Ulrich Mühe
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Ulrich Mühe Der stille Abgang eines leisen Stars

Schauspieler Ulrich Mühe, der viel gerühmte Stasi-Offizier aus dem Film "Das Leben der Anderen", ist an seinem Magenleiden gestorben

Schon im Trubel der Oscar-Verleihung im Februar 2007 fiel Ulrich Mühe vor allem durch eines auf: dass er nicht auffallen wollte. Dabei gab es Grund zu feiern, schließlich war das deutsche Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" von Florian Henckel von Donnersmarck gerade mit einem der wichtigsten Filmpreise der Welt ausgezeichnet worden. Ulrich Mühe war der Hauptdarsteller und zum ersten Mal im Leben in Hollywood.

Doch der Schauspieler, der in Grimma geboren wurde und in Berlin lebte, blieb gern im Hintergrund. Nur einmal, nach der Wende, erhob der schon zu DDR-Zeiten zum Theaterstar gewordenen Schauspieler die Stimme und verkündete, er habe in einer Diktatur gelebt. Einige nahmen ihm das übel, dem, der schon früher in den Westen reisen durfte. Für Mühe war es Ansporn bei der Auswahl von Filmprojekten. "Funny Games", "Goebbels und Geduldig", "Hunger auf leben", "Der Stellvertreter", "Das Leben der Anderen" - wenn es interessant und gerne auch mal politisch wurde, dann griff Mühe zu, ob nun für Kino, TV oder auch fürs Theater. Die Kritiker maßen ihm eine Bedeutung zu wie Armin Müller-Stahl und Klaus Maria Brandauer.

Schon kurz nach der glanzvollen Oscar-Nacht musste Mühe sich einer Magenoperation unterziehen, verriet im Juli 2007, dass er an Magenkrebs leide. Am 22. Juli 2007 verstarb er in Walbeck in Sachsen-Anhalt und wurde am 25. Juli beigesetzt.

Gedanken zum Tod von Ulrich Mühe macht sich diese Woche auch GALA-Chefredakteur Peter Lewandowski >> in seinem Blog