Ang Lee
© Getty Ang Lee

Venedig Finale der "Biennale"

Jetzt ist wieder für ein Jahr Pause: Das Filmfestival in Venedig kürte am Wochenende überraschende Sieger und bewährte Stars

Überraschung beim großen Finale der "Biennale": Zum zweiten Mal in zwei Jahren gewann der Taiwanese Ang Lee den "Goldenen Löwen" bei den Filmfestspielen in Venedig. 2005 erhielt er ihn als Regisseur des umfeierten Schwulendramas "Brokeback Mountain", dieses Jahr für seinen Spionagekrimi "Lust, Caution". Offenbar war es aber keine leichte Entscheidung: Laut der "Welt" soll die Jury neun Stunden lang getagt haben, bevor die Entscheidung fiel - und dabei angeblich nicht ganz objektiv gewesen sein. Dem Jury-Vorsitzenden Zhang Yimou wurde vorgeworfen, asiatische Filme zu bevorzugen.

Strahlen durften hingegen auch Brad Pitt als "Jesse James" in "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Fort" und Cate Blanchett auf Grund ihrer Bob-Dylan-Darstellung "I'm Not There" - allerdings nicht live. Die beiden Preisträger des "Coppa Volpi" für den besten Schauspieler und die beste Schauspielerin waren bereits abgereist und konnten ihre Preise daher nicht selbst entgegen nehmen.

Der "Silberne Löwe" für die beste Regie ging an Brian de Palmer für seine Irakkritik "Redacted". Und auch für Regisseur Bernardo Bertolucci ("Der letzte Kaiser") gab es tosenden Beifall: Er erhielt einen "Goldenen Ehrenlöwen" für sein Lebenswerk. Beim Spezialpreis der Jury hingegen musste dieses Jahr geteilt werden: Sowohl der Tunesier Abdellatif Kechiche mit "Le Grain et le Mulet" als auch Todd Haynes mit "I'm not there" können sich über die Auszeichnung als herausragende Regisseure freuen. Und der heimliche Festival-Liebling "Le Grain et le Mulet" wurde gleich zweifach ausgezeichnet: Hafsia Herzi gewann für ihre Rolle der "Rym" außerdem den "Marcello-Mastroianni"-Preis für die beste Nachwuchsleistung.