Tom Cruise
© Wireimage.com Tom Cruise

Tom Cruise Nazivergleich für den Psychodoc

Ein TV-Arzt suchte nach Erklärungen für Tom Cruises Liebe zu Scientology. Daraufhin muss er sich von dessen Anwalt einen Nazivergleich gefallen lassen

Der amerikanische TV-Arzt Dr. Drew Pinsky, der sich in den Staaten mit der Reality-Soap "Celebrity Rehab with Dr. Drew" einen Namen gemacht hat, suchte jüngst nach Gründen, warum ein gebildeter Mann wie Tom Cruise Scientology verfallen kann.

Das hat sich sicherlich auch vorher der ein oder andere mal gefragt. Und die These von der schweren Kindheit ist da oft eine Möglichkeit. Für Dr. Drew ist es jedenfalls folgendermaßen: Die meisten Stars, die sich mit geistigen Krankheiten in der Öffentlichkeit präsentieren, wurden in ihrer Kindheit Opfer eines Traumas. So muss das auch bei Tom gewesen sein. Wie könnte es sonst sein, dass jemand den Weg zu einer Sekte findet? Für den Arzt ein klarer Fall von "tiefer Leere" und "schwerer Vernachlässigung" in der Kindheit, möglicherweise sogar von Missbrauch.

So etwas hört niemand gerne, erst recht nicht der Anwalt eines Strahlemanns wie Tom Cruise. Bert Fields explodierte geradezu und ließ sich zu einem Vergleich mit Joseph Göbbels hinreißen: "Dieser unqualifizierter TV-Darsteller, der offensichtlich lediglich Aufmerksamkeit sucht, ist so grotesk unprofessionell vorzugeben, eine Diagnose über Menschen wie Tom stellen zu können, die er niemals getroffen hat. Er scheint die Absurdität ausspeien zu wollen, dass alle Scientologen geistig krank seien. Beim letzten Mal hörten wir so einen Unsinn von Joseph Goebbels."

Nazivergleiche wiederum werden ebenfalls von niemandem gerne vernommen und somit: Ring frei für Runde zwei!

Ergänzung vom 13. Juni:


Dr. Drew bewies schnelles Reaktionsvermögen und ruderte nach seinen Äußerungen über Tom Cruise flugs zurück: "Dr. Drew wollte Tom Cruise nichts Böses und entschuldigt sich, falls seine Kommentare verletzend waren", verkündete sein Sprecher am 12. Juni. Natürlich gab es auch die passende Erklärung für den Hinweis auf Tom Cruise. Der Schauspieler sei lediglich als Beispiel gewählt worden, weil er so bekannt ist, dass er einer breiten Öffentlichkeit ein Begriff ist.

Frei von einem Seitenhieb in Richtung des leidenschaftlichen Anwalts war das Statement aber nicht. Die Absicht von Herrn Field sei ganz klar eine Diskreditierung und Beleidigung des Arztes gewesen, so die Meinung aus dem Arzt-Lager. Natürlich würde Dr. Drew niemanden "ferndiagnostizieren", erst Recht nicht, wenn er die Person nicht kenne.

cqu